Lehrermangel: Was ein Quereinsteiger alles nachholen muss
Aktualisiert am 02.07.2010 47 Kommentare
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Quereinsteiger sind den Pädagogischen Hochschulen (PH) und der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) willkommen. Auch der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) winkt trotz kräftigem Pochen auf gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen nicht von vorneherein ab. Aber einfach ist das Umsatteln nicht.
Walter Bircher, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Konferenz der Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen (COHEP), sagt es so: «Der Ausbildungsaufwand macht eine Ausbildung für Quereinsteiger wenig attraktiv.» Grund sind die von der Konferenz der Erziehungsdirektoren erlassenen Anerkennungsrichtlinien.
Verdienstausfall als Problem
Das Hauptproblem sei der Verdienstausfall in der Übergangszeit vom angestammten zum neuen Beruf. Spezifische Ausbildungen für Quereinsteiger der PH hätten bisher eher mässigen Erfolg gehabt, trotz Werbeaktionen und Informationen der Berufsberatungen, sagt Bircher.
Für den Lehrerverband sind Schnellbleichen für Quereinsteiger keine Lösung. Die pädagogischen und fachdidaktischen Anforderungen dürften nicht gesenkt werden, stellt Zentralpräsident Beat W. Zemp klar. Wer sich aber im früheren Beruf entsprechend qualifiziert habe, sollte die Lehrerausbildung abkürzen können.
«Entscheidend ist in allen Fällen, dass eine entsprechende Eignungsabklärung gemacht wird», sagt Zemp. Quereinsteiger seien meistens sehr motiviert und blieben ihrem neuen Beruf treu. Doch nur mit ihnen lasse sich der strukturelle Lehrermangel nicht beheben.
Nach Angaben der COHEP steigen in diesem Jahr die Anmeldezahlen praktisch an allen PH. Die Anmeldungen nehmen im Schnitt um 20 bis 25 Prozent zu.
Passerellen zu anderen Hochschulen
Dass künftig wieder mehr junge Lehrer und Lehrerinnen in die Klassen kommen, lässt sich daraus nicht ableiten. «PH-Absolventen stehen heute auch Passerellen zu anderen Hochschulen offen», sagt Bircher. Ob jemand unterrichten wolle, hänge nicht von der Ausbildung, sondern von den Arbeitsbedingungen ab.
Hier haken die Lehrer ein. Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Saläre müssten den hohen Ansprüchen, die an Lehrkräfte gestellt würden, entsprechen. Das steht in einer gemeinsamen Erklärung, die der LCH und die nationalen Verbände in Deutschland und Österreich vor kurzem in Zürich unterzeichnet haben. (sam/sda)
Erstellt: 02.07.2010, 13:38 Uhr
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47 Kommentare
Ich bin im HR-Management taetig und moechte meine Erfahrungswerte auch in Richtung 'Quer-Einsteiger' in den Lehrerberuf angehen. Lehrerverbaende und Aufssichtsstellen taeten besser daran, Lehrerberufe leichter zugaenglich und attraktiver fuer Normalbuerger zu machen. Elitaere Denkweisen und unsinnige Huerden bitte abschaffen. Quereinsteiger bieten enormes Potential, deshalb bitte nicht 'bocken'. Antworten
Die Krux. Weil die schulische Ausbildung derzeit, scheinbar billiger gar anspruchsloser werden soll, sinkt dementsprechend des Schülers Wissens- Niveau. Ansonsten müsste ein Pädagogen Studium mitsamt dem hiesigen Schulwesen auch ernsthafter hinterfragt werden. Somit wären wir also auf dem direkten Weg hin zu einer zwei Klassen Erziehung. Sind denn mögliche Folgen etwa Nebensache? Antworten
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