Letzter Rang für Bundesrat Merz
Von Pascal Schwendener. Aktualisiert am 27.07.2010 3 Kommentare
Frauenanteil im Kader (VBS)
Frauenanteil im Kader (VBS)
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Quelle: VPOD
Frauenanteil im Kader (EFD)
Frauenanteil im Kader (EFD)
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Quelle: VPOD
Frauenanteil im Kader (UVEK)
Frauenanteil im Kader (UVEK)
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Quelle: VPOD
Frauenanteil im Kader (EDA)
Frauenanteil im Kader (EDA)
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Quelle: VPOD
Frauenanteil im Kader (EJPD)
Frauenanteil im Kader (EJPD)
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Quelle: VPOD
Frauenanteil im Kader (EVD)
Frauenanteil im Kader (EVD)
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Quelle: VPOD
Frauenanteil im Kader (EDI)
Frauenanteil im Kader (EDI)
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Quelle: VPOD
Peinlich für Hans-Rudolf Merz: Der oberste Personalverantwortliche des Bundes erhält die schlechtestmögliche Note, wenn es um die Chancengleichheit bei Bundesangestellten geht. Nur gerade 15 Prozent der Kadermitglieder ab Lohnklasse 24 in seinem Departement sind weiblichen Geschlechts. Der Maximallohn der Lohnklasse 24 beträgt 10'927 Franken.
Und offenbar gedenkt Merz nichts gegen diesen Umstand unternehmen zu wollen. Als einziger Departementsvorsteher hat er nämlich im vergangenen Jahr bei der Frauenförderung keinen Fortschritt erzielt. Peinlich für jenen Magistraten, der sich bei seiner Wahl in den Bundesrat damit brüstete, dass er sich für die Frauensache speziell einsetzen würde. «Letzter Rang», urteilt Christof Jakob von der Gewerkschaft VPOD, der das Rating «Chancengleichheit in der Bundesverwaltung 2010» durchgeführt hat. Und: «Es wird Zeit für den Rücktritt.» Nur gerade im Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sind weniger Frauen im Kader vertreten als im Finanzdepertement (EFD). Bei Ueli Maurer arbeiten gerade mal 5,75 Prozent Frauen. Das schlechte Abschneiden im VBS ist allerdings weitgehend strukturell bedingt, da für militärisches Berufspersonal in der Regel auch eine militärische Ausbildung vonnöten ist.
Frauen fördern Frauen
Auffallend im Bericht ist: Departemente mit Frauen an der Spitze schneiden in der Gesamtbeurteilung am besten ab, die Männer hinken hintendrein. Platz 1 belegt das Volkswirtschaftsdepartement (EVD) von Doris Leuthard. «Sie setzt die engagierte Gleichstellungsarbeit der Vorjahre fort», sagt Jakob. Den 2. Platz teilen sich das Aussendepartement EDA und das Justizdepartement EJPD. «Micheline Calmy-Rey führt das einzige Departement, in dem Frauen und Männer wirklich nach den gleichen Massstäben beurteilt werden», sagt Jakob. «Und unter Eveline Widmer-Schlumpf gab es im vergangenen Jahr die grössten Fortschritte beim Frauenanteil und der Förderung von Teilzeitstellen.»
Die männlichen Regierungsmitglieder landen in der Rangliste abgeschlagen auf den Plätzen 4 bis 7, mit Didier Burkhalter gefolgt von Ueli Maurer, Moritz Leuenberger und Hans-Rudolf Merz. «Wir freuen uns darum sehr, wenn im Bundesrat endlich die Frauen eine Mehrheit haben», sagt Gewerkschafter Jakob.
Ein erstes Ziel ist erreicht
Allgemein lässt sich festhalten: In leitenden Positionen sind Frauen in der Bundesverwaltung derzeit mit 22,4 Prozent zwar noch markant untervertreten. Über sämtliche Lohnklassen verteilt, ist das Ziel des Bundesrats, bis 2011 eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent zu erreichen, jedoch bereits erfüllt. Die Quote erhöhte sich in den vergangenen fünf Jahren langsam, aber stetig von 29,2 auf 31,3 Prozent. Im überwiegenden Teil der Departemente mit zivilem Personal beträgt der Frauenanteil mittlerweile rund die Hälfte.
Dennoch haben Frauen beim Bund noch immer das Nachsehen. Insgesamt bekommen sie 1,9 Prozent weniger gute Beurteilungen von ihren Vorgesetzten als Männer. Nur 12,1 Prozent der Frauen erhalten in ihren Zeugnissen das Prädikat «sehr gut», während es bei den Männern 14 Prozent sind. Das bringt mitunter auch finanzielle Nachteile mit sich: Frauen erhalten nämlich weniger häufig und kleinere Erfolgsprämien als ihre männlichen Kollegen. Konkret bekommen sie im Durchschnitt 492 Franken ausbezahlt, Männer dagegen 750 Franken. «Frauen erhalten also ganze 34,4 Prozent weniger Prämiengelder», hat der VPOD errechnet.
Besonders hart trifft diese Ungleichbehandlung die weibliche Belegschaft im Uvek. Nirgendwo werden Frauen ungleich schlechter beurteilt als im Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation von Moritz Leuenberger. Die Prämien, die sie Ende Jahr auf dem Konto finden, sind 43,3 Prozent tiefer bemessen als jene der Männer. Christof Jakob erklärt sich diese markanten Unterschiede auch damit, dass Männer selbstbewusster und fordernder auftreten.
Schleppende Fortschritte
Es gäbe einfache und effektive Methoden, um Frauen im Berufsleben und somit die Chancengleichheit zu fördern. Die Schaffung von Teilzeitstellen gilt als solch ein Instrument. Doch der Bund fördert diese Arbeitsform noch immer in bescheidenem Mass. Insgesamt hat die Zahl dieser Jobs im vergangenen Jahr nur um 0,3 Prozent zugenommen – auf 22 Prozent. Nur ein einziges Departement weist in diesem Bereich eine Negativbilanz aus. Unter Hans-Rudolf Merz werden Teilzeitstellen abgebaut.
Bis zu 27'800 Franken
Die Bundesverwaltung kennt 38 Lohnklassen. Für jede Lohnklasse ist ein bestimmter Maximallohn festgelegt. Jede Funktion in der Bundesverwaltung wird einer Lohnklasse zugeordnet. Wie die Zuteilung zu erfolgen hat, wird in einem umfangreichen Regelwerk festgehalten.
Der Maximallohn der Lohnklasse 1 beträgt monatlich 4572 Franken und jener der Lohnklasse 38 satte 27'800 Franken. Der effektive Lohn eines Bundesangestellten kann wesentlich tiefer sein als das in der Lohnklasse festgelegte Maximum. Es kommt oft vor, dass ein Mitarbeiter weniger verdient als sein Arbeitskollege in der nächsttieferen Lohnklasse. Dies, weil jener in der tieferen Lohnklasse zum Beispiel mehr Berufserfahrung hat. (Berner Zeitung)
Erstellt: 27.07.2010, 15:17 Uhr
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3 Kommentare
"Nur 12,1 Prozent der Frauen erhalten in ihren Zeugnissen das Prädikat «sehr gut», während es bei den Männern 14 Prozent sind. " Das dürfte ja kaum ein statistisch signifikanter Unterschied sein. Aber natürlich nimmt man da sofort das Wort "Diskriminierung" in den Mund Antworten
Die Gewerkschaften machen ideologischen Klaumauk und verkaufen dies als "Rating". Die Bürgerlichen kriegen Haue, die "Gleichstellung" ist in der Bundesverwaltung skandalös, und alle Gutmenschen sind empört! Das ist nichts als hetzerische Stimmungsmache und billiger Wahlkampf. Die Rating-Kriterien sind ideologisch und archaisch, das Resultat stand im vornherein fest. Wer solls noch glauben...? Antworten
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