Schweiz

«Leuthard hats nicht im Griff»

Von Pascal Tischhauser. Aktualisiert am 09.11.2009 151 Kommentare

Die Schweiz hat vermutlich Kindersoldaten mit Maschinenpistolen ausgerüstet. Nationalräte sind über den Bundesrat empört.

Hier setzen Polizisten Kinder gegen Rebellen ein: Bundesstaat Chhattisgarh.

Hier setzen Polizisten Kinder gegen Rebellen ein: Bundesstaat Chhattisgarh.
Bild: Reuters

«Das alles ist verlogen vom Bundesrat»: Doris Leuthard in der Kritik.

«Das alles ist verlogen vom Bundesrat»: Doris Leuthard in der Kritik. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

Der Bundesrat hat ein Abkommen zum Kampf gegen Kindersoldaten gebrochen, das er 2002 ratifiziert hat. Am 25. März hat die Landesregierung Waffenexporte an indische Polizeikräfte abgenickt – darunter an solche im Bundesstaat Chhattisgarh. Hier setzten Polizisten Kinder gegen Rebellen ein, die ebenfalls Kinder an der Waffe ausbildeten, schrieb der «Sonntag». Im Frühling hatte sich Bundesrätin Doris Leuthards Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) damit gebrüstet, Kriegsmaterialexporte nach Ägypten, Pakistan und Saudiarabien abgelehnt zu haben. Die Zustimmung zu Waffenlieferungen an indische Sicherheitskräfte erschien im entsprechenden Communiqué als nebensächlich.

Doch Waffen an Pakistan

Vor einer Woche machte die «NZZ am Sonntag» publik, dass der Bundesrat am gleichen Tag stillschweigend auch Waffenexporte nach Ägypten und Pakistan billigte. «Das alles ist verlogen vom Bundesrat», so der grüne Nationalrat Jo Lang (ZG). Die Enthüllungen zeigten, dass der Regierung Profit im Inland wichtiger sei als Menschenleben im Ausland. «Das hat System», dass man bei den Exporten auch mache, was nicht erlaubt sei, betont SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner (BS). «Leuthard hat die Waffenexporte längst nicht mehr im Griff.» (NEWS)

Erstellt: 09.11.2009, 08:05 Uhr

151

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

151 Kommentare

Karin Zink

09.11.2009, 11:55 Uhr
Melden

Warum ärgern wir uns ständig über die Inkompetenz des BR? Anwälte und andere Inkompetentehaben in Ministerien nichts verloren. Es ist doch unser Fehler, wenn wir blutige Laien an Fachstellen setzen, die in der Privatwirtschaft definitiv nur von Fachleuten mit entsprechendem Leistungsnachweis besetzt werden. Ausserdem muss das Volk und nicht die Pöstchenjäger im Parlament die Regierung (BR) wählen! Antworten


Urs Gautschi

09.11.2009, 07:53 Uhr
Melden

Das man nun diese traurigen Umstände einmal mehr sehr emotional thematisiert hat primär damit zu tun, dass wir in absehbarer Zeit eine gewisse Abstimmung in der Schweiz haben. Ansonsten würde es wohl nur eine kleine Minderheit intressieren. Hier werden Opfer gleich nochmals bewusst ausgenützt - Ja, so ist eben die Politik. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.