Libysche Website knöpft sich Schweizer Facebook-Gruppe vor
Von David Vonplon. Aktualisiert am 02.10.2009
«Nehmt Libyen auseinander»: Die auf Facebook veröffentlichte Karte Libyens, aufgeteilt in 26 Kolonialgebiete.
«Zu Propaganda-Zwecken verwendet»: Diese Karikatur des Schweizer Zeichners Silvan Wegmann landet in retouchierter Form auf hannibal.ly.
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Auf der Internetseite Hannibal.ly werden laufend neue Hetztiraden gegen die Schweiz publiziert. Da versichern etwa junge Studenten, sie wären «bereit, mit ihrem Leben zu bezahlen», wenn Kapitän Hannibal oder Revolutionsführer Moammar Qadhafi Schaden zugefügt werde. Und neben Boykott-Aufrufen gegen Schweizer Produkte und zerfetzten Hakenkreuzen auf Schweizer Flaggen, findet sich seit wenigen Tagen auch eine retuschierte Karikatur, die Bundespräsident Merz als Hund zeigt, der ein Stöckchen apportiert. Die Zeichnung stammt vom Schweizer Silvan Wegmann, und wurde in der österreichischen Zeitung «Der Standard» publiziert.
Der «SonntagsBlick» vermutet, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die libysche Regierung hinter dem Internetauftritt steht. Denn auf dem Server, auf dem Hannibal.ly gespeichert wird, liegt auch die Seite des libyschen Finanz- und Justizministeriums.
Schweizer Facebook-User fordern Aufteilung Libyens
Aufsehenerregend ist indess vor allem ein Beitrag auf Hannibal.ly, der gestern Donnerstag publiziert wurde. Darin kritisiert ein Autor, wie Schweizer Bürger auf Facebook ( 31.91 -3.39%) gegen den Qadhafi-Clan Stimmung machen. Behauptet wird, dass die Meinungsäusserungen im Internet vom Staat gesteuert werden, so wie dies in Libyen oft geschieht. Die Autoren von Hannibal.ly vermuten dahinter eine Kampagne der Schweiz, die darauf ziele, Qadhafis Reputation zu untergraben.
Die Internetseite nimmt - wenn auch nicht ausdrücklich - wohl Bezug auf jene Facebook-Gruppen, welche die Aufteilung Libyens fordern. Das Staatsgebiet sei den 26 Schweizer Kantonen als Kolonialgebiete zuzuteilen, verlangt etwa die Libyen-Ade-Gruppe, die über 2500 Mitglieder zählt. Sie liefert damit eine – alles andere als ernst gemeinte – Antwort auf die Forderung des Revolutionsführers, die Schweiz müsse zerschlagen werden.
Steckt eine PR-Agentur hinter dem Weblog?
Der Beitrag auf Hannibal.ly beinhaltet einen Hinweis auf die Swisscom-Website Local.ch. Dort liessen sich die Namen und Kontaktdaten all jener finden, die gegen Libyen zu Felde ziehen würden. Für die Facebook-Mitglieder der «Libyen Ade»-Gruppe ist die öffentliche Stimmungsmache auf Hannibal.ly mehr als unangenehm.
Die Inhalte der Seite zeigen jedoch vor allem eines: Wie genau auf libyscher Seite die Debatte um die Affäre in der Schweiz verfolgt wird. «Berichte in den Schweizer Medien werden sofort registriert und verwendet», erklärt denn auch ein Insider aus Bundesbern. Auch dort hat man den Eindruck, dass Libyen eine professionelle PR-Agentur engagiert hat, welche die Schweizer Medienlandschaft rund um die Uhr nach verwertbaren Informationen durchforstet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.10.2009, 16:56 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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