Libyscher Student fühlt sich von Genf schikaniert
Aktualisiert am 29.09.2009 16 Kommentare
Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen sind bereits sehr angespannt. Da kommt nun eine Episode hinzu, die nicht zur Entspannung zwischen den beiden Ländern beitragen dürfte, obwohl keine prominente Person in den Fall verwickelt ist. Es geht um einen libyschen Staatsangehörigen, der in Genf studiert. Und er fühlt sich von den Behörden nicht korrekt behandelt, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» in der heutigen Ausgabe berichtet.
Der Student klagt, dass er für die Zeit des Ramadans, die vom 22. August bis 19. September dauerte, nicht in seine Heimat reisen durfte. Genauer: Er hat von den Genfer respektive Schweizer Behörden kein Visa für die Rückreise bekommen, schreibt «Le Matin». Hat sich in diesem Fall ein Beamter allzu formalistisch verhalten? Oder steckt hinter der Visa-Verweigerung eine Direktive aus Bern?
Sein Visa-Antrag wurde nicht behandelt
Wie der libysche Student der Zeitung «Le Matin» erzählte, handelte es sich bei seinem Visa-Gesuch um eine simple Formalität, «die bei allen anderen Studenten, die ich kenne, ohne Probleme erledigt wurde». Als er Mitte August bei der zuständigen Kantonsbehörde erschienen sei, habe ihm eine Angestellte klar zu verstehen gegeben, dass sein Antrag nicht behandelt werde. «Sie hat mich gefragt, ob ich die Situation kenne, mit den politischen Problemen und den Schweizer Geiseln in Libyen», berichtet der Student, «sie hat mir gesagt, dass es nicht möglich sein werde, mir das gewünschte Dokument auszustellen.»
Der Libyer fühlte sich schlecht behandelt. Und er verzichtete auf die Reise in seine Heimat, weil er befürchtete, nicht mehr in die Schweiz zurückkehren zu können. Dabei wollte er den Ramadan unbedingt mit seinen Familienangehörigen in Libyen verbringen. «Ich hätte das Visum gebraucht, weil ich die Schweizer Aufenthaltsbewilligung B für Studenten noch nicht habe, obwohl ich diese schon vor Monaten beantragt habe.»
Neue Visa-Bestimmungen für Libyer
Gemäss «Le Matin» wollten die Kantonsbehörden den Fall des libyschen Studenten nicht kommentieren. Diese liessen ausrichten, es komme immer wieder vor, dass Gesuchsteller von Visa empört seien, wenn sie das gewünschte Dokument nicht sofort bekämen. Beim Migrationsamt in Bern räumte man ein, «dass es tatsächlich einige Änderungen bei den Visa-Bestimmungen für bestimmte Kategorien von libyschen Staatsangehörigen gibt». Zu den Klagen des libyschen Studenten in Genf gab das Migrationsamt keine Stellungnahme ab. (vin)
Erstellt: 29.09.2009, 10:43 Uhr
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16 Kommentare
Dies ist kein Geheimnis. Offenbar wurde die Botschaft in Lybien angewiesen Visa Anfragen entweder abzulehnen oder auf Eis zu legen, bis dieser Streit beigelegt ist. Bin mir nicht sicher, ob dies wirken wird. Lybien ist keine Demokratie und die Lybier haben wenig Möglichkeiten auf ihre Regierung Einfluss zu nehmen. Meiner Auffassung nach ist eine Bestreikung der Tamoil sinnvoller. Antworten
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