Schweiz

Linke fühlt sich vom Übervater provoziert

Aktualisiert am 24.11.2009

Die Partei der Arbeit Schweiz sieht es nicht gern, dass ihr einstiges Zugpferd Nationalrat Josef Zisyadis die neue Linkspartei unterstützt. Der Angesprochene gibt zurück.

Spaltet die Linke: Josef Zisyadis.

Spaltet die Linke: Josef Zisyadis.
Bild: Keystone

Die angekündigte Gründung einer neuen nationalen Linkspartei provoziert die PdAS. An einer Medienkonferenz vom Dienstag in Bern, an der sie ihre Kampagne «Sozialstaat retten und mehr» vorstellte, nahm Parteisekretär Leonardo Schmid dazu Stellung.

Man werde sich zwar einem Dialog «nicht a priori verschliessen», aber auch keine Werbung für die Neupartei machen, sagte Schmid. Wichtiger sei der Wiederaufbau der eigenen Partei. Härtere Worte fand Schmid für Josef Zisyadis, der die Partei der Arbeit im Nationalrat vertritt - und der die Gründung der neuen Linkspartei öffentlich begrüsst hatte.

«Er propagiert Basisdemokratie»

«Zisyadis hat seit zwei Jahren kaum Kontakt zur Parteileitung und weigert sich, mit der Partei über den Wiederaufbau zu sprechen», sagte Schmid. Parteileitungsmitglied Cyrille Baumann wirft dem 53- jährigen Waadtländer zudem eigenmächtiges Handeln vor: «Er propagiert Basisdemokratie, hält sich aber selbst nicht dran.»

Entgegen Zisyadis' Aussagen sei die neue Partei nicht grundsätzlich im Interesse der PdAS, argumentierten die beiden: Am Parteitag vom November 2008 hätten die Mitglieder mit einer Zweidrittelsmehrheit einen Antrag der Waadtländer Sektion abgelehnt, der die Schaffung einer neuen Linkspartei zum Ziel hatte.

Zisyadis trat vor eineinhalb Jahren aus

Josef Zisyadis nimmt die Kritik gelassen. «Ich bin vor eineinhalb Jahren aus der nationalen Partei ausgetreten», sagte er am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Publik gemacht habe er das bisher nicht - er sei nach wie vor Mitglied seiner kantonalen Sektion und sitze als deren Vertreter im Nationalrat.

Ausgetreten sei er damals, weil die nationale Partei die Initiative «A gauche toute» nach den letzten Wahlen auf «undemokratische Art und Weise» zerschlagen habe. Im linken Bündnis «A gauche toute» waren verschiedene linke Gruppierungen vereint zu den Wahlen 2003 und 2007 angetreten.

Nun nehmen radikale linke Kräfte einen neuen Anlauf, um die zersplitterte Linke zu bündeln: Am vergangenen Samstag haben in Schaffhausen rund 200 Personen den Grundsatzbeschluss zur Neugründung einer nationalen Linkspartei gefasst. Sie wird «La Gauche - Linke Alternative - La Sinistra» heissen. (cpm/sda)

Erstellt: 24.11.2009, 17:41 Uhr

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