Schweiz

Bürgerliche Polizistin fordert Messerverbot

Aktualisiert am 16.01.2011 82 Kommentare

SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler will die Gesetzgebung zu den Messer verschärfen. Spontanen Beistand findet die Polizistin von einer prominenten linken Politikerin.

«Sehr viele Jugendliche tragen im Ausgang Messer mit sich herum»: Andrea Geissbühler.

«Sehr viele Jugendliche tragen im Ausgang Messer mit sich herum»: Andrea Geissbühler.
Bild: Keystone

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Bis heute sind nur mit einer Hand bedienbare Stellmesser und sogenannte Butterfly-Messer verboten. Armeewaffen, über deren Verwahrung im Zeughaus am 13. Februar an der Urne abgestimmt wird, seien für Polizisten kein Problem – im Gegensatz zum Messer, sagt SVP-Nationalrätin und Polizistin Andrea Geissbühler in der Zeitung «Sonntag».

«Man müsse sich im Ausgang verteidigen können», haben ihr Jugendliche schon des öfteren gesagt, die ihr auf Patrouillen begegnen. Geissbühlers Fazit ist deshalb klar: «Wir sollten die Gesetzgebung zu den Messern weiter verschärfen. Ausserhalb des Hauses dürften Menschen keine Messer auf sich zu tragen. Mit Ausnahme von Sackmessern.» Sie suche derzeit Zahlen zusammen, um einen umsetzbaren Vorstoss zu machen.

«Messer haben auf der Strasse nichts zu suchen»

Die SVP-Politikerin erhält spontan Unterstützung von ihrer Kontrahentin bei der Waffenschutzinitiative, von SP-Nationalrätin Chantal Galladé: «Falls Sie das Gesetz verschärfen wollen: Ich bin sofort dabei», sagt sie im «Sonntag». Messer hätten auf der Strasse nichts zu suchen.

Polizistin Geissbühler begründet das Messer-Verbot mit Beobachtungen aus ihrem Berufsalltag: «Ich kenne die Situation in der Stadt Bern: In der Neuengasse und in der Aarbergergasse müssen wir am Freitag- und am Samstagabend die ganze Nacht hindurch einen Patroullienwagen stationieren, sonst haben wir dort Schlägereien und Messerstechereien.»

«Ein kleiner Schubser wird schon als Angriff empfunden»

In der Regel seien es Ausländer. «Die sind sehr dünnhäutig. Ein kleiner Schubser wird als Angriff empfunden», sagt Geissbühler gegenüber dem «Sonntag». Die Kriminalstatistik des Bundesamtes für Polizei zeigt: Rund 5 Prozent der Körperverletzungen erfolgen durch «Hieb- und Stichwaffen». Messer spielen bei 13 Prozent der Raubüberfälle und rund 40 Prozent der vorsätzlichen Tötungsdelikten eine Rolle.

(mrs/pbe)

Erstellt: 16.01.2011, 00:00 Uhr

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82 Kommentare

Kaspar Tanner

16.01.2011, 10:52 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ehrlich gesagt habe ich im Ausgang meist ein Messer mit überlanger Klinge oder einen Schlagring dabei. Nicht wegen der Raubüberfälle - den Geldverlust könnte ich verschmerzen - aber wegen der meist damit gekoppelten, schweren Misshandlungen. Ich habe keine Lust, als Behinderter zu enden, weil ich arglos und blöde durch die Gassen ziehe. Legal oder illegal - scheissegal! Antworten


Johann Paulus

17.01.2011, 12:54 Uhr
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Die Waffeninitiative richtet sich ausgerechnet gegen jene Schweizerinnen und Schweizer, die kein Sicherheitsrisiko darstellen. Die meisten Straftaten gegen Leib und Leben werden mit Messern begangen. Schusswaffen werden kaum verwendet. Antworten



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