Mangelnde Bildung und frühe Familiengründung erhöhen Sozialhilfe-Risiko
Junge Erwachsene ohne berufliche Ausbildung haben ein erhöhtes Risiko, von Sozialhilfe abhängig zu werden. Auch frühe Familiengründung verstärkt das Sozialhilfe-Risiko. Allerdings gibt es grosse regionale Unterschiede. Dies geht aus einer Analyse der Problemlage junger Erwachsener in der Sozialhilfe hervor, die das Bundesamt für Statistik am Freitag veröffentlichte. Die Untersuchung bezieht sich auf Sozialhilfebezüger im Alter von 18 bis 25 Jahren.
Ohne nachobligatorische Bildung
Danach verfügt gut die Hälfte der jungen Erwachsenen, die Sozialhilfeleistungen beziehen, über keine nachobligatorische Bildung, also keine berufliche Ausbildung. Knapp ein Sechstel der unterstützten jungen Erwachsenen hat bereits Kinder, für die sie sorgen müssen. Das Sozialhilferisiko junger Erwachsener variiert zwischen den Kantonen. Entscheidend sind die Arbeitsmarktstrukturen sowie das kantonale Bildungsniveau.
Auch das soziale Umfeld hat einen direkten Einfluss auf die Höhe der Sozialhilfequote junger Erwachsener. Wo sich soziale Probleme (tiefes Bildungsniveau, hohe Arbeitslosigkeit) häufen, ist der Anteil junger Erwachsener in der Sozialhilfe hoch.
Jüngere haben es leichter als Ältere
Junge Erwachsene können sich aber leichter von der Sozialhilfe- Abhängigkeit lösen als ältere Personen. Fast die Hälfte aller neuen Fälle des Jahres 2004 hat sich innerhalb eines Jahres abgelöst. Vor allem Junge in Ausbildung schaffen den Ausstieg aus der Sozialhilfe relativ rasch.
Ungefähr ein Drittel der jungen Erwachsenen in der Sozialhilfe, die ihren Wohnsitz auf dem Land oder in der Agglomeration aufgegeben hatten, zogen in eine Stadt. Eine generelle Abwanderung junger Sozialhilfeempfänger vom Land in die Stadt lässt sich aber nicht nachweisen. (vin/sda)
Erstellt: 05.06.2009, 11:49 Uhr
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