Massive Sicherheitspräsenz am WEF

Die Armee rechnet dieses Jahr mit rund 3000 Soldaten, die das WEF absichern sollen. Zusätzlich stehen fast 1000 Polizisten im Einsatz.

Angesichts der Terroranschläge in Paris wird das Sicherheitsdispositiv für das Davoser Wirtschaftsforum nochmals verstärkt.

Angesichts der Terroranschläge in Paris wird das Sicherheitsdispositiv für das Davoser Wirtschaftsforum nochmals verstärkt. Bild: Keystone

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Vom 20. bis zum 23. Januar findet in Davos das Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF) statt. Dieses Jahr stellt sich angesichts der Terroranschläge in Paris von Mitte November besonders die Frage nach den Auswirkungen auf das ­Sicherheitsdispositiv. Der Bündner Polizeikommandant Walter Schlegel, der für die Sicherheit am WEF verantwortlich ist, kündigte Anfang Dezember «eine ­erhöhte Kontrollintensität sowie stärkere Fahrzeugkontrollen» an. Auf die Frage der «Südostschweiz», ob man dieses Jahr mehr Armeeangehörige fordern werde, sagte er: «Die Obergrenze von 5000 Mann wird sicher nicht erreicht.»

Gemäss Recherchen des TA wird sich aber an der Zahl der im Einsatz stehenden Armeeangehörigen praktisch nichts ändern. Letztes Jahr waren ursprünglich 4488 Männer und Frauen für einen subsidiären Sicherungseinsatz im Assistenzdienst vorgesehen. Tatsächlich wurden aber nur zwischen 3000 und 3200 benötigt, der Rest war Reserve. Dabei führte die Luftwaffe nebst dem Luftpolizeidienst auch Lufttransporte durch. Die Bodentruppen erbrachten Leistungen bei der Sicherheitsinfrastruktur, im Personenschutz, für die Zutrittskontrollen und in der Logistik.

88 Polizisten aus Zürich

Aufhorchen lässt eine andere Zahl: Abgesehen von der Armee kommen dieses Jahr fast 1000 Polizeibeamte aus der ganzen Schweiz zum Einsatz. «Die Arbeitsgruppe Gesamtschweizerische interkantonale Polizeizusammenarbeit (GIP) hat im Sinne einer Richtgrösse 911 polizei­liche Einsatzkräfte, davon – wie im Vorjahr – 88 der Kantonspolizei Zürich, bewilligt», heisst es im Protokoll des Zürcher Regierungsrats vom 16. Dezember 2015. Vermutlich handelt es sich dabei um eine Kommunikationspanne, weil die Kantone über die Zahl der eingesetzten Polizisten bisher keine Angaben gemacht hatten. Zudem heisst es im Protokoll: Weil sich beim Personenschutz je nach Anzahl politisch exponierter Gäste nach Bekanntwerden der Gästeliste ein Zusatzbedarf ergeben könne, «hat die GIP auf Antrag der Bündner Einsatzleitung bei veränderter Lage zusätzlich eine Reserve von 72 Polizistinnen und Polizisten aus der ganzen Schweiz» vorgesehen. Für die Polizeikosten kommt Graubünden auf. Wobei die Tagespauschale von 600 Franken für teure Kantone wie Zürich «knapp kostendeckend ist», wie Roger Schneeberger, General­sekretär der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, sagt.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 06.01.2016, 22:18 Uhr)

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