Maurer murrt

Einer Abrechnung gleich, liest der VBS-Chef den Medien die Leviten. Nicht ohne Verbesserungsvorschläge zu machen.

Medien benehmen sich wie Kurtisanen: Ueli Maurer.

Medien benehmen sich wie Kurtisanen: Ueli Maurer. (Bild: Keystone)

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«Viele Medien nehmen ihren Informationsauftrag nicht ernst», sagte Maurer anlässlich der Jahrestagung des Verbandes Schweizer Presse am Donnerstag in Interlaken. «Pfusch ist an der Tagesordnung.» Schnellschüsse und Kurzschlüsse füllten die Zeitungen und elektronischen Medien. Aus Nichts würden Schlagzeilen gedrechselt.

Darüber hinaus unterdrückten Medien auch Informationen. Damit unterliefen sie die demokratische Meinungsbildung.

Vorwurf der Manipulation

Gravierend sei, dass sich die Mängel mit Manipulation vermischten. Bei der Berichterstattung würden Wertungen dazwischengestreut - unterschwellig, verdeckt und versteckt. Die Medien neigten dazu, politischen Kommentar, Unterhaltung, Satire und Information zu verschmelzen. Damit werde die Grenze zur Unredlichkeit überschritten.

Bei anderen Produkten würde ein solcher Mix nicht goutiert. Ein Winzer würde der Panscherei bezichtigt. Er müsste sein Produkt vom Markt nehmen und würde bestraft.

Medien als Kurtisanen

Statt mit der Wahrheit der Heuchelei entgegenzutreten, benähmen sich die Medien wie Kurtisanen. Sie bewegten sich im Umfeld der Macht - mal diesem zugetan, mal jenem zugetan, stets dem Kaiser zu gefallen. Die Medien gäben vor, die Kostüme der Professionalität, der Objektivität und der Neutralität zu tragen. «In Wahrheit gehen sie ebenso nackt wie der Kaiser.»

Um diesen Übeln zu begegnen, plädiert Maurer für inhaltliche Vielfalt. Das sei etwas anderes als bloss Titelvielfalt. In dieser Vielfalt seien auch parteiische Medien kein Nachteil, sondern ein Zugewinn an Klarheit. Sie stimulierten den Ideenwettbewerb. Und schliesslich bringe hartnäckige, aufsässige Kontrolle des Staates den Bürgerinnen und Bürgern mehr als Kurtisanengeflüster.

So ginge es besser

«Wir müssen uns überlegen, wie wir die Qualität der Medien verbessern und den Wettbewerb stärken können», sagte Maurer. Es bräuchte so etwas wie ein Anti-Trust-Gesetz gegen Informationsmonopolisten und mediale Meinungskartelle. Auch sei darüber nachzudenken, ob die Wettbewerbskommission nicht beauftragt werden sollte, nebst dem freien Markt den freien Ideenmarkt zu schützen. (cpm/sda)

Erstellt: 17.09.2009, 15:48 Uhr

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