Maurer überrascht seine Offiziere mit Reise ins Unbekannte
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Gegen tausend VBS-Kaderleute und etwa 30 Medienvertreter folgten dem Aufruf zum VBS-Kadertag 2010, ohne zu wissen, wohin die Reise mit den 15 bereitstehenden doppelstöckigen Cars führen würde.
Auch als die Cars nach kurzer Fahrt stoppten, lag das Endziel noch buchstäblich im Dunkeln. Erst nach einem knapp 20-minütigen Fussmarsch auf einem vereisten Waldweg war das Ziel erreicht: die von zahlreichen Finnenkerzen umsäumte Lichtung «Wangersmatt Forst» zwischen Neuenegg und Rosshäusern.
Keine Schikane
Die frühe Stunde und das zunächst unbekannte Ziel seien keine Schikane, sondern Ausdruck des Vertrauens, das er in seine 12'000 Mitarbeiter habe, sagte Maurer in der aufgehenden Sonne zur Begrüssung. Seine Idee möge «hirnrissig und verrückt» erscheinen, aber so etwas sei nur mit aussergewöhnlichen Leuten möglich, und seine Mitarbeiter seien aussergewöhnlich.
Es gehe darum, Grenzen zu sprengen; das sei in diesen Zeiten sowohl für das VBS als auch für das Land nötig. Es sei vorbei mit den Zeiten «wie gehabt». Mut sei gefragt, Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Ideen aufzubringen. «Geht nicht gibts nicht.»
Schlacht gegen die Habsburger
Zum Motto «Teamwork» wies Maurer auf den historisch bedeutsamen Boden hin, auf den er den VBS-Kaderrapport verlegte. Auf der Wangersmatt hätten sich im Jahre 1339 die Mannen vor der Schlacht bei Laupen gegen die Habsburger versammelt. 1798 war die Wangersmatt Sammelplatz für die Schlacht von Neuenegg gegen die Franzosen.
Die Lehren, die aus den beiden Schlachten zu ziehen seien: Möge der Einzelne noch so heroisch sein - dies reiche nicht aus, um einen Krieg zu gewinnen. Es brauche ein Miteinander, Teamwork eben. Nach dem «Modell Laupen» gelte es, das Vertrauen der Untergebenen zu erarbeiten. Erfolg sei nur im Team möglich.
Katastrophale Finanzlage
In einem Rückblick auf das Jahr 2009 betonte Maurer, dass das VBS wieder die «Themenführerschaft» übernommen habe, so etwa in Bezug auf die «katastrophalen finanziellen Verhältnisse der Armee». Zudem habe das VBS wieder zu einem konstruktiven Umgang mit Kritik zurückgefunden. Er brauche Kritik, sagte Maurer. Kritik helfe mit, besser zu werden.
Zu den weiteren Erfolgen zählte Maurer die Zusammenführung der zivilen Nachrichtendienste in ein Bundesamt und den weitgehenden Abschluss der Armasuisse-Reform.
In seinem Ausblick sagte Maurer, sein Wunsch nach der «besten Armee der Welt» möge hochtrabend erscheinen, aber es gebe «keine andere Wahl». Die Finanzen seien aber der eigentliche Rote Faden.
Sicherheit verständlich machen
Die Sicherheit koste in Zukunft mehr. Der Bevölkerung müsse die Bedeutung von Sicherheit verständlich gemacht werden, auch wenn dies schwierig sei in Zeiten des Friedens. «Sicherheit muss nachvollziehbar und sympathisch sein.» Der Sicherheitspolitische Bericht werde im März in die Vernehmlassung gehen.
Eine weitere Herausforderung stellt laut Maurer das EDV-System dar. In drei bis vier Jahren müsse alles in Ordnung sein, sagte er zum Abschluss seiner Rede.
Bleibt zu hoffen, dass die Zukunft des VBS weniger schwarz ist als die Rösti, die den Gästen anschliessend serviert wurde. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 18.01.2010, 15:03 Uhr




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