Der Kremlchef würdigt die Schweiz
Aktualisiert am 21.09.2009 13 Kommentare
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Menschenrechtler demonstrieren
Sieben in schwarz gekleidete Menschenrechtler der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) haben unmittelbar vor dem Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Bern gegen ungeahndete Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien protestiert.
Auf Plakaten forderten sie Medwedew auf: «Stoppen Sie das Morden und die Straflosigkeit in Tschetschenien - jetzt!» Die Menschenrechtler erinnerten auf dem Bahnhofplatz der ermordeten Menschenrechtsaktivistinnen Sarema Sadulajewa und Natalia Estemirowa sowie der Journalistin Anna Politkowskaja.
Kurz nach 11.00 Uhr hatte sich die bewilligte Demonstration bereits wieder aufgelöst, wie die Kantonspolizei Bern auf Anfrage bestätigte. Medwedew, der um 11.35 Uhr auf dem Flughafen Zürich gelandet war, wird am Nachmittag in Bern erwartet.
Auf dem Bahnhof Kehrsatz - in unmittelbarer Nähe des Landsitzes - wurde Medwedew vom Berner Regierungspräsident Hans-Jürg Käser und einer Schulklasse begrüsst. Zuvor war das Präsidentenehepaar zusammen mit Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und dessen Frau in einem Sonderzug vom Zürcher Flughafen nach Bern gefahren. In einer kurzen Ansprache würdigte Medwedew die Schweiz insbesondere als Vermittlerin in internationalen Konflikten. Russland schätze es ausserordentlich, dass die Schweizer die Idee Russlands zur Ausarbeitung eines rechtsverbindlichen europäischen Sicherheitsvertrags positiv bewertet hätten, sagte der Kremlchef.
Ziel des Staatsbesuchs sei es, dass zwischen den beiden Staaten entstandene gegenseitige Verständnis zu stärken und die bilaterale Zusammenarbeit in allen Bereichen nach vorne zu bringen, sagte Medwedew. Bundespräsident Merz strich die Bedeutung des vor zwei Jahren unterzeichneten Memorandums of Understanding hervor und wies darauf hin, dass während des Staatsbesuchs vier neue Abkommen unterzeichnet würden. Dabei handelt es sich um Verträge in den Bereichen Visa, Rückübernahme, Katastrophenhilfe und Sport. Zudem sagte Merz, es sei eine Ehre für die Schweiz, dass Russland der Schweiz das Schutzmandat für Georgien übertragen habe.
Über Bassersdorf nach Bern
Gemeinsam mit seiner Frau Swetlana ist der russische Präsident Dmitri Medwedew um 11.30 Uhr auf dem Flughafen Zürich gelandet. Von dort ging es über Bassersdorf mit dem Zug nach Bern. Auf dem Rollfeld wurden die beiden von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey empfangen. Ebenfalls anwesend waren die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli und Bundeskanzlerin Corina Casanova. Ein Trachtenmädchen überreichte der Präsidentengattin einen Blumenstrauss. Auf dem roten Teppich schritt der Kremlchef gemeinsam mit Bundespräsident Merz eine Ehrenformation der Schweizer Armee ab. Nach dem Abspielen der Nationalhymnen bestieg das Ehepaar Medwedew eine Limousine und fuhr in Richtung Bahnhof Bassersdorf, von wo aus die russische Delegation in einem Extrazug nach Bern befördert wurde.
Auf den Spuren Suworows
Morgen wird Medwedew in der Innerschweiz erwartet. Dort stattet er unter anderem dem Suworow-Denkmal einen Besuch ab. Dieses erinnert an den russischen General Alexander Suworow und dessen Truppen, die 1799 im Zweiten Koalitionskrieg die französischen Truppen aus Oberitalien vertrieben und darauf den Gotthard überquert hatten. Die Sicherheitsvorkehrungen für die Staatsvisite sind umfassend. In Bern wird die Umgebung des Bundesplatzes am Montag grossräumig abgesperrt, Personen und Fahrzeuge werden kontrolliert. Wohl auch aus Sicherheitsgründen ist auch das genaue Programm, das Medwedew absolviert, nicht öffentlich. Während Medwedews Reise in die Innerschweiz werden rund 200 Soldaten die Reihen der Polizisten aus den Kantonen Uri und Schwyz verstärken. Auch sollen ein Hafen am Vierwaldstättersee evakuiert und mehrere Strassen gesperrt werden. Der russische Präsident und seine Ehefrau werden am Dienstagabend die Schweiz wieder verlassen. (bru/sda)
Erstellt: 21.09.2009, 16:55 Uhr
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13 Kommentare
Gigi: Was für eine EHRE für unser Land, wenn menschenrechtsverletzende Politiker uns einen Besuch abstatten. Die "Kleinen Problemchen" betreffend Menschrechts-Verletzungen, so Medwedew selber, zeigt wie gesprächsbereit die Russen sind, wenn es um dieses Thema geht. Und dann noch mehr Medienpräsenz? Antworten
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