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Militärflugplätze lärmen zehn Jahre weiter

Obwohl der Lärmschutz wichtig ist, werden die Militärflugplätze werden vorerst nicht saniert. Weil niemand weiss, wie es mit der Armee weitergeht.

Vorerst bleibt alles beim Alten: Eine FA-18 auf dem Militärflugplatz Payerne.

Vorerst bleibt alles beim Alten: Eine FA-18 auf dem Militärflugplatz Payerne.
Bild: Keystone

Beim Lärmschutz wird die Armee künftig vermehrt in die Pflicht genommen. Was die Militärflugplätze betrifft, wird jedoch die Frist für die Lärmsanierung und die Installation von Schallschutzfenstern verlängert - weil unklar ist, wie sich die Armee weiterentwickelt.

Eigentlich hätten die Sanierungsarbeiten bei den Militärflugplätzen bis im Sommer abgeschlossen werden sollen. Nun wird die Frist jedoch um 10 Jahre verlängert, wie einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Umweltdepartements (Uvek) zur Lärmschutz-Verordnung zu entnehmen ist.

«Aufgrund der gegenwärtig unklaren Entwicklung der Armee sowie des ausstehenden Entscheids zur Beschaffung eines Teilersatzes für das Kampfflugzeug Tiger ist es notwendig, die Frist zur Sanierung der Militärflugplätze um 10 Jahre auf 31. Juli 2020 zu verlängern», heisst es im Bericht.

Um die Militärflugplätze zu sanieren, müsse der Lärmpegel bekannt sein, und dieser hänge vom Flugzeugtyp ab, erklärt Hans Bögli von der Abteilung Lärmbekämpfung des Uvek. Wo bereits feststehe, dass die Grenzwerte überschritten würden, seien die Arbeiten in Gang. Es handelt sich vor allem um die Installation von Schallschutzfenstern.

Neu auch Grenzwerte für Schiessplätze

Keine Grenzwerte, sondern nur provisorische Richtwerte gab es bisher für Waffen-, Schiess- und Übungsplätze. Neu sollen in der Lärmschutz-Verordnung Grenzwerte verankert werden, wie es das Gesetz vorsieht. Das UVEK hat den Entwurf für die Revision am Dienstag in die Anhörung geschickt; Betroffene können bis zum 30. April Stellung nehmen.

Neben den Grenzwerten enthält der Entwurf auch Methoden zur Messung und Berechnung des Lärms. Heute sind nach Schätzungen des UVEK 20'000 Personen von militärischem Lärm betroffen, der über den künftigen Grenzwerten liegt. Der Bund geht von Sanierungskosten in der Höhe von «einigen Dutzend Millionen Franken» aus.

Eine detaillierte Schätzung sei zurzeit nicht möglich, da das Verteidigungsdepartement (VBS) erst abklären müsse, welche Massnahmen erforderlich seien, schreibt das Uvek. Verglichen mit der Strassenlärmsanierung seien die Kosten jedoch gering. (tan/sda)

Erstellt: 16.02.2010, 16:33 Uhr

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