Minarett-Initiative: Es wird knapp

51 Prozent lehnen die Anti-Minarett-Initiative derzeit ab, nur 35 Prozent stimmen ihr zu. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des «Tages-Anzeigers».

Heftig umstritten: Das Minarett auf dem Dach des Türkischen Kulturvereins in Wangen.

Heftig umstritten: Das Minarett auf dem Dach des Türkischen Kulturvereins in Wangen. (Bild: Keystone)

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13,8 Prozent sind noch immer unentschlossen, wie sie am 29. November abstimmen. Bei den Parteiwählern der SVP sprechen sich 52,3 Prozent für die Initiative aus. Dieser Anteil, so Studienleiter Matthias Kappeler von Isopublic, werde nach der klaren Parolenfassung der Partei vom vergangenen Samstag jedoch noch massiv zunehmen. Kleinere Befürworter-Anteile wurden bei den Parteiwählern von CVP (36,5 Prozent), FDP (27,9 Prozent) und SP (21,7 Prozent) festgestellt.

Wenn CVP, FDP und SP in den nächsten Wochen ihre Aufgabe nicht wahrnehmen und ihre Anhänger nicht überzeugen können, werde das Abstimmungsergebnis sehr knapp ausfallen, sagte Kappeler auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Das Potenzial für ein knappes Resultat sei durchaus vorhanden, so Kappeler. Auf der einen Seite sei die Initiative sehr einfach formuliert und auf der anderen Seite sei eine latente Angst vorhanden, dass die Schweiz mit der Zunahme der hier lebenden Muslime bald kein christliches Land mehr sei.

Initiative bei Frauen beliebter

Die Befragten römisch-katholischer Religion lehnen die Initiative mit 52,6 zu 31 Prozent ab. Ein ähnliches Bild ergab sich bei den Reformierten, wo sich 51,7 Prozent der Befragen dagegen aussprachen und 35,1 Prozent dafür. Bei den Umfrageteilnehmern anderer Religionen oder ohne Glaubensrichtung ist der Anteil der Befürworter mit je über 40 Prozent höher. Je rund 50 Prozent sind dagegen.

Nach Geschlecht betrachtet sind die befragten Frauen mit 39,3 Prozent deutlicher dafür, als die Männer mit 31,5 Prozent. 57 Prozent der Männer und 44,3 Prozent der Frauen lehnen die Initiative ab. Befragt wurden vergangene Woche 1007 Personen in der Deutsch- und in der Westschweiz. (bru)

Erstellt: 07.10.2009, 21:37 Uhr

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6 KOMMENTARE

hanifi bachir

10.12.2009, 19:37 Uhr

Zur Minarettinitiative Ich bin sehr enttäscht von dem schweizerischen Volk wegen seiner Stelungnahme in dieser Volksinitiative. Obwohl es demokratisch gewählt hat, fehlte dem Volk selbstbewusst. Medien sind verantwortlich für das schlehte Image des Islams. Wir wollen nur unser Glauben zeigen und zwar mit einem Symbol( Minarett). Als Moslem habe ich keinen Hass gegen Schweizer oder andere Vöker.


Eliana Hohl

30.11.2009, 19:18 Uhr

Als katholische Nichtschweizerin schäme ich mich. Dieses Resultat hätte ich niemals von meiner geliebten Schweiz erwartet. Das Minarette nicht mehr gebaut werden dürfen stört mich überhaupt nicht. Doch, dass die Bevolkerung eine Campagne, dass in solcher Massen rasistisch und unwürdig geführt wurde annihmt, macht mich sehr traurig. Ich liebe das Image der offene, tolerante, fortschrittliche CH.


Karin Quenzer

25.11.2009, 15:50 Uhr

Es ist bekannt, dass in den Regionen von Ländern, in denen Minarette gebaut wurden, die "Einheimischen" im Laufe der Zeit die Gegend vollständig verlassen haben, wegen dem Lärm. Sie dienen dem Machtanspruch. Diese Religion hat das Ziel, das "Christliche Abendland" einzunehmen -mit Geburten nicht im Krieg. Wenn Minarette hier in CH, dann gleiches Recht für ALLE. Doch dürfen wir dort Kirchen bauen?


Hans-Rudolf Schmerz

23.11.2009, 15:39 Uhr

Es ist an der Zeit ein Zeichen zu setzten. Darum Ja zu der Initiative. Nur lieb und ein braver Schweizer sein, bringt überhaupt nichts. Falls die Initative abgelehnt wird, sollen die Gegner einfach nicht jammern und sich wundern, wenn der Islam mit seinen zum Teil patriarchischen und mittelalterlichen Suren einzug hält. Das Problem sind nicht wir, sondern die zum Teil starköpfigen Islamisten.


Rothenbühler Martlise

13.11.2009, 11:07 Uhr

Die Religionsfreiheit werde eingeschränkt. Diesem Argument widersprechen sogar Islamwissenschaftler. Minarette werden im Koran und den Hadithen nie erwähnt. Ursprünglich handelte es sich um Wachttürme in neu eroberten Gebieten. Minarette sind Symbole der Unterwerfung. Ebenso symbolisch ist ein Nein zu Minaretten: Der Islam als politisches Konzept hat hier nichts zu suchen!


Thomas Röthlisberger

08.10.2009, 07:45 Uhr

Ich sage nur die Schweizer bekommen das was Sie verdient haben. Ich bin froh nicht mehr in der Schweiz zu leben.



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