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Muslime öffneten Moscheen für alle

Aktualisiert am 07.11.2009

Wer das Gebetshaus der Muslime einmal von innen sehen wollte, kriegte heute Gelegenheit dazu. Nicht überall war das ein Erfolg.

Staunen in einer Moschee in Genf: Die andere Kultur kennenlernen lautete das Motto am Tag der offenen Moschee.

Staunen in einer Moschee in Genf: Die andere Kultur kennenlernen lautete das Motto am Tag der offenen Moschee.
Bild: Keystone

Zahlreiche Menschen haben die Gelegenheit genutzt, am Tag der offenen Moscheen am Samstag muslimische Gebetsräume von innen zu sehen und Fragen zu stellen. Der Verband Aargauer Muslime schätzt, dass rund 1000 Gäste in die neun offenen Moscheen im Kanton kamen.

Vor allem Praktisches hätten die Gäste wissen wollen, berichtete Hamit Duran, Sprecher des Verbandes Aargauer Muslime, auf Anfrage. Erstaunlicherweise hätten die 150 bis 200 Besucher in der Moschee von Wohlen aber kaum Politisches angesprochen, sagte Duran zur Volksinitiative für ein Verbot von Minaretten.

Lockere, gelöste Stimmung

Auch Gebete samt den Erklärungen zu diesem Ritual und dessen Ablauf konnten die Gäste mitverfolgen. «Die Menschen sollen mitbekommen, was wir in den Moscheen und Gebetsräumen machen», sagte Duran dazu.

Menschen jeden Alters, von der Familie mit Kleinkindern bis zum Rentner, nahmen einen Augenschein in der Moschee von Wohlen. Auch nach dem Kopftuch der Musliminnen und dem Gebetsruf hätten sich die Menschen erkundigt, sagte Duran. Die Stimmung bei Gästen und Gastgebern sei locker und gelöst gewesen.

Im Kanton Zürich, wo der Tag der offenen Moschee zum vierten Mal stattfand, öffneten 19 Moscheen ihre Türen. 2008 waren rund 250 Personen gekommen. Die Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich rechnete wegen der Abstimmung über die Anti-Minarett- Initiative am 29. November mit mehr Interessierten. Genaue Zahlen lagen am Samstag nicht vor.

Genfer überrascht vom Ansturm

In der Moschee von Genf wurden über 500 Gäste gezählt. «Wir sind überrascht vom Andrang», sagte ein Vertreter der Veranstalter vor Ort. Die Besucher wurden durch die Gebetsräume und die Bibliothek geführt.

Sie wurden aber auch zum Nachdenken zu aktuellen Themen eingeladen, nicht nur über die Anti-Minarett-Initiative. Eine Debatte mit Vertretern mehrerer Konfessionen über den Islam und den Konfessionsfrieden füllte den Saal. Mehr als 100 Personen nahmen daran teil.

«Es gab sehr schöne und interessante Begegnungen», zog der hörbar zufriedene Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS), gegenüber der SDA Bilanz des nationalen Tages der offenen Moscheen.

Grossen Andrang hätten vor allem Moscheen verzeichnet, die sich in Städten befinden. Etwas weniger Interessierte kamen in die Moscheen in der Peripherie.

Ganze Schulklassen

Maizar sprach von vielen Besuchern im Jugend- und im mittleren Alter. Aufgefallen sei ihm auch der hohe Frauenanteil, berichtete er. Besucherinnen hätten vor allem nach dem Kopftuch gefragt und wissen wollen, weshalb Männer und Frauen in Moscheen getrennt beten.

Selbst ganze Schulklassen seien gekommen, erzählte Maizar weiter. «Die Schüler haben couragiert Fragen gestellt und zwar nicht nur zur Minarettverbots-Initiative.»

Für Maizar war der Tag der offenen Moschee wertvoll - und zwar für beide Seiten. Viele Besucher hätten ihm gesagt, sie hätten etwas versäumt, wären sie nicht gekommen. Andererseits seien sich auch die Muslime stärker bewusst geworden, wie wichtig aktive Information über den Islam sei.

Der Tag der offenen Moschee fand in den Kantonen Aargau, beiden Appenzell, Basel, Bern, Freiburg, Graubünden, Luzern, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Waadt, Zürich und in Liechtenstein statt. (cpm/sda)

Erstellt: 07.11.2009, 19:50 Uhr

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