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Mutig, aber riskant

Von Daniel Friedli. Aktualisiert am 02.08.2010 4 Kommentare

Daniel Friedli.

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Es klingt nach einem kühnen Vorhaben, das die Drogenexperten des Bundes da planen. Keine drei Jahre nachdem das Volk nur schon die Entkriminalisierung von Cannabis wuchtig verworfen hat, gehen sie noch einen Schritt weiter und propagieren in einem neuen Leitbild legale Märkte für alle Drogen. Das magje nach Blickwinkel mutig bis realitätsfremd erscheinen, gleichwohl ist es sachlich richtig.

Die Schweizer Drogenpolitik krankt seit je an einem inneren Widerspruch. Gegen harte Drogen wird mit dem Strafrecht hart vorgegangen, bei weichen Suchtmitteln hält man sich mit Repression zurück. Dabei fällt die tatsächliche Schadensbilanz gerade umgekehrt aus: Unter dem Missbrauch von Alkohol, Tabak oder Medikamenten leiden deutlich mehr Menschen als unter jenem von harten Drogen. Auch der soziale und wirtschaftliche Schaden für die Gesellschaft ist weitaus grösser. Trotzdem käme es niemandem in den Sinn, auch Alkoholikern mit Gefängnis zu drohen.

Allein dies zeigt, dass die Schweizer Suchtpolitik zu sehr ideologisch geprägt ist. Im Zentrum sollten die Süchtigen stehen, nicht die Suchtmittel. Und diesen wäre mit einem kontrollierten, legalen Markt besser geholfen. Die Entkriminalisierung würde es einfacher machen, das Angebot zu kontrollieren, Süchtige zu erkennen und zu therapieren und den Schaden zu mindern.

Politisch dürfte dies indes auf absehbare Zeit ein frommer Wunsch bleiben. Zum einen, weil es einfacher und populärer ist, mit Verboten Härte und Sicherheit vorzugaukeln. Zum anderen, weil auch die heutige Politik trotz aller Inkohärenz nicht schlecht funktioniert. Reformen erscheinen nicht dringlich, das Gute wird zum Feind des Besseren.

Dies wissen auch die Autoren des neuen Leitbilds. Sie müssen sich darum die Frage gefallen lassen, ob eine solche Legalisierungsdebatte jetzt wirklich nötig ist – oder ob sie damit nicht viel eher die kleinen Fortschritte gefährden, die zumindest beim Hanfkonsum mit dem Übergang zu einem Bussensystem derzeit vorbereitet werden. Denn leider ist in der aktuellen politischen Konstellation die Gefahr gross, dass letztlich das Bessere zum Feind des Guten wird.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.08.2010, 23:35 Uhr

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4 Kommentare

Hans Heeb

02.08.2010, 13:52 Uhr
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Wenn die legalen Suchmittel heute die weitaus grösseren Schäden verursachen, wäre es dann nicht konsquent diese auch zu verbieten? Offensichtlich nützen die Verbote ja etwas, sonst würden die heute illegalen Drogen zu ebenso hohe Schäden/Kosten führen. Antworten


Edwin Hitz

02.08.2010, 08:03 Uhr
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Sehr geehrte Nationalräte. Sehen sie endlich ein das man die Hanffrage nicht aussitzen kann. Nichtkontrollierung eines Wirkstoffes zeugt von ihrer politischen Kurzsicht. Alkoholsteuer, Nikotinsteuer - Wann kommt endlich die Hanfsteuer? Das jetzt der Konsum gleich bestraft werden soll wie Rotlichtmissachtung bedeutet Lebensgefährdende Fahrweise mit Hanfkonsum gleichzusetzen. Antworten



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