Mystery Park: Alles beginnt von vorne

Die Thuner Unternehmer Peter Stähli und Stefan Linder haben überraschend ihren Ausstieg aus dem Mystery-Park-Nachfolgeprojekt «Two Lake City» bekannt gegeben.

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Ihre Begründung enthält auch Selbstkritik. Peter Stähli, vor vier Monaten stellten Sie das Projekt «Two Lake City» der Öffentlichkeit vor. Nun steigen Sie und Ihr Geschäftspartner Stefan Linder bereits wieder aus. Haben Sie die Lage falsch eingeschätzt?

Peter Stähli: Wir wussten schon zu Beginn, dass eine der grössten Herausforderungen unsere persönlichen Ressourcen sein würden. Deshalb haben Stefan Linder und ich schon damals die Option Ausstieg fixiert. Wir sagten uns aber, dass wir es versuchen wollten, indem wir uns durch Personalaufstockung in unserem Stammgeschäft Swiss Economic Forum (SEF) entlasteten. Dies ist uns nicht gelungen. Ich glaube aber, dass wir den Arbeitsaufwand richtig eingeschätzt haben.

Hand aufs Herz: Haben Sie sich mit den anderen Aktionären überworfen?

Es gab keinen Ansatzpunkt, bei dem wir uns nicht einig gewesen wären oder der Anlass zu unserer nun getroffenen Massnahme gegeben hätte.

Also waren die finanziellen Aussichten zu schlecht?

Das Finanzielle war kein massgebender Punkt. Wir gingen ein unternehmerisches Risiko ein. Ich persönlich habe in der Vorbereitung etwa fünf bis sechs Monate an Arbeitszeit investiert. Ein Aufwand, der sich nicht bezahlt gemacht hat. Unser Entscheid hat nichts mit finanziellen Aussichten zu tun. Wir müssen uns fokussieren und sicherstellen, dass wir für das SEF die von uns erwartete Qualität weiterhin bieten können.

Aber Investoren wurden noch keine gefunden?

Von dreissig potenziellen Investoren ist man mit fünf in konkrete Verhandlungen eingetreten. Diese sind zum Teil noch im Gange. Unseren Terminplan, im September die Finanzierung abzuschliessen, haben wir nicht erfüllt. Hier müssen wir selbstkritisch sein.

Sie haben von der im Voraus vereinbarten Option Gebrauch gemacht, Ihren Aktienanteil gegebenenfalls der Generalbauunternehmung AG zu verkaufen. Warum haben Sie sich von Beginn weg derart abgesichert?

Das Projekt war eine Herausforderung, die uns gereizt hat. Wir hatten auch das Gefühl, der Park sei eine grosse Chance für die Region. Ob wir genug persönliche Kapazitäten schaffen könnten, wussten wir aber nicht. Deshalb haben wir in gegenseitigem Einverständnis eine klare Regelung für den Fall geschaffen.

Das geplante Angebot glich mit Disco, Kletterwand, Hotel und Kino einem Gemischtwarenladen. Stimmen Sie zu, dass dies eine Fehlkonzeption war?

Diese Formulierung tönt mir zu salopp. Für mich war es ein klar strukturiertes Projekt, wobei man sich auf zwei Zielsegmente fokussiert hätte. Die Analyse des gescheiterten Mystery Park zeigte, dass ein Freizeitpark nur im Sommer funktioniert. Im Winter hätte man die Rentabilität mit Businessevents sichergestellt. Potenzial hätte auch das Ausgangsangebot für Junge gehabt. Für mich war das Konzept sauber strukturiert, klar durchdacht und ökonomisch optimiert.

Das Projekt «Mystery Park» ist die Geschichte von Misserfolgen: Geldnot, Schliessung und Probleme mit den Nachfolgeprojekten. Glauben Sie, dass in naher Zukunft ein neues Projekt realisiert wird?

Ich hoffe für die Region, dass ein Projekt realisiert werden kann, das sich rechnet. Das Schwierigste beim Ausstieg ist für mich die emotionale Komponente.

Sind Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihrem Rückzug eine ganze Region enttäuschen?

Wir müssen dazu stehen, dass wir mit diesem Projekt nicht erfolgreich waren. Die Frage, ob wir die Region enttäuschen, hat sich uns aber nicht gestellt. Das SEF braucht uns. (Berner Oberländer)

Erstellt: 01.10.2008, 10:11 Uhr

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