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NZZ-Journalist hat sich vergaloppiert

Von Christian Lüscher. Aktualisiert am 07.12.2011 12 Kommentare

Trotz Interessenskonflikten berichtete ein NZZ-Autor über den verhafteten Financier und Präsidenten des Rennvereins Zürich, Martin Gloor. Jetzt rügt ihn die Chefredaktion.

Zu wenig Distanz: Die NZZ-Berichterstattung über die Dielsdorfer Pferderennbahn war unkritisch.

Zu wenig Distanz: Die NZZ-Berichterstattung über die Dielsdorfer Pferderennbahn war unkritisch.

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Ein TV-Beitrag von «10vor10» liess die Medienszene Schweiz am Montag aufhorchen. Das Nachrichtenmagazin thematisierte die überraschende Verhaftung von Martin Gloor, Financier und Präsident des im Pferderennsport tätigen Rennvereins Zürich. Die Staatsanwaltschaft Zürich wirft Gloor Vermögensdelikte in Millionenhöhe vor.

Im besagten Beitrag hatte auch die «Neue Zürcher Zeitung» einen äusserst prominenten Auftritt. «10vor10» berichtete über die zweifelhafte Rolle eines «NZZ»-Journalisten, der über Monate unkritisch über Gloor und seine Pläne berichtet haben soll. «10vor10» thematisierte die zu grosse Nähe des Autors zu Martin Gloor, der 2011 zum Präsidenten des Zürcher Rennsportvereins gewählt wurde.

Interessenskonflikt vorhanden

Wurden die Grenze zwischen PR und Berichterstattung tatsächlich überschritten? Offenbar ja. Wie die «NZZ» auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet mitteilt, wussten weder die Chefredaktion noch der Autor von unlauteren Machenschaften, wie sie Gloor vorgeworfen werden. Trotzdem rügt Chefredaktor Markus Spillmann den Journalisten. Die Tatsache, dass der Journalist als Privatperson und Rennpferdebesitzer dem Rennsportverein Zürich als Mitglied verbunden ist, 2011 für diesen das Rennprogramm erstellt und für den Verein Medienleistungen - unter anderem als Ghostwriter für Martin Gloor - erbracht hat, wird von der «NZZ»-Chefredaktion mit Verweis auf interne Gepflogenheiten, statutarische Rechte und Pflichten sowie standesethische Prinzipien als «unzulässiger Interessenskonflikt gewertet».

Spillmann hat entsprechende Massnahmen getroffen. «Der Autor wird beim Thema Gloor und Rennsportverein Zürich mit sofortiger Wirkung in den Ausstand treten», schreibt der Chefredaktor in einem Mail.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.12.2011, 18:25 Uhr

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12 Kommentare

Ernst Pauli

06.12.2011, 18:34 Uhr
Melden 57 Empfehlung

Hut ab -- gute Reaktion der NZZ. Allerdings erleben wir das Gleiche jede Woche bei der Weltwoche und dort schaut niemand darauf, ob die Grenze zwischen PR und Berichterstattung überschritten wurde. Antworten


Peter Schmid

06.12.2011, 19:12 Uhr
Melden 35 Empfehlung

Das kommt ja bei anderen Medien niiieeee vor....
Ich möchte mal die Interessenbindungen von Journis beim SF, oder auch beim TA/NN, wissen. Müsste nur mal einer mit gutem Beispiel voran gehen - bei der Weltwoche ists fast am klarsten.
Antworten



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