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Nach 50 Jahren rollt wieder ein Zug mit drei Klassen auf Schweizer Schienen

Aktualisiert am 09.11.2009

Der Railjet der Österreichischen Bundesbahnen verkürzt die Reisezeit zwischen Zürich und Wien um 40 Minuten.

Hochgeschwindigkeitszug: Der Railjet der ÖBB.

Hochgeschwindigkeitszug: Der Railjet der ÖBB.

Modern eingerichtet: Das Innere des Railjets.

Modern eingerichtet: Das Innere des Railjets.

Holzklasse: Und so sah die dritte Klasse der SBB früher aus.

Holzklasse: Und so sah die dritte Klasse der SBB früher aus. (Bild: Keystone)

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Erstmals seit über 50 Jahren werden in der Schweiz im regulären SBB-Bahnverkehr wieder Züge mit drei Klassen angeboten. Es ist der Railjet der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der ab Mitte Dezember täglich Zürich mit Innsbruck, Salzburg und Wien verbinden wird, wie SBB und ÖBB am Montag mitteilten. Der ab 13. Dezember verkehrende Railjet der ÖBB erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde und verkürzt die Fahrzeit zwischen Wien und Zürich um 40 Minuten. Der Zug wird ab dem Fahrplanwechsel je einmal täglich Zürich-Wien-Zürich sowie Zürich-Salzburg-Zürich via Innsbruck bedienen. Das Angebot soll im Juni 2010 weiter ausgebaut werden.

Der railjet bietet den Reisenden drei Klassen mit unterschiedlichem Komfort an, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. Es handelt sich um die «Premium Class», für die ein Billett der ersten Klasse notwendig ist sowie ein Zuschlag von 40 Franken je Reiseweg, die «First Class» sowie die «Economy Class».

Luxusklasse abgeschafft

Ein SBB-Sprecher bestätigte auf Anfrage, dass damit im regulären Bahnverkehr der SBB erstmals seit gut einem halben Jahrhundert wieder Züge mit drei Klassen eingesetzt werden. Auf den 3. Juni 1956 hatten die Schweizer Eisenbahnen die exklusive Luxusklasse abgeschafft. Wie praktisch in allen anderen europäischen Ländern wurden ab dann nur noch zwei Klassen im Zug angeboten. Die tiefste Klasse, die so genannte «Holzklasse», blieb bestehen, wurde aber von der dritten zur zweiten Klasse befördert, wie die Stiftung Historisches Erbe der SBB auf ihrer Homepage festhält.

Bei der Verteilung der Zugspassagiere auf die Klassen änderte sich diesen Angaben zufolge nichts. 1955 waren 88 Prozent aller Bahnpassagiere auf den harten Holzbänken der dritten Klasse unterwegs. 1957 - nach der Abschaffung der Luxusklasse - waren die Holzbänke mit zweiter Klasse angeschrieben, und es fuhren immer noch 88 Prozent auf den harten Holzbänken an ihr Reiseziel.

(vin/ap)

Erstellt: 09.11.2009, 14:26 Uhr

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