Nause entscheidet sich gegen CVP-Präsidium

Weil ein Mandat als Berner Gemeinderat nicht mit dem Präsidium einer grossen Schweizer Partei vereinbar sei, konzentriert sich Reto Nause lieber auf die Lokalpolitik.

Reto Nause: Der CVP-Politiker will sich auf die Stadtberner Politik konzentrieren.

Reto Nause: Der CVP-Politiker will sich auf die Stadtberner Politik konzentrieren. Bild: Keystone

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Der Berner Gemeinderat Reto Nause wird nun doch nicht Kandidat fürs Präsidium der CVP Schweiz. Er hat sich entschieden, weiterhin auf die Stadtberner Politik zu setzen, wie er der Nachrichtenagentur SDA mitteilte.

Als Begründung für seinen Verzicht gab der städtische Sicherheits-, Umwelt- und Energiedirektor einerseits Abklärungen der Berner Stadtkanzlei zum allfälligen Doppelmandat an. Diese hätten ergeben, dass ein Mandat als Berner Gemeinderat nicht mit dem Präsidium einer grossen Schweizer Partei vereinbar sei.

Anderseits konzentriere er sich auf die Stadtberner Politik, nachdem in den letzten Tagen «sehr konstruktive Gespräche» mit den «historischen Allianzpartnern» der CVP Stadt Bern in Gang gekommen seien. Das sind die Parteien EVP, GLP und BDP. In der Stadt Bern finden in diesem Herbst Wahlen statt, und Nause muss um seinen Sitz zittern.

Stellt sich für Parteivorstand zur Verfügung

Berns Rot-Grün-Mitte-Parteien sind daran, ihr Bündnis zu erneuern, und wollen mit vier Personen zu den Wahlen antreten. Allgemein gilt als möglich, dass das RGM-Bündnis drei bis vier der fünf Gemeinderatssitze erreicht und es knapp wird für Reto Nause als Vertreter der Mitte und für Alexandre Schmidt (FDP) als Bürgerlichen.

Bei den Wahlen von 2012 holte das RGM-Bündnis mit 59 Prozent der Wählerstimmen drei Sitze, die Mitte-Liste mit Kandidaten von CVP, BDP, GLP und BDP 18,2 Prozent und ein bürgerliches Bündnis von FDP und SVP 22,8 Prozent. Die Stadtberner SVP will in diesem Jahr allein zu den Wahlen antreten.

Nause sagte weiter, er werde sich aber als einfaches Mitglied für das Präsidium der CVP Schweiz zur Verfügung stellen, also den Parteivorstand. Im Gegenzug werde er aus dem kantonalen Parteivorstand zurücktreten. Nause war von 2001 bis zu seinem Eintritt in die Berner Stadtregierung im Jahr 2009 Generalsekretär der CVP Schweiz.

Überlegungen wegen Abwahl-Szenario

Nause sagte auch, mit einer Kandidatur fürs CVP-Präsidium habe er sich beschäftigt, weil ihm im Herbst dieses Jahres ein Abwahl-Szenario gedroht habe.

Der Vorgänger Nauses in der städtischen Sicherheits-, Energie- und Umweltdirektion, Stephan Hügli, war 2008 nach den Ausschreitungen rund um die SVP-Wahlveranstaltung von 2007 abgewählt worden. Wie für Hügli habe für ihn ein Dasein als politischer Frührentner gedroht, so Nause.

Nauses Aussagen zu den «sehr konstruktiven Gesprächen» mit den Allianzpartnern lassen den Schluss zu, dass diese offenbar an eine Chance von Nause glauben und sie auf die bisherige Allianz setzen und nicht auf eine Erweiterung auf die FDP. Auf Anfrage wollte sich der Präsident der CVP Stadt Bern, Tim Frey, aber nicht zu dieser Frage äussern.

Ambitionen auf das Stadtpräsidium?

Bereits am Mittwoch sprachen sich die Delegierten der CVP Kanton Bern dafür aus, mit BDP, GLP und EVP – also ohne die FDP – in die Stadtberner Gemeindewahlen zu gehen. Am Donnerstagabend trafen sich Vertreter der Mitte-Koalition auf Stadtebene für weitere Gespräche.

Philippe Müller, Präsident der FDP der Stadt Bern, sagte auf Anfrage, er gehe angesichts der Absprachen zwischen BDP und CVP eher nicht von einer Allianz Mitte-FDP aus. Auf die Frage, ob er auch Ambitionen auf das Stadtpräsidium habe, sagte Nause, eine Antwort dazu sei zu früh. (kko/sda)

(Erstellt: 29.01.2016, 12:32 Uhr)

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