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Neue Atomkraftwerke für Beznau und Mühleberg

Aktualisiert am 04.12.2008 43 Kommentare

Die Energieunternehmen Axpo und BKW haben beim Bund Gesuche für den Ersatz der Atomkraftwerke Beznau I und II sowie Mühleberg eingereicht.

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Atel begrüsst neue Gesuche

Die Atel Holding begrüsst die Gesuche der Energieunternehmen Axpo und BKW für neue Atomkraftwerke an den Standorten Beznau und Mühleberg. Dies sei ein wichtiger Beitrag zur gemeinsamen Sicherstellung der Schweizer Stromversorgung.

«Mit einer Auswahl von drei Projekten sind die Chancen gut, rechtzeitig zwei neue Kernkraftwerke zu realisieren», schreibt der Stromkonzern in einem Communiqué vom Donnerstag.

Atel hatte selber im Juni beim Bundesamt für Energie (BFE) ein Gesuch für ein neues Atomkraftwerk im solothurnischen Niederamt in der Nähe des bestehenden AKW Gösgen eingereicht.

Mit den Eingaben der Axpo und der BKW prüfe das BFE nun drei gleichwertige Projekte. «Die öffentliche Meinungsbildung und das Behördenverfahren für die Rahmenbewilligungen werden zeigen, welche zwei Projekte den sachlichen und politischen Anforderungen an ein neues Kernkraftwerk am besten gerecht werden. Das letzte Wort liegt beim Schweizer Volk.»

Gemäss Mitteilung will der Konzern am eigenen Projekt festhalten und es weiter vorantreiben. Verhandlungen zum AKW Niederamt mit der Axpo und der BKW über

Die drei Atomkraftwerke Beznau I und II (Jahrgang 1969 respektive 1972) sowie Mühleberg (1972) sind die dienstältesten AKW der Schweiz. Es ist absehbar, dass sie ab 2020 altershalber vom Netz genommen werden.

Untersuchungen hätten ergeben, dass die Standorte im Kanton Aargau und im Kanton Bern für den Bau der neuen Werke alle nötigen Kriterien erfüllen würden, sagte Axpo-CEO Heinz Karrer vor den Medien in Bern.

Die drei bestehenden Anlagen der Generation II sollen durch zwei Werke der Generation III ersetzt werden. Nicht nur seien diese Anlagen sicherer, sie seien auch effizienter, sagte Kurt Rohrbach, Direktionspräsident der BKW. Während die drei heutigen Anlagen zusammen knapp 1100 Megawatt Leistung erbringen, sollen die geplanten zu je 1600 Megawatt fähig sein.

Diese Leistung erlaube es den neuen AKW, nicht nur Beznau I und II sowie Mühleberg zu ersetzen, sondern auch den steigenden Strombedarf der Schweizer Bevölkerung zu decken sowie die ab 2018 auslaufenden Stromimportverträge mit Frankreich zu ersetzen, sagte Karrer.

Hybridkühltürme geplant

Mit welchem Reaktortyp die neuen Anlagen ausgerüstet werden, ist noch offen. Vier Systeme seien in der engeren Auswahl, sagte Rohrbach. Einen Entscheid haben die Unternehmen bereits bei den Kühlungsmöglichkeiten getroffen. Die heutigen Anlagen in Beznau und in Mühleberg sind flusswassergekühlt, verfügen also über keinen Kühlturm.

Mit den Plänen der Energieunternehmen wird ein solcher aber nicht mehr zu vermeiden sein. Weil ein Naturzugkühlturm, wie ihn etwa das AKW Gösgen hat, aber das Landschaftsbild zu sehr beeinträchtigen würde, wollen die Axpo und die BKW so genannte Hybridkühltürme bauen.

Diese seien drei Mal niedriger und stiessen kaum sichtbaren Dampf aus, erklärte Rohrbach. Allerdings hätten sie einen grösseren Durchmesser und bräuchten mehr Energie für die Kühlung.

Keine ausländischen Partner

Pro AKW rechnen die Unternehmen mit Kosten zwischen sechs und sieben Milliarden Franken. Grundsätzlich seien sie fähig, diese Kosten selber zu tragen, betonten Karrer und Rohrbach. Dennoch seien sie offen für weitere Investoren. Ausländische Partner sind laut Rohrbach aus heutiger Sicht allerdings nicht denkbar. «Es geht ja in erster Linie um die Schweizer Versorgung.»

Mit einem Baubeginn wird frühestens 2018 gerechnet. Bis dahin müssen unter anderem die Behörden die Gesuche prüfen, eine öffentliche Auflage von Gesuch und Gutachten wird stattfinden, Einsprachen werden möglich sein.

Axpo und BKW gehen von einem Referendum aus und rechnen damit, dass 2013 oder 2014 das Stimmvolk an der Urne entscheiden kann. Frühestens nach 2020 würden die Ersatzkraftwerke nach den Berechnungen der Unternehmen ans Netz gehen.

Drei Gesuche hängig

Mit den Gesuchen von Axpo und BKW sind nun drei Gesuche für neue Atomkraftwerke beim Bundesamt für Energie (BFE) hängig. Anfang Juni hatte bereits der Stromkonzern Atel ein Rahmenbewilligungsgesuch für eine zweite Anlage neben dem AKW Gösgen im Kanton Solothurn eingereicht.

Axpo und BKW betonten allerdings, dass für die künftige Deckung der Stromversorgung zwei Kraftwerke ausreichten. Bereits würden mit der Atel Verhandlungen über die Standorte geführt. (oku/sda)

Erstellt: 04.12.2008, 19:30 Uhr

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43 Kommentare

Ivo Barnetta

04.12.2008, 15:55 Uhr
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Eine SBB-Lok braucht zum Anfahren 6000 kW Leistung. Das sind 2000 Solarstromanlagen auf 2000 Einfamilienhäusern bei vollem Sonnenschein. Für nur EINE Lok. Rechne! Antworten


Matthias Horvath

04.12.2008, 11:44 Uhr
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Herr Müller, dann müssten es in gewissen Regionen in Indien, Brasilien oder im Iran aufgrund erhöhter natürlicher Radioaktivität nur so von Krebstoten wimmeln, geschweige bei Vielfliegern und bei den Bergvölkern! Finnland hätte als alternative Strom aus Russland (RBMK?) oder mehr Fossil. Solar ist im Norden nur im Sommer eine Option, im eiskalten dunklen Winter aber nicht, wenn mans mehr bräuchte. Antworten



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