Schweiz
Neue Enthüllungen um den Aids-Verbreiter
Artikel zum Thema
Philipp Kunz, der Anwalt der Opfer, bestätigte gegenüber der SF–Sendung «Schweiz Aktuell», dass der Berner Heiler nicht HIV positiv sei. Sollte sich der Tatverdacht gegen den Heiler erhärten, stellt sich nun die Frage, wie er die Viren beschafft, gelagert und übertragen hatte. Die laufenden Untersuchungen sollen Klarheit schaffen, sagte Kunz im Interview mit «Schweiz Aktuell».
Dem Heiler wird vorgeworfen, Patienten vorsätzlich mit Aids angesteckt zu haben. Derzeit sind den Behörden 19 HIV-Infizierte bekannt, die mit dem Heiler Kontakt hatten. Es wird vermutet, dass eine Minderjährige unter den Opfern ist. Philipp Kunz wollte dazu gegenüber «Schweiz Aktuell» keine Stellung nehmen.
Voruntersuchung bis 2011
Der bernische Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud erwartet eine «rasche und vollständige Aufklärung» der Vorwürfe gegen den Heiler. Er sei sich aber bewusst, dass es sich um hoch komplexe Ermittlungen handle. Trotzdem hoffe er auf einen raschen Abschluss der strafrechtlichen Untersuchung.
Die Voruntersuchung dürfte aber frühestens in der ersten Hälfte 2011 abgeschlossen sein, wie Untersuchungsrichter Hermann Fleischackl mitteilte. In den letzten Jahren hätten sich immer wieder neue Betroffene gemeldet, und jeder Fall müsse exakt geprüft werden, sagte er zur Begründung im Regionaljournal von Radio DRS.
In jedem Strafverfahren gelte zunächst die Unschuldsvemutung, sagte der Untersuchungsrichter. «Es wird etwas behauptet, und dann ist es Aufgabe der Behörde abzuklären, ob sich der Verdacht bestätigt oder ob er unbegründet war.» Die Voruntersuchung ist seit 2005 hängig. Die HIV-Ansteckungen stammen aus der Zeit zwischen 2001 und 2005. Nach 2005 sind keine Ansteckungen mehr bekannt.
Keine Lizenz
Einige der Betroffenen sehen nach Angaben der Untersuchungsbehörden keinen Zusammenhang zwischen ihrem Kontakt zum Heiler und der Ansteckung. Aus den laufenden Ermittlungen ergeben sich gemäss Behörden bislang auch keine Hinweise, dass jemand durch eine korrekt durchgeführte Akupunktur angesteckt worden wäre.
Der verdächtigte Heiler verfügte allerdings nicht über die notwendige Lizenz für seine Arbeit, wie Gesundheitsdirektor Perrenoud erklärte. Der Mann habe keine Berufsausübungsbewilligung gehabt und sei der Gesundheitsdirektion nicht bekannt gewesen.
Wie alles begann
Das Berner Inselspital war vor Jahren auf den Fall aufmerksam geworden, als ein Patient in einer HIV-Sprechstunde seine Infektion auf die Akupunktur-Behandlung bei dem Heiler zurückführte.
Etwas später gelangten zwei weitere Patienten ans Inselspital. Dort begann man die Fälle systematisch zu prüfen und stiess auf 18 Personen. Ihnen empfahlen die «Insel»-Verantwortlichen, Anzeige zu erstatten.
Vom Inselspital erhielten die Untersuchungsbehörden eine Patientenliste. Diese war allerdings aus Rücksicht auf die Rechte und Interessen der Patienten anonymisiert und enthielt keine Namen, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. (jak)
Erstellt: 09.06.2010, 20:14 Uhr
Schweiz
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





