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Neun Frauen und neun Beamte für Kachelmann

Im Vergewaltigungsprozess gegen den TV-Moderator sagen zahlreiche frühere Partnerinnen und Ermittler aus. Nicht geladen ist eine Gruppe, die Kachelmann hätte helfen können.

Bristante Frage für die deutsche Jusitz: Ist Jörg Kachelmann ein Gewalttäter oder die Harmlosigkeit in Person?

Bristante Frage für die deutsche Jusitz: Ist Jörg Kachelmann ein Gewalttäter oder die Harmlosigkeit in Person?
Bild: Keystone

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Kachelmann ist frei

Kachelmann ist frei
Der TV-Wetterfrosch wurde am 29. Juli 2010 aus der U-Haft in der Justizvollzugsanstalt Mannheim entlassen.

So berichtet Tagesanzeiger.ch/Newsnetz über den Prozess gegen Jörg Kachelmann

Am nächsten Montag beginnt in Mannheim der Prozess gegen Jörg Kachelmann. Der Schweizer TV-Moderator ist wegen Vergewaltigung seiner Ex-Freundin angeklagt. Der Prozess dauert bis Ende Oktober. Das Landgericht Mannheim hat ein Dutzend Verhandlungstage angesetzt, an denen unter anderem mehrere Frauen als Zeuginnen auftreten werden. Die Hauptbelastungszeugin, Kachelmanns langjährige Freundin aus Schwetzingen, wird erst Mitte Oktober vor Gericht aussagen.

Der Prozess beginnt mit der Befragung von Kachelmann. Zunächst geht es nur um Angaben zu seiner Person. Dann wird die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift verlesen. Ob Kachelmann zu den Vorwürfen Aussagen macht oder nicht, steht dem Angeklagten frei. Er kann auch eine Erklärung durch seinen Anwalt verlesen lassen.

Der 52-jährige Kachelmann war am 20. März auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Nach mehr als vier Monaten wurde er Ende Juli aus der Untersuchungshaft entlassen. Kachelmann beteuert seine Unschuld. Im Fall einer Verurteilung droht dem Wetterexperten eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren. Das Medieninteresse am Fall Kachelmann ist riesig. Es werden allerdings nur 50 Journalisten zur Gerichtsverhandlung zugelassen. In Deutschland ist es der Prozess des Jahres.

Tagesanzeiger.ch/Newsnetz ist mit einem Reporter im Landgericht Mannheim vertreten und berichtet laufend über den Kachelmann-Prozess. Die Berichterstattung in den nächsten Wochen umfasst Prozessberichte, Hintergrundartikel, Videobeiträge und Bilder. Zudem gibt es auf Tagesanzeiger.ch/Newsnetz ein Dossier zum Kachelmann-Prozess. (vin)

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Im Landgericht Mannheim begegnet Jörg Kachelmann in den nächsten Wochen vielen alten Bekannten. Weiblichen Bekannten. Einzelne von ihnen würden es vorziehen, ihn nie mehr zu sehen. Umgekehrt verhält es sich wohl ebenso.

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Schweizer TV-Moderator, der am Montag beginnt, werden voraussichtlich 25 Zeugen über den angejahrten blauen Teppich des Saals 1 schreiten. Für einige wird es ein besonders schwerer Gang, denn es geht auch um ihr Privat- und Intimleben: Neun Frauen sind geladen, von denen einige zum Teil lange Jahre und zum Teil gleichzeitig mit Kachelmann eine Beziehung geführt haben. Die einen haben den Ermittlern in der Untersuchung unvorteilhafte Dinge über ihren früheren Partner anvertraut. Andere machten entlastende Aussagen für den Angeklagten.

Diverse weibliche Zeugen

Es seien «diverse weibliche Zeugen aus dem Umfeld des Angeklagten» geladen, teilt das Gericht mit. Dem TA sind ihre Namen und der genaue Ablauf der Verhandlung bekannt. Die erste der Frauen tritt in der zweiten Prozesswoche in den Zeugenstand. Sie hat Kachelmann am Flughafen Frankfurt begleitet, als er am 20. März verhaftet wurde. Anfang Oktober soll eine der Frauen in den Zeugenstand treten, die mit Kachelmann in der Ostschweiz zeitweise zusammenwohnte. Noch während seiner Untersuchungshaft lösten die beiden das gemeinsame Mietverhältnis auf. Kurz nach der Verhaftung hatte die Frau mehrfach betont, sie halte die Vorwürfe gegen ihren Partner für absurd: Jörg gehöre zu den am wenigsten gewalttätigen Menschen, die sie kenne. Eine weitere Zeugin, die zuvor angehört wird, sagt das Gegenteil: Sie habe Kachelmann während einer Affäre vor einem Jahrzehnt als gewalttätig erlebt. Der TV-Meteorologe weist solche Anschuldigungen ebenso als frei erfunden zurück wie den Vergewaltigungsvorwurf. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Erst als letzte Frau, die in Kachelmanns Leben eine Rolle gespielt hat, wird jene Radiomoderatorin aus Schwetzingen aussagen, die Kachelmann angezeigt hat. Der Nebenklägerin bleibt der Gang über den blauen Teppich in den Gerichtssaal 1 vielleicht erspart. Als mutmassliches Opfer kann sie unter Umständen auch per Videoschaltung aus einem anderen Zimmer befragt werden. Ebenfalls möglich ist, dass die Öffentlichkeit für einige Stunden von der Verhandlung ausgeschlossen wird.

128 Plätze reserviert

Wenn zuvor die Eltern der Schwetzingerin und der Therapeut aussagen, hören aber – wie bei allen anderen Zeugen – Zuschauer und Medienvertreter zu. Für sie sind 128 Plätze im Saal 1 reserviert.

Das mutmassliche Opfer ist auf den neunten von 13 Verhandlungstagen geladen. Erfahrene Strafrechtler halten es für ungewöhnlich, dass zuvor zwei Dutzend andere Personen angehört werden. «Die Frauen können die Persönlichkeit des Angeklagten beleuchten – ob das, was ihm vorgeworfen wird, schlüssig ist im Vergleich zu anderen Verhaltensmustern», sagt der Berliner Strafverteidiger Ulrich Wehner. «Aber sie können naturgemäss zum Kerngeschehen nichts sagen.» Was zwischen dem Fernsehmann und der Radiomoderatorin in jener Februarnacht geschah, wissen nur die zwei damals Anwesenden. Doch allein auf die Frage, ob es eine Vergewaltigung gab oder nicht, kommt es bei der strafrechtlichen Beurteilung an. «Zu verhandeln ist nicht Kachelmanns Persönlichkeit», betont Wehner. «Der Vorwurf lautet nicht: allgemeine Fehlbehandlung von Frauen.»

Zum Prozessauftakt am Montag wird die Anklageschrift verlesen. In den ersten Wochen sagen neun Beamte, vorab Polizisten, aus. Während des gesamten Prozesses anwesend sind Gutachter, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft arbeiteten. Unter ihnen befindet sich die Bremer Aussagepsychologin Luise Greuel. Sie hat in einem Gutachten Zweifel, ob die Radiomoderatorin die Tat glaubhaft dargestellt hat. Nicht geladen sind bislang die Sachverständigen der Verteidigung. Kachelmanns Anwalt kann sie aber als Zeugen bestellen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2010, 16:25 Uhr

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13 Kommentare

eugen bissegger

06.09.2010, 18:02 Uhr
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@Bert Hermann: "mögliche Gewaltverbrechen" ist ja genau der Punkt... Es wird sich ja weisen. Betreffend "Schengen", das gründet auf den unsäglichen europäischen Haftbefehl. "Das Rechtssystem - die geschürte Angst" ist ein Kapitel aus dem Buch: Der Marionettenstaat ( Günter Hannich). "Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet Ihr sie brauchen, um zu weinen". J. P. Sartre Antworten


Bert Hermann

06.09.2010, 17:06 Uhr
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@eugen bissiger u.a.: Sie bemängeln den monatelangen Untersuchungshaftaufenthalt von J.K. Was sollte denn ihrer Meinung nach eine DE-Staatsanwaltschaft tun, die in einem möglichen Gewaltverbrechen ermitteln muss, in dem Verdunklungsgefahr und Fluchtgefahr besteht. Herr J.K. hat keinen Wohnsitz in DE und die Schweiz liefert eigene Staatsbürger, trotz Schengen-Abkommen, bis heute nicht an die EU aus Antworten


silvie kuemmin

06.09.2010, 13:03 Uhr
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@ Anna Abt. Ich habe keine Probleme mit Frauen, wieso?auch. Diese erwähnten Frauen in meinem Kommentar, hatten Probleme mit ihren ex-männer. ( arrogant oder nicht, ist ebenfalls hier nicht das Thema)=Kommentiert von Barbara Stucki /Tut mir leid,habe ich das hier erwähnt! Besser Lesen. Antworten


Anna Abt

06.09.2010, 04:54 Uhr
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@silvie kuemmin: Haben Sie irgendein bestimmtes Problem mit Frauen!? Frauen können rachsüchtig und gemein sein. Ich würde ganz klar korrigieren auf "Menschen können rachsüchtig und gemein sein". Trotzdem ist die lange Gefängniszeit nicht nachvollziehbar und schon gar nicht das "Wühlen im gesamten Beziehungsleben" dieses Mannes. Und arrogant oder nicht, ist ebenfalls hier nicht das Thema! Antworten


Manni Clausing

04.09.2010, 20:14 Uhr
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Bevor hier wieder über Deutschland hergezogen und voreilig Partei ergriffen wird für welche Seite auch immer, ohne die Fakten zu kennen: Wartet einfach den Prozess ab, der ist dazu da, um Aufklärung zu schaffen. Antworten


eugen bissegger

04.09.2010, 18:40 Uhr
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Hat Herr J. K. eine Gewalttat begangen? Es beruht alles auf offenbar zweifelhafte Aussagen. Dass dieser Mann, ähnlich der Inquisitionen im Mittelalter dem Pöbel zum Frass geworfen wird, ist ein Skandal sondergleichen! Schon nur der monatelange Gefängnisaufenthalt aufgrund unbewiesener Aussagen ist ebenso ein kompletter Skandal. Man kommt nicht umhin zu vermuten, man will diesen Mann kaputt machen! Antworten


Hans Iseli

04.09.2010, 17:14 Uhr
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Fall 1: 4 Monate Untersuchungshaft wegen zwei nicht zu beweisenden Aussagen. Fall 2: Sperrung des internationalen Anflugvverkehrs nach Zürich durch eine Gemeinde bzw. Bundesland. Zusammen ergibt das ein nettes Bild des Rechtsstaates Deutschland. Antworten


Barbara Stucki

04.09.2010, 13:22 Uhr
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Tut mir leid, aber ich habe den Moderator in Talk-Shows als arroganten Gockel im Schafspelz erlebt. Was er mit Partnerinnen privat trieb, entzieht sich meiner Kenntnis. Darum steht mir kein Urteil über sein Privatleben zu. Das muss das Gerichtverfahren klären, soweit das Gerichte überhaupt können, denn jede/r wird lavieren, über- oder untertreiben und die Medien gleich dazu... Antworten


Hans Lips

04.09.2010, 13:05 Uhr
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Hier scheint bei einigen seiner Freundinnen ein starkes Bedürfnis nach Selbstentblössung vorzuliegen. Kachelmann wurde offensichtlich als "idealer Geliebter" taxiert. Da sind diese Frauen mit ihren Projektionen wohl selber schuld. Und, das deutsche Rechtssystem offenbart weitere Mängel und Manipulationen. Antworten


Max Affolter

04.09.2010, 11:06 Uhr
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Wie hier richtig festgehalten wird: "Zu verhandeln ist nicht Kachelmanns Persönlichkeit". Da mutet es einen absurd an, dass diese zahlreichen ehemaligen Partnerinnen des Angeklagten als Zeugen vorgeladen werden. Als wären nicht alle diese Frauen in irgendeiner Weise psychisch verletzt worden. Die Gelegenheit, hier aus dem Zeugenstand heraus Vergeltung zu üben, ist gut. Antworten


Astrid Meier

04.09.2010, 11:02 Uhr
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Mir würde es genügen, wenn dann zum Urteil wieder ein paar Zeilen geschrieben werden. Den Rest kann ich mir als nicht Beteiligte ersparen. Es gibt wichtigere und interessante Themen als die Abgründe eines Wettermoderators. Auch die Irrungen und Wirrungen der Paarung in der emanzipierten Post-Post-Moderne sind nur noch Trübsinn weckend. Antworten


silvie kuemmin

04.09.2010, 10:04 Uhr
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Ich wünsche Herr Kachelmann viel Kraft und Glück,schuldig oder nicht schuldig.Ob diese Frauen die Wahrheit sagen?diejenigen die sich verarscht fühlen sicher nicht!Habe früher ein paar Frauen gekannt,die Ihrem Ex-Mann nur aus Rache eins auswischen wollten.Diese griffen zu all möglichen mittel,um ihr angebliches recht zu erzwingen. Frau kann sehr gemein werden,Männer würden sich anders verhalten. Antworten


Monika Bühler

04.09.2010, 09:57 Uhr
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Obwohl ich weder Kachelmann noch seine Sexpartnerinnen kenne, kommt mir das Ganze vor wie die Rache der Abservierten, unterstützt von einem profilierungssüchtigen Staatsanwalt. Mega Spektakel, aber kein juristisches Aufarbeiten. Antworten



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