«Nicht auf Facebook surfen»
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 05.03.2010 22 Kommentare
«Nicht auf Facebook surfen»: Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer.
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«Helden mit Eiern», «ich kaufe dir einen Schleckstengel», «Blablabla» - so klingt es, wenn Politiker auf Facebook Dampf ablassen. Dies tun sie offenbar auch während den Sitzungen.
Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer, die im Saal für Ordnung zu sorgen hat, weiss, dass viele Mitglieder - wie sie selbst auch – einen Account bei Facebook haben. «Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die Ratsmitglieder während der Session auf ihre Aufgabe konzentrieren und nicht auf Facebook surfen», sagt die Politikerin entschieden. Kontrollieren lasse sich das aber nicht. «Das liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Parlamentariers.»
«Das ist nicht korrekt»
Auch Chiara Simoneschi-Cortesi, Nationalratspräsidentin von 2009, findet das Surfen auf Facebook nicht in Ordnung. «Mich persönlich stört das», so die CVP-Politikerin, die selbst nicht beim Community-Netzwerk dabei ist. Vor allem in den Kommissionen, wo Themen offen diskutiert werden können, sei das ärgerlich. «Wer die Nase die ganze Zeit in den Computer hält, mischt sich nicht ein», so Simoneschi. Dabei habe man ja gerade in den Kommissionen die Gelegenheit, sich einzubringen.
Dass zwischendurch Mails gecheckt werden, kann Simoneschi zwar verstehen, zumal die Redezeiten streng einzuhalten seien und es dadurch zu Längen komme, «korrekt ist das aber dennoch nicht». Es gelte, mit Internet-Aktivitäten Mass zu halten und nicht zu übertreiben. Bis jetzt seien aber die Facebook-Aktivitäten der Politiker im Rat noch nicht zum Thema geworden. «Politiker arbeiten trotzdem noch sehr viel», so Simoneschi.
Alternativer Meinungsaustausch
Ueli Leuenberger, Parteipräsident der Grünen, deren Mitglieder auf Facebook relativ aktiv sind, findet die Facebook-Präsenz von Politikern nicht ganz so problematisch. Es sei vielmehr eine alternative Form des Meinungsaustauschs: «Ob Parlamentarier nun auf dem Balkon beim Rauchen diskutieren oder digital via Facebook, macht keinen grossen Unterschied», so Leuenberger. Dafür, was genau geschrieben werde und wie oft, sei am Ende jeder selbst verantwortlich.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.03.2010, 15:11 Uhr
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22 Kommentare
ich habe bei der letzten session selber gesehen, als ich oben im zuschauerrang sass, das die leute dort unten während im parlament reden gehalten wurden, die einen auf facebook gesurft sind..!!! naja, kann ich nur sagen, ist vielleicht nicht ideal, wenn man mit dem rücken zum publikum sitzt! auch der kleine bigbrother is waching you Antworten
Pfff, wer denkt, man könne nicht mehr auf Facebook schreiben, wenn das lokale W-Lan das nicht zulässt ist irgendwo so um 2005 stehen geblieben. Auch schon mal von Internetfähigen Handys gehört? Die brauchen das normale Handynetz, nix mit W-lan, nix mit sperren. Störsender für Mobiltelefone im Rat kann ja wohl niemand verlangen, oder? Antworten
Aha, jetzt wissen wir wenigstens, wozu Parlamentarier einen neuen Laptop für 1700 Fr. benötigen (nach 2 Jahren), wie das kürzlich hier debattiert wurde. Da tut es auch ein Gerät für 700 Fr. und die sollen das selber kaufen wenn sie unbedingt Windwos 7 haben möchten. Mit Vista funtkioniert Facebook auch!! Antworten
Ein professionelles Verhalten der Parlamentarier ist dies sicher nicht. Die anstehenden Probleme, gerade gestern verlangte der Nationalrat eine professionelle PUK, in Facebook, Twitter wird nur getratscht. Wie tief wollen unsere Parlamentarier noch fallen. Antworten
«Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die Ratsmitglieder während der Session auf ihre Aufgabe konzentrieren und nicht auf Facebook surfen» Frau Präsidentin in welcher Welt leben sie? Schauen sie einmal in den Rat hinaus: Zeitung lesen, surfen, schwatzen, schlafen ist die Hauptbeschäftigung der meisten. Anstand und Respekt sind Fremdwörter! Wen wundert diese eigenartige Politik als Resultat noch? Antworten
Das sagt mir zwei Dinge: a) Die Sitzungen werden besucht wegen des Sitzungsgeldes b) einige Parlamentarier können ganz alleine einen Computer bedienen. Dass sie dadurch abgelenkt sind und einiges falsch verstehen und interpretieren ist doch wurscht. Das Volk sagt ihnen dann ja wieder wo's lang geht. Antworten
Wenn ich bei der Arbeit privat internet surfe werde ich zuerst abgemahnt und beim zweiten mal entlassen. Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür wenn sich unsere gewählten Vertreter auf unsere Kosten vergnügen und vorgeben unsere Anliegen zu wahren... Antworten
Auch während den Sitzungen im Rat sollte das Internet gesperrt sein. Wie wollen sich die Parlamentarier auf Ihre Arbeit konzentrieren, wenn sie am Laptop arbeiten. Diese haben von uns allen Lohn und sollen sich für die Schweizerbevölkerung einsetzen und nicht für ihr Privatleben. Antworten
Da Facebook & co die Produktivität und Konsentration massiv senkt, sind diese Sites in den meisten Betrieben gepserrt, mal abgesehen vom Virenrisiko. Hier erwarte ich ein profesionelleres und verantwortungsbewusstes Verhalten. Zudem muss ich Herrn U. Leuenberger wiedersprechen; chatten ist eine schlechte Alternative zur direkten Diskussion, welche durch 80% die Körpersprache etc. bestimmt wird. Antworten
Aha, und darum brauchen die Parlamentarier auch die neuen Laptops, da die 'alten' zweijährigen Geräte nicht mehr genügen. Um ein paar Facebookeinträge zu ändern genügt aber doch auch das Privat -Handy, da muss nicht die neueste Hardware angeschafft werden. Antworten
Es ist das eine,während der Ziggi-Pause zu schwatzen.Es gehört sich aber nicht,dass unsere Volkvertreter während dem Politisieren facebooken.Ich habe auch ausgestempelt um dieses Talkback zu verfassen(was ich kann sollten unser super-Parlamentarier schon lange können)... Antworten
Firmen unterhalten Private Netzwerke, wenn diese also den Zugang zum Inernet beschränken ist das ihr gutes Recht. Wenn aber im Parlament Internetseiten gesperrt werden ist das sehr Problematisch. Wer soll darüber entscheiden? Die Parlamentarier sind erwachsene Menschen und können selber entscheiden wie sie ihre Zeit nutzen und wie viel Respekt und Anstand sie ihren Kollegen entgegen bringen wollen Antworten
@stehil Dass Netzwerken und Kommunizieren ist der Hauptteil der politischen Arbeit. Die Wotten der Mitparlamentarier ist kleiner Teil davon. Ein erfahrener Politiker weiss meist schon im vornherein wer auf was heraus will. Ihre Anwesenheit ist wegen der Abstimmungen trotzdem von Nöten. Warum sollen sie die Zeit nicht für den nächsten Kompromiss nutzen. (Wandelhalle, Facebook.....) Antworten
Aha... in den allermeisten Firmen ist der Zugang zu Facebook, Twitter usw. zu Recht gesperrt. Diese Regelung hat auch das Parlament sofort zu übernehmen! Die Damen und Herren dürfen sich gerne in ihrer Freizeit auf Social Networks austoben, wie alle anderen auch. Aber hier kommt wohl wieder das Motto zum Zug: Alle sind gleich, aber manche sind gleicher... Antworten
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Benjamin Gautschi
Falsch Herr U. Leuenberger, die Parlamentarier haben sich während den Sitzungen zu konzentrieren, und nicht sich auf Facebook austoben. Lieber mal ein guten Vorschlag bringen wie die Energie im grossen WWW zu verpuffen. Antworten