«Niemand will die Frauen zurück an den Herd zwingen»
Interview: Hubert Mooser. Aktualisiert am 27.01.2010 112 Kommentare
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Herr Amstutz, die ganze Welt redet über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ihre Partei, die SVP, will die Frauen aber wieder zurück an den Herd zwingen.
Niemand will die Frauen zurück an den Herd zwingen. Jede Familie soll aber ohne staatliche Lenkung und in aller Freiheit selber entscheiden, welches Familienmodell sie für sich selber wählt. Die einseitige Privilegierung des Staates von sogenannt modernen Familienmodellen und die Diskriminierung der traditionellen Familie ist nicht tolerierbar und eine unglaubliche Geringschätzung derjenigen Mütter und Väter, die ihre Kinder selber betreuen.
Viele Familien in diesem Land sind auf einen Zweitverdienst angewiesen. Kinderkrippen machen dies aber erst möglich, weil Grossvater und Grossmutter nicht mehr zu den Enkelkindern schauen. Was sagen Sie diesen Familien?
Dieses Problem ist gelöst. Für diese Familien hat das Parlament mit Unterstützung der SVP den Steuerabzug beschlossen. Wir wollen aber gleichberechtigte Steuerabzüge für alle Familien. Und da hat das Parlament den SVP-Antrag abgelehnt, dass Familien, die ihre Kinder selber betreuen, den gleichen Abzug machen können. Diese Ungerechtigkeit wollen wir mit unserer Familieninitiative korrigieren.
....und dabei der traditionellen Familienpartei CVP den Rang ablaufen?
Die CVP nennt sich zwar traditionelle Familienpartei, hat aber den gleichberechtigten Steuerabzug für traditionelle Familien zusammen mit den Mitte- und Linksparteien bekämpft. Darum braucht es die SVP, die diese Diskriminierung mit der Familieninitiative und letztlich mit einer Volksabstimmung korrigiert. Es ist heute die SVP, die mit Taten klipp und klar auch für die traditionelle Familie einsteht.
Und wo wollen Sie die Milliarden dafür einsparen?
Quatsch, das gibt keine Mindereinnahmen in Milliardenhöhe. Es gibt aber eine Gegenrechnung. Für Kinder, die von ihren Eltern in Eigenverantwortung selber betreut werden, braucht der Staat keine teuren Krippen zu bauen und auch keine Betreuungsfachleute anzustellen. Das ergibt gewaltige Minderausgaben bei Bund, Kanton und Gemeinden und damit eine grosse Entlastung der Steuerzahlenden. Zudem bezahlen heute diejenigen Eltern, die ihre Kinder selber betreuen, mit ihren Steuern auch noch gleich an Krippenplätze, die sie selber nicht beanspruchen.
Wollen Sie damit sagen, dass Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, ihre Verantwortung bei der Kindererziehung nicht wahrnehmen und dem Staat vor allem Mehrkosten aufbürden?
Nein. Jede Familie soll unseres Erachtens ihr Betreuungsmodell in Freiheit selber wählen. Das geht den Staat überhaupt nichts an. Das heisst aber auch, dass der Staat nicht mit einseitigen Steuerabzügen die verschiedenen Familienmodelle gegeneinander ausspielt und im konkreten Fall die traditionelle Familie, die ihre Kinder selber betreut, diskriminiert und geringschätzt.
Kritiker sagen, dass Sie mit Ihrem Vorschlag vor allem den Tennisunterricht der zu Hause bleibenden Frauen finanzieren. Was sagen Sie dazu?
Das ist eine unglaubliche Frechheit und eine nicht akzeptierbare Geringschätzung derjenigen Mütter und Väter, die ihre Kinder selber betreuen oder die Betreuung in ihrem Umfeld ohne staatliche Unterstützung organisieren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.01.2010, 09:26 Uhr
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112 Kommentare
Singles müssen für die Familien immer mehr Steuer zahlen obwohl das Singledasein konstenintensiver ist. Pensionierte Singels werden von Politik und Staat ignoriert. Für sie werden null Abzüge vorgesehen sonder 11% mehr Steuerabzüge. Ist dies Gerecht? Sollten nicht alle Steuerzahler gleiche Rechte haben. Antworten
Das Unglaubliche ist ja, dass die Linken und die Mitteparteien CVP EVP, die sich angeblich so für die Familie einsetzen offensichtlich nur darauf aus sind, die Erziehung der Kinder dem Staat aufzubürden! Vor der Freiheit, dem Individualismus des Menschen graust solchen Politikern scheinbar, darum möchten sie eine Staatsgläubige Masse heranzüchten. Antworten
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