Schweiz
Nun ist die Hoffnung auf tiefere Mieten berechtigt
Aktualisiert am 02.06.2009 10 Kommentare
Heute teilte das Bundesamt für Wohnungswesen mit, der für die Mietzinsgestaltung in der ganzen Schweiz massgebende Zinssatz habe sich von 3,5 auf 3,25 Prozent verringert.
Jetzt fordert Der Mieterinnen- und Mieterverband der Deutschschweiz (MV) rasch tiefere Mieten. Viele Mieter hätten nun einen Anspruch auf eine Senkung der Miete, teilte der MV mit. Falls die Vermieter nicht von sich handeln würden, sollten die Mieter sie zu diesem Schritt auffordern. Der MV verlangt, dass der Spielraum für eine Senkung von 2,91 Prozent ohne Nebenkosten ausgeschöpft wird.
Die Teuerung, die die Vermieter zu 40 Prozent verrechnen können, sei je nach Zeitpunkt des Vertragsabschlusses negativ und falle als Kostenfaktor in «nicht wenigen» Mietverhältnissen weg. Angesichts dieses Umstands und auch der schlechten Wirtschaftslage sollten die Vermieter auch höhere Unterhaltskosten nicht verrechnen, schreibt der MV. Der Verband empfiehlt den Mietern, deren Mieten auf einem Referenzzins von 3,5 Prozent oder mehr beruht, schriftlich eine Mietzinssenkung zu verlangen.
Der Hauseigentümerverband winkt ab
Der Hauseigentümerverband Schweiz HEV hingegen rechnet nicht mit verbreiteten Mietzinssenkungen. In vielen Fällen werde die Verrechnung mit der aufgelaufenen Teuerung und weiteren Kostensteigerungen keine Mietzinsreduktion erlauben, teilte der Verband mit. Der massgebliche Hypothekarzinssatz sei während längerer Zeit stabil geblieben. Viele Vermieter hätten während dieser Zeit auch die ihnen zustehende Anpassung eines Teils der Teuerung und allfälliger Steigerung der Betriebs- und Unterhaltskosten nicht vorgenommen, so dass auch die Mieten in vielen Fällen seit längerer Zeit unverändert geblieben seien.
Ausschlaggebend für die Reduktion des Referenzzinssatzes um 0,5 Prozent ist der rückläufige Durchschnittszinssatz für inländische Hypothekarkredite. Er ist laut BWO per 31. März dieses Jahres auf 3,07 Prozent gesunken, verglichen mit 3,43 Prozent bei der erstmaligen Festlegung des Satzes im September 2008. Die Differenz beträgt damit über 0,25 Prozentpunkte, was gemäss der einschlägigen Verordnung eine Senkung des Referenzzinssatzes um einen viertel Prozentpunkt auslöst. (vin/ap)
Erstellt: 02.06.2009, 09:48 Uhr
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10 Kommentare
Immer mehr arme Familien stehen ohne Wohnung da Die Wohnungsnot in Zürich trifft Familien mit wenig Einkommen am härtesten. Soziale Einrichtungen kommen mit dem Vermitteln von Wohnungen nicht mehr nach. Und der Hauseigentümerverband winkt ab, wenn es um die Mietzinssenkung geht. Die wollen sowieso keine armen Schlucker als Mieter. Was macht die Gesellschaft jetzt mit den armen Nichtnützlichen. Antworten
herr kay, unser oberster svp vertreter, der bundesrat maurer, hat grad eine zweitwohnung gefunden, attika, knapp 4000 franken. der kann bestimmt nicht klagen. im übrigen sage ich bloss: wo das parlament zu einer mehrheit aus wohneigentümern besteht (der schnitt des ch-volkes ist 35%), ist klar dass die eigentümer mit hilfe des parlements die mieter nach strich und faden verar...en. Antworten
ich bin auf Wohnungssuche. Für eine normal einfache Wohnung habe ich noch nichts Zahlbares gefunden. Wo sind da bloss die Politiker die Einfluss auf solche schlechte Tendenzen, überhöhte Mieten nehmen sollen. Im Moment muss ich mehr als die Hälfte meines Lohnes für Miete abdrücken. Würde meine Frau nicht auch noch zu 50% arbeiten, wäre eine minimale Existenzgrundlage nicht möglich. Antworten
H. Espenmoos@ Hoff lieber, dass bis in 6 Mt. der Zins steigt sonst bist du und andere ev. den Arbeitsplatz los. Im weitern ist vor allem zu bedauern, dass die Mieterverbandsleithammel und usere CVP B. rätin die Abkoppelung des Hypozins verbockt haben . Dann wäre die ewige Leier vorbei gewesen. Aber vielleicht bringt die UNIA noch ein paar Pfeifen für eine Demo, sonst muss man noch denken. Antworten
Jetzt stellt sich die Frage,ob dies nun gesamtschweizerisch oder nur für einzelne Kantone gilt.Wenn man die Miete ohne sichtlichen Grund erhöhen kann (Vermieter profitieren z.Zt. von tieferen Zinsen),sollten die Mieten auch mal sinken, gerade jetzt, wo die Wirtschaftskrise voll im Gang ist,wäre der Zeitpunkt für eine Mietzinsreduktion nicht besser, als jetzt.Wäre mal logisch! Antworten
jedesmal die gleiche sauce. sobald die zinsen runtergehen, werden die mietzinsen mit teuerung und anderen kostensteigerungen neutralisiert. nach oben gehts dann immer rasant...interessant ist auch der referenz-zinssatz. als mieter bezahlen wir die 3.25%, die eigentümer refinanzieren sich aber zu zinssätzen zw. 1.5 und 2.2%. wie halt immer, die dummen sind die finanz-schwachen.... Antworten
Ich glaube schon lange nicht mehr an anständige Mieten. Die Vermieter wollen immer mehr und bieten in ihren alten verlausten Häusern oder Wohnungen nichts neues. Auch neue Wohnungen sind absurd überteuert! Wann wird den Hauseigentümern endlich der Riegel geschoben. Antworten
Mein Vermieter war sich nicht zu schade, die Miete (nach alter Regelung) bei den Zinsschritten von 3% auf 3,25 und 3,5 inkl. Teuerung zu erhöhen. Von dem her ist klar, was ich erwarte. Eine allfällige negative Teuerung darf gerne mitverrechnet werden! :P Und so stark wie der (ungerundete) Ref.zinssatz gesunken ist, gibts in 3-6 Monaten wohl gleich noch eine Senkung. Antworten
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Michael Meier
G.Horat@. Solange die Wähler die HEV-Vertreter in den Nationalrat wählen wird sich nichts ändern. Antworten