Nur einer will auf Darbellay folgen

Nun ist er offiziell der einzige Kandidat: Der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister dürfte damit neuer CVP-Präsident werden.

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Bis Sonntag um Mitternacht nahm die CVP-Findungskommission Kandidaturen für die Nachfolge von Christophe Darbellay entgegen, der nach zehn Jahren als Parteipräsident abtritt. Gemeldet hat sich einzig Gerhard Pfister, wie die CVP-Findungskommission am Montag mitteilte.

Der Präsident der Kommission, der Luzerner Ständerat Konrad Graber, ist nicht enttäuscht über die fehlende Konkurrenz. «Es spricht für Pfister, dass keine Gegenkandidatur eingereicht wurde», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das sei ein gutes Zeichen und eine gute Ausgangslage.

Pfister will bessere Kommunikation

Pfister selbst hätte sich nach eigenen Angaben mehr Wettbewerb gewünscht. Einen Richtungswechsel möchte der Zuger, der im rechten Flügel der CVP politisiert, als Präsident nicht anstreben: «Inhaltlich stimmt der Kurs.»

Die CVP müsse ihre «führende Rolle im Zentrum» beibehalten, sagte der 53-Jährige, der dem Nationalrat seit 2003 angehört. Die Partei müsse jedoch noch besser kommunizieren und bei wichtigen Themen, die die Bevölkerung beschäftigen, eigenständige Antworten finden.

Parteiinterne Überzeugungsarbeit

Nicht allen in der CVP passt es, dass mit Pfister ein Politiker aus dem rechten Parteiflügel Präsident werden soll. Der Walliser Nationalrat Yannick Buttet etwa gab jüngst seine Kandidatur für das Vizepräsidium der CVP bekannt. Er sieht sich explizit als Gegengewicht zu Pfister.

Dieser sagte am Montag dazu, es sei klar, dass er als Parteipräsident seine persönliche Meinung ab und zu zurückhalten müsste. «Es wird eine Aufgabe für mich sein, bis zur Wahl die skeptischen Stimmen zu überzeugen, dass ich in der Lage bin, den Rollenwechsel - und die Wahl zum Präsidenten ist ein Rollenwechsel - glaubwürdig zu vollziehen.»

Dass Pfister dem rechten Flügel der CVP angehört, wird laut Graber auch Bestandteil der Gespräche sein, welche die Findungskommission noch mit ihm führen wird. Bis am 31. März werde die Kommission ihre Empfehlungen aussprechen. Gewählt wird der neue Parteipräsident am 23. April an der Delegiertenversammlung in Winterthur.

Prominente Absagen

In den vergangenen Wochen hatte sich bereits abgezeichnet, dass Pfister der einzige Bewerber sein wird. Andere mögliche Anwärter wie etwa der Solothurner Ständerat Pirmin Bischof und der Bündner Nationalrat Martin Candinas hatten abgesagt.

Öffentlich über eine Kandidatur nachgedacht hatte der Berner Gemeinderat Reto Nause. Er entschied schliesslich jedoch, auf eine Kandidatur zu verzichten. Noch am Sonntag hatte Graber nach eigenen Angaben ein letztes Gespräch mit einem Interessenten geführt - mit wem, wollte er nicht verraten.

Buttet soll auf de Buman folgen

Nicht nur der Präsident, auch ein Vizepräsident der CVP wird am 23. April neu gewählt. Der Walliser Buttet dürfte auf den Freiburger Dominique de Buman folgen, der nicht mehr zur Wiederwahl antritt. De Buman ist dieses Jahr zweiter Vizepräsident im Nationalrat und wird turnusgemäss 2018 den Nationalrat präsidieren.

Das lasse sich schlecht vereinbaren mit dem Amt als CVP-Vizepräsident, begründete CVP-Sprecher Thomas Jauch das Abtreten von de Buman. Zur Wiederwahl antreten wird hingegen die zweite Vizepräsidentin der CVP, die Luzerner Nationalrätin Ida Glanzmann. Weitere Kandidaten gibt es nicht.

Kampf um «gewöhnliche» Präsidiumsplätze

Umkämpft sind hingegen die übrigen Plätze im Parteipräsidium, dem neben Präsident, Vizepräsidenten und Fraktionschef sieben Personen angehören. Neu im Präsidium Einsitz nehmen möchten der Berner Reto Nause, der Waadtländer Nationalrat Claude Béglé und der Präsident der Jungen CVP, Tino Schneider. Auch die CVP Frauen erheben Anspruch auf einen Sitz.

Die Bisherigen stellen sich alle zur Wiederwahl: Ständerat Pirmin Bischof (SO), die Nationalräte Martin Candinas (GR) und Stefan Müller-Altermatt (SO), Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (BL), die Aargauer Kantonsrätin Marianne Binder-Keller und die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen. (rub/sda)

(Erstellt: 15.02.2016, 10:13 Uhr)

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