Österreich und Liechtenstein unterzeichnen Steuerabkommen

Österreicher und Österreicherinnen können bald keine Schwarzgelder mehr in Liechtenstein parkieren, um sie an den Steuerbehörden vorbeizuschummeln – ab 2014 gilt die Abgeltungssteuer.

Das Abkommen beider Länder orientierte sich an demjenigen der Schweiz mit Österreich: Finanzplatz Liechtenstein. (Archivbild)

Das Abkommen beider Länder orientierte sich an demjenigen der Schweiz mit Österreich: Finanzplatz Liechtenstein. (Archivbild) Bild: Keystone

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Liechtenstein und Österreich unterschrieben in Vaduz ein Abkommen über eine Abgeltungssteuer ab 2014. Gemäss der Vereinbarung werden Kapitalerträge österreichischer Staatsangehöriger in Liechtenstein mit 25 Prozent besteuert. Neben der künftigen Besteuerung wird durch Einmalzahlungen ein Schlussstrich unter bisher illegale Vermögen gezogen.

Bei einer solchen Legalisierung beträgt der Mindeststeuersatz 15 Prozent, der Höchststeuersatz grundsätzlich 30 Prozent, bei besonders hohen Vermögen können es 38 Prozent sein. Die Einmalzahlungen aus Liechtenstein sollen im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2014 nach Österreich fliessen.

Das Abkommen der beiden Nachbarn orientiert sich stark an jenem zwischen Österreich und der Schweiz. Inhaltlich geht die Regelung zwischen Österreich und Liechtenstein aber weiter: Nicht nur Kapitalvermögen von Österreichern bei Banken werden steuerlich erfasst, sondern auch Stiftungen in Liechtenstein.

Einige Hundert Millionen Euro erwartet

Unterzeichnet wurde das Abkommen über die Abgeltungssteuer am Dienstag in Vaduz von der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter und dem liechtensteinischen Regierungschef Klaus Tschütscher. Österreich erhofft sich von der Vereinbarung mit Liechtenstein ab Mitte 2014 einmalig einige Hundert Millionen Euro.

Die weiteren Einnahmen sind laut Finanzministerin Fekter noch nicht abschätzbar. Fekter bezeichnete das Abkommen über die Abgeltungssteuer am Dienstag als «grossen Wurf» für die Steuerzahler, weil damit Steuergerechtigkeit hergestellt werde.

Mit den Steuerabkommen «schaffen wir Rechtssicherheit und bauen eine Brücke in die Zukunft», sagte Liechtensteins Regierungschef Klaus Tschütscher bei der Vertragsunterzeichnung. Bevor das Abkommen Anfang 2014 in Kraft treten kann, muss es von den Parlamenten in beiden Vertragsstaaten ratifiziert werden.

Geplant ist ausserdem eine Revision des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen den beiden Ländern. Darin soll unter anderem ein Informationsaustausch bei vermuteten Steuerdelikten verankert werden. (ses/sda)

(Erstellt: 29.01.2013, 16:39 Uhr)

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