Schweiz

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Pädophiler Pater: Bistum Basel wusste alles

Das Bistum Basel wusste darüber Bescheid, dass Pater G. M. bei seinen früheren Einsätzen wiederholt Knaben sexuell missbrauchte. Trotzdem stellte man ihn von 1971 bis 1987 als Priester an.

Pater G.M. war 18 Jahre in der Kirchgemeinde Schübelbach SZ tätig.

Pater G.M. war 18 Jahre in der Kirchgemeinde Schübelbach SZ tätig.
Bild: Keystone

Der Kommunikationsbeauftragte des Bistums Basel, Giuseppe Gracia, bestätigte heute gegenüber «10vor10» schriftlich: «Als Pater G. M. in den Dienst übernommen wurde, wussten die Verantwortlichen des Bistums Basel offenbar, dass er die vorherigen Einsatzorte in Deutschland und Österreich wegen unerlaubter sexueller Handlungen hatte verlassen müssen.»

Dennoch stimmte die Bistumsleitung in Absprache mit den Ordensvorgesetzten dem Einsatz als Aushilfspriester, später als Pfarrhelfer, unter folgenden Auflagen zu: «Ärztliche Behandlung und Begleitung durch den zuständigen Pfarrer als Vorgesetzten und geistlichen Vater», schreibt Gracia weiter. Pater G. M. war dann von 1971 bis 1987 im Bistum Basel tätig, in der Pfarrei Baden AG - und hat dort auch einen Kinderchor gegründet.

Wegen sexuellem Missbrauch versetzt

«10vor10» zeigte gestern Abend ein Polizeidokument aus Österreich, welches besagt, dass der Pater Knaben missbrauchte und dass die Ordensvorgesetzten von Anfang an Bescheid wussten – und ihn trotzdem immer wieder Knaben betreuem liessen. Im Polizeidokument heisst es wörtlich: «Pater G. M. soll Ende der 60er-Jahre vom deutschen Kloster Birnau wegen wiederholtem sexuellem Missbrauch ins Gymnasium Mehrerau versetzt worden sein und dort über einen längeren Zeitraum die Missbrauchshandlungen an Schülern fortgesetzt haben.»

Das Bistum Basel bezeichne heute die Anstellung «aus heutiger Sicht als unvertretbare Fehleinschätzung», schreibt Gracia weiter. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe die Bistumsleitung aber keine Kenntnis davon, dass Pater G. M. während der 16 Jahre seines Einsatzes im Bistum Basel pädophile Übergriffe verübt habe.

Seit 1992 ist Pater G. M. Priester in Schübelbach SZ, das zum Bistum Chur gehört.

(bru)

Erstellt: 19.03.2010, 14:24 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

23 Kommentare

André Keller André Jean-Paul

19.03.2010, 17:48 Uhr
Melden

Da wird sich wohl auch Bischof Kurt Koch nicht aus der Verantwortung stehlen können. Antworten


Sven Beer

19.03.2010, 17:35 Uhr
Melden

Vor langer Zeit, als Homosexualität noch völlig inakzeptabel war, machte das Zöllibat vielleicht noch Sinn da es diesen Leuten die Möglickeit gab nie zu heiraten und trotzdem ein hohes Angesehen zu geniessen. Aber heute wo Homosexualität allgemein akzeptiert ist, hat das Zöllibat keinen Zweck mehr. Ein schwuler Kath Pfarrer sagte mir einst das Zöllibat bedeute für ihn kein Sex mit Frauen zu haben. Antworten


marcel bechtiger

19.03.2010, 17:16 Uhr
Melden

Jetzt hilft nur noch ein 180 Grad Richtungswechsel und setzen der richtigen Prioritäten die da wären 1. Erlaubt Frauen als Priester und Bischöffe 2. Wählt eine Frau als Papst 3. Lasst dann die neue Päpstin den Laden in Ordnung bringen und neuheitliche, vernünftige Regeln in kraft treten lassen die den Zeitgeist wiederspiegeln Antworten


Ahmet Deli

19.03.2010, 16:39 Uhr
Melden

Schade, dass die Politik hier machtlos zusieht, wie kleine Buben von religiösen Vertreter missbraucht wird und noch weiter missbraucht werden. Bei der Anti-Minarettinitiative wurde ebenfalls auf Missstände der Religion gezeigt und das Volk sprang auf den Zug. Doch hier werden höchstens einige Katholiken vom Zug springen und ihr weites suchen. Mehr geschieht nicht. Es lebe die Ungerechtigkeit... Antworten


Hugo Schläpfer

19.03.2010, 16:33 Uhr
Melden

Lasst die Jungs heiraten und dann hört das Theater auf. Ist ja entsetzlich was sich die katholische Kirche leistet. Zum Glück bin ich aus dem Stadl ausgetreten. Wie heisst es - "Den sie wissen nicht was sie tun" Antworten


Emrah Erken

19.03.2010, 16:00 Uhr
Melden

Wenn ein katholischer Prieser sein Zölibatsgelübde bricht, wird er von Amt und Würden gejagt. Wenn ein katholischer Priester jedoch Sex mit Kindern hat, gibt die Kirche ihm die Möglichekeit, seine Perversion an einem anderen Ort auszuleben. Ein jeder Kathloik sollte sich überlegen, ob er diesem absurden Verein, der so etwas zulässt, angehören möchte oder nicht. Antworten


Roman Bolliger

19.03.2010, 15:42 Uhr
Melden

Es wird immer klarer: Die weltweite katholische Kirche als Institution (Klerus) ist eine der grossen ökologischen Nischen für Pädophilie, ein Pädophilotop par excellence und mit System. Wer bisher lammfromm und blindgläubig am Vatikan als moralische Instanz festgehalten hat, muss einsehen: Das weltweite katholische System hat jede Glaubwürdigkeit verspielt und kann nimmer Moralapostel spielen. Antworten


Sven Beer

19.03.2010, 15:07 Uhr
Melden

Man weiss doch schon seit dem Missbrauchskandal in den USA dass die Katholische Kirche genau im Bild ist was ihre Leute machen. Kardinal Ratzinger hat sich damals auch persönlich um die Versetzung gewisser Täter gekümmert. Offensichtlich ging und geht es der Kirche immer nur um den Täterschutz und nie um die Opfer. Und warum überrascht das ganze kaum? Weil es schon seit Jahr100en genau so läuft. Antworten


Marie V.Roth

19.03.2010, 14:44 Uhr
Melden

Weiter im Text: Kindsmissbrauch ist ein Offizialdelikt.!Die kath.Kirche masst sich an, ihr Recht, also ihre "Scharia" über den Rechtstaat zu stellen. Das parternatlitische Gesäusel von Herrn Trauffer zusammen mit den "philosophischen Betrachtungen" des A.Muschg, den "psychoatalitischen" Verharmlosungen von Passett erkläre ich zum erneuten Missbrauch der Missbrauchten. Hier ist die Justiz gefordert Antworten


Jan Holler

19.03.2010, 14:38 Uhr
Melden

Wo bleibt eigentlich der Strafverfolger? Ist doch ein Offizialdelikt und verjährt nicht (mehr). Gibt es schon wieder manche, die gleicher sind als andere? So langsam verliert man das Vertrauen in den Staat, der zwar den Kleinen unerbittlich büsst und verfolgt, die Grossen (siehe UBS) und Ordensleute mit Samthandschuhen anpackt. Es reicht langsam! Die Täter und die Vertuscher gehören vor Gericht! Antworten


Micha Terol

19.03.2010, 14:35 Uhr
Melden

Die Praxis, Sexualstraftäter in den eigenen Reihen zu decken und weiter anzustellen hat System. Jeder Katholik unterstützt mit der Kirschensteuer und seiner Mitgliedschaft diese Vorgehensweise sowohl finanziell und ideell. Antworten


Peter Ringger

19.03.2010, 14:06 Uhr
Melden

Die Kirche will missbrauchten Personen also selber entscheiden lassen, ob sie den Missbraucher anzeigen wollen oder nicht. Natürlich erst, nachdem man den Betreffenden zuerst gehörig eingeschüchtert hat dass Gottes Strafe bestimmt folgen wird, wenn man den Pfarrer anzeigt. Die Kirche begreift sich immer noch als Institution aussen und unabhängig von bestehenden Gesellschafts- und Rechtsstrukturen Antworten


Charles Dupond

19.03.2010, 14:00 Uhr
Melden

@ hans scholl: Bei den Budis bilden gute und schlechte Taten das Karma, das den Gleubigen sogar ueber Wiedergeburten hinaus verfolgen kann. Mit Ausnahme des Tibets (wo sich mangels staatlicher Kandarierung eine brutale budistische Theokratie entwickeln konnte) usurpieren die Budis nirgends staatliche Macht. Die Budis werden von den christlichen Missionaren mit der Befreiung vom Karma geloekt.... Antworten


Dieter Wundrig

19.03.2010, 13:42 Uhr
Melden

"Ärztliche Behandlung und Begleitung durch den zuständigen Pfarrer als Vorgesetzten und geistlichen Vater". Aber welcher Vater war das nun? Antworten


roland maire

19.03.2010, 13:26 Uhr
Melden

Typisch Schweiz; das hat weniger mit der Kirche als mit dem Land zu tun wie man mit solchen Themen umgeht. Antworten


hans scholl

19.03.2010, 13:11 Uhr
Melden

da hat es die (römisch) katholische kirche einfach: 1x beichten und alles ist vergeben. wie läuft dies bei den anderen religionen? Antworten


Andreas Zimmermann

19.03.2010, 13:04 Uhr
Melden

Der Tatbestand ist klar, das Bistum Basel (Chur?) hat ein Verbrechen vertusch, ein Straftatbestand erfüllt. Eine Anklage der Kirche, aller Mitwisser ist zwingend, will die Schweiz ein Rechtsstaat sein. Antworten


Giovanni Baptista

19.03.2010, 12:59 Uhr
Melden

Und welche der heutigen Entscheidungen (2010) werden wohl die gesalbten Oberen der Bistümer dann in zehn Jahren (2020 "aus heutiger Sicht als unverzeihliche Fehleinschätzung" bezeichnen? Antworten


Robert Minder

19.03.2010, 12:40 Uhr
Melden

Den Kircheninstanzen gehört deutlich klargemacht, dass die einzig richtige Organisation zur Aufklärung sexueller Verbrechen nicht irgendeine selbstbestimmte Kommission ist. Die Staatsanwaltschaft ist die zuständige Stelle. Antworten


susanne meier

19.03.2010, 12:29 Uhr
Melden

eine hand wäscht die andere. in den oberen etagen sitzen ebenfalls pädophile geistliche, die leute wie pater g.m. geschützt haben. die katholische kirche ist ein geschlossenes system innerhalb des staates, was für pädophile ein paradies ist. nur wenn sich die katholische kirche öffnet, werden die misshandlungen reduziert werden können. Antworten


Jürg Schmid

19.03.2010, 12:14 Uhr
Melden

Wahrscheinlich brauchen wir einen Gesetzesartikel dass Vorgesetze sich starfbar machen wenn sie Fälle von Kindsmissbrauch verschweigen. Anders kommen die Kirchenoberen nicht zur Vernunft. Antworten


martin trachtler

19.03.2010, 12:06 Uhr
Melden

gerade in wirtschaftlich schwierigen zeiten, sollte die kirche ein vorbild sein. aber zurzeit ist weder von der wirtschaft, noch von der politik, noch von den religionen unterstützung zu erwarten. am ende verliert immer der kleine "mann". ob dies nun arbeitnehmer, bürger einer nation oder gläubige der kirche sind. irgendwie ein trauriges bild, das zurzeit herrscht. lösungen sind keine in sicht. Antworten


Kurt Aegeri

19.03.2010, 11:51 Uhr
Melden

Solange die Kirche sich vorbehält, selber zu entscheiden, ob ein fehlbarer Priester angezeigt wird, wird sich auch nichts ändern. Im übrigen haben rechtsstaatliche Gebilde aus meiner Sicht den Papst ganz einfach ins Bild zu setzen, dass die Kirche keinen Sonderstatus hat, wenn es um Gewalt- und/oder Missbrauchsdelikte geht. Da ermittelt der Staat. Ohne wenn und aber. Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Assistenz Geschäftsleitung (w) 100%   Almojob GmbH, Basel

Leiter/in Kundendienst Randstad (Schweiz) AG, Winterthur

HR Manager (m/w) Art of Work Personalberatung AG, Kanton Bern

Umfrage

Gesetzt den Fall, Geld spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Würden Sie in Andermatt eine Ferienwohnung kaufen?