Päpstlicher Orden für Werner K. Reys Anwalt
Von Dominik Heitz. Aktualisiert am 25.08.2010 6 Kommentare
Der Gregorius-Orden
Der Gregorius-Orden ist eine der höchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien verleiht – «für den Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion». Gestiftet wurde der Orden 1831 von Papst Gregor XVI. (1765–1846), der in Theologie und Politik sehr konservative Prinzipien vertrat.
Den Namen erhielt die Auszeichnung nach Papst Gregor I. (540–604), dem Einrichter einer grosszügigen sozialkaritativen Fürsorge. Seit 1992 wird der mit einem rot-gelben Band versehene Orden auch an Frauen verliehen. In der Mitte des achtzackigen roten Kreuzes prangt das Bild Gregors des Grossen. Bisherige Ordensträger sind unter anderen der deutsche Organist Carl Thiel (1934) für seine Verdienste um den Gregorianischen Gesang, Alois Mock (2002), ehemaliger österreichischer Aussenminister, Walter Jacob (2005), Oberrabbiner der Liberalen Jüdischen Gemeinde Beth Shalom, Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis (2008), deutsche Grossgrundbesitzerin und Unternehmerin.
Stichworte
Die Liste jener, die den päpstlichen Gregorius-Orden verliehen bekommen haben, ist faszinierend: Aristide Cavaillé-Coll, einer der bedeutendsten Orgelbauer aller Zeiten, hatte ihn 1888 für das Projekt einer Orgel im Petersdom erhalten. Vor zwei Jahren wurde Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis ausgezeichnet – für ihre «natürliche Loyalität gegenüber Papst und Bischof» und «karitatives Engagement» (vgl. Text links).
Nun reiht sich in diese illustre Liste auch Stefan Suter (46): Mittelbar übergeben durch den Papst erhält der Basler Anwalt heute in Bern von Nuntius Francesco Canalini die Auszeichnung. Suter ist erfreut – und erstaunt: «Ich wusste gar nicht, dass es einen solchen Orden gibt.» Auch viele andere mag die Ordensvergabe erstaunen. Denn Suter wurde in Basel weniger als engagierter Katholik wahrgenommen. Man kannte ihn lange Jahre als eher unangenehmen, weil hartnäckigen lokalen Anwalt von Angeklagten aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten – bis er 1998 nationale Berühmtheit erlangte: als Verteidiger des Finanzspekulanten Werner K. Rey.
Vielbeachtete Gerichtsfälle
Seit diesem spektakulären Fall ist Suter immer wieder bei medial wirksamen Gerichtsfällen aufgetaucht: als Rechtsvertreter von Swiss Pilots nach dem Swissair-Grounding, auf der Seite des Basler Bischofs Kurt Koch im Streit gegen den Pfarrer Franz Sabo oder als Verteidiger des Basler Erdwärmeprojektleiters Markus Häring, der angeklagt war, für die Erdbeben in Basel verantwortlich zu sein.
Aber auch unscheinbare Gerichtsfälle nahm und nimmt sich der Vater dreier Kinder immer wieder an. Damit geht er weiter auf dem Weg seines Mentors und ehemaligen Kanzleikollegen Peter Zihlmann.
All das hat aber nichts mit dem Gregorius-Orden zu tun. Dieser päpstliche Glanz fällt aus ganz anderen Gründen auf den Anwalt: Sie liegen im 2003 etablierten «Hilfswerk Madagaskar», das auf dem vielfältigen Wirken des aus Riehen stammenden und in Madagaskar verstorbenen Paters Bruno Hägler basiert und von Spendengeldern lebt, die durch den Verein Madagaskar eingenommen werden.
Grosse Reisestrapazen
Mit seinem Hilfswerk hat Suter bisher über 40 Bauprojekte in Madagaskar und teilweise in Uganda verwirklicht – Schulhäuser, Krankenstationen, Heime für verstossene schwangere Frauen, Wohnstätten für körperlich Behinderte. «Jeder gespendete Franken kommt dort an, doch damit das funktioniert, muss ich mich permanent durchsetzen», sagt Suter. Und wiederkehrende Kontrolle ist unabdingbar. Ein- bis zweimal pro Jahr nimmt er deswegen einiges an Reisestrapazen auf sich: Flug von Paris nach Fort Dauphin, dann eine 13-stündige Fahrt im Geländewagen nach Isoanala, dem Stützpunkt des Hilfswerks.
Den Bischöfen in Madagaskar und Uganda ist Suters Einsatz so sehr aufgefallen, dass sie sich in Rom dafür verwendeten, Papst Benedikt XVI. möge dem Basler Anwalt den Gregorius-Orden zusprechen. Sie wurden erhört. (Basler Zeitung)
Erstellt: 25.08.2010, 10:33 Uhr
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6 Kommentare
Lieber Herr Heitz natürlich fühle ich mich durch Ihren Aufsatz provoziert - das wollten Sie doch erreichen! Es ist schon sehr tendenziös, zu erst die eher negative Fakten aufzuführen und erst am Schluss die so verdienstvolle Tätigkeit von Stefan Suter zu erwähnen. Es hätte mich sehr interessiert, nur die nackte Info, die Vergabe des Ordens, zu erfahren, ohne Ihre antireligiösen Spitzen Antworten
Der Artikel müsste sehr vie kürzer sein. Lediglich der letzte Satz vor dem letzten Abschnitt plus der letzte Abschnitt sind nötig. Vielleicht könnte man noch näher auf das nützliche Werk in Madagaskar eingehen. Alles andere ist persönliche animosität gegenüber der Religion und dem Papst und hat mit dem Orden und Werk des Herrn Suter nichts, aber auch rein gar nichts zu tun. Antworten





