Pelli reicht Klage gegen Levrat ein
Von Claudia Blumer. Aktualisiert am 28.09.2010
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Der Knatsch zwischen der SP und der FDP wegen der Departementsverteilung im Bundesrat spitzt sich zu. Bei der Vorstellung ihres Parteiprogramms spricht die SP von einer Verschwörung der Wirtschaft bei der Departementsvergabe. Wenig später verkündet FDP-Präsident Fulvio Pelli an einem Point de Presse in Bern, dass er Christian Levrat wegen Verleumdung verklagen wird. Levrat hatte ihn am Montag als «Lügner» bezeichnet.
«So etwas habe ich noch nie erlebt»
Fulvio Pelli war sichtlich gekränkt, als er am Dienstagnachmittag in einem zum Bersten gefüllten Raum vor die Medien trat. «Ich bin jetzt seit rund drei Jahrzehnten in der Politik, aber was in den vergangenen drei Tagen abgelaufen ist, so etwas habe ich noch nie erlebt», begann er. Nachdem er den Ablauf der Dinge vor den Bundesratswahlen aus seiner Sicht dargelegt hatte, sagte er: «Es gibt eine Grenze, die auch ein Parteipräsident einhalten muss.» Er habe deshalb seine Fraktion darüber informiert, dass er Strafklage wegen Verleumdung gegen Christian Levrat einreichen werde. So kann Herr Levrat seine Beweise darlegen und ich meine.
Zu den Ereignissen vor den Bundesratswahlen führte der FDP-Präsident aus, es habe mehrere Treffen mit Christian Levrat gegeben, immer im Beisein weiterer Personen, wobei auch die mögliche künftige Departementsverteilung diskutiert worden sei. Dabei habe die FDP immer klar gemacht, dass sie keinen Druck auf die nominierten Kandidaten oder auf die gewählten Bundesräte nehmen würde. Dies habe Fraktionspräsidentin Gabi Huber gegenüber der SP-Fraktionschefin Ursula Wyss Mitte September auch so kommuniziert.
«Ich bin sehr enttäuscht»
Er sei von Christian Levrat sehr enttäuscht, sagte Pelli. «Ich habe mehrmals versucht, ihn zu erreichen, aber er spricht seit Tagen nicht mehr mit mir.» Würde sich Levrat entschuldigen, würde er die Klage nicht einreichen beziehungsweise zurückziehen, sagte Pelli. Dann wäre die Sache für ihn erledigt.
Auf die zahlreichen Einwände der Medienschaffenden, die sinngemäss fragten, ob Pelli mit der Klage nicht überreagiere, sagte er: «Es geht um das Ansehen meiner Person. Welche Konsequenzen ich aus dem Urteil ziehen werde, kann ich noch nicht sagen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.09.2010, 16:16 Uhr





