Schweiz

Prämienschock: Billigkassen bis zu 30 Prozent teurer

Wer bei einer Schweizer Billig-Krankenkasse versichert ist, dem droht ein Prämienschock. Pierre-Yves Maillard, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, prognostiziert einen Systemkollaps.

«Jedes Jahr wird die Situation gravierender. Es reicht» : Pierre-Yves Maillard, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz.

«Jedes Jahr wird die Situation gravierender. Es reicht» : Pierre-Yves Maillard, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz. (Bild: Keystone)

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Pierre-Yves Maillard, Waadtländer Gesundheitsdirektor und Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, meint in einem Interview der Zeitung «Sonntag»: Die Prämien der Billigkassen würden «spätestens ab 2011 um 20 bis 30 Prozent steigen». Denn: «Bis Ende 2009 werden 60 Prozent der Kassen die gesetzlich vorgegebenen Reserven unterschreiten», sagt er weiter. «Ihnen bleiben genau zwei Jahre, um dies zu ändern.»

Da die Billigkassen mit den tiefen Prämien Tausende von Versicherten angezogen hätten, die ihre Reserve bei den alten Kassen belassen mussten, stünden sie nun vor einem gravierenden Problem mit ihrer Unterdeckung. Maillard : «Es gibt nur eine Lösung: Die Billigkassen müssen massiv teurer werden, die Versicherten verscheuchen. Sie müssen von der billigen zur teuren Kasse werden.»

Maillard warnt vor Systemkollaps

Der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz warnt sogar vor einem Kollaps des ganzen Systems. «Man hat die Menschen dazu gebracht, jährlich die Kasse zu wechseln.» Ausgerechnet damit vergrösserten sie nun die Krise. «Sie schaffen eine Unterfinanzierung.» Für den Gesundheitspolitiker gibt es nur ein Rezept: einen Systemwechsel. (mbr)

Erstellt: 03.05.2009, 09:14 Uhr

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