Schweiz

Preisüberwacher kritisiert überteuerte Skipässe

Von David Vonplon. Aktualisiert am 12.02.2009 16 Kommentare

Die guten Schneeverhältnisse bescheren den Skigebieten Rekordzulauf. Ihre Umsätze blähen sie jedoch auch durch verteuerte Tageskarten auf. Darauf ist nun auch der Preisüberwacher aufmerksam geworden.

Teures Vergnügen: Wintersportler müssen immer tiefer in die Tasche greifen.

Teures Vergnügen: Wintersportler müssen immer tiefer in die Tasche greifen.

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Konjunkturabschwung hin oder her: Das Geschäft der Bergbahnen läuft wie geschmiert. In den ersten Monaten der Wintersaison konnten die Skigebiete die Umsätze gegenüber dem Rekordjahr 2008 noch einmal steigern. Nach einem optimalen Auftakt mit viel Schnee und strahlendem Wetter vermeldet die Seilbahnbranche heute einen Zuwachs der Erträge von 10 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Über die Festtage seien die Hotels und Ferienwohnungen in den Wintersportorten ausgebucht gewesen.

Die Millionengewinne der Bergbahnen stehen indessen in hartem Kontrast zu den Klagen der Konsumenten über die überteuerten Preise für die Skibillete. Wer beispielsweise einen Skiausflug nach Laax unternimmt, zahlt alleine für den Parkplatz 5 Franken, die Tageskarte kostet ihn weitere 66 Franken und das neue Keycards beim ersten Besuch noch einmal 5 Franken extra. Das Depot für die Karte erhält er nicht mehr zurück.

Zermatt teuerstes Skigebiet

Dabei ist Laax nicht einmal das teuerste Skigebiet der Schweiz: Mit 71 Franken für die Tageskarte ist Zermatt Spitzenreiter, gefolgt von St. Moritz Corvatsch mit 69 Franken. Neun von zehn Skigebiete haben auf die laufende Wintersaison hin die Tarife nochmals erhöht. Die Bergbahnen begründeten die Verteuerung mit Investitionen in die Infrastruktur – und die gestiegenen Öl- und Strompreise.

Auf die Tarifgestaltung der Schweizer Bergbahnen ist nun auch der Preisüberwacher aufmerksam geworden: «Vor dem Hintergrund der gefallenen Energiekosten im Erdölbereich, der Reduktion der Preiserhöhungen für Strom und den guten Schneeverhältnissen kann ich den Ärger von Konsumentinnen und Konsumenten (…) nachvollziehen», schreibt Stefan Meierhans in seinem Weblog. Er kritisiert auch die neue Praxis, dass die Skikarten mit Chip gekauft werden müssen.

Wintersportler haben hohe Anforderungen an Skigebiete

Beim Seilbahnverband verteidigt man die Preiserhöhungen: Man habe im Frühling/Sommer 2008 die Preise festgesetzt. Damals habe man noch nicht voraussehen können, dass die Rohstoffpreise wieder sinken, sagt Sprecherin Renate Schoch auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Sie weist darauf hin, dass die Wintersportler heute hohe Anforderungen an die Bergbahnen setzen: «Die Pisten müssen perfekt präpariert sein, innerhalb weniger Minuten hat der Rettungsdienst bei einem Unfall zu erscheinen.» Es sei sehr aufwändig, diesen Grundservice zu bieten.

Preisüberwacher Meierhans kritisiert im Weblog zwar die Preise der Bergbahnen; am Tarifgefüge ändern kann er aber nichts: Er darf nur dann eingreifen, wenn kein oder zu wenig Wettbewerb herrscht. Diesen sieht er im Wintersport jedoch nicht gefährdet. Der Konsument habe deshalb die Möglichkeit, die Tarife und Angebote im Internet zu vergleichen. Er rät: «Machen Sie sich kundig, wo wie zu günstigen Preisen Skifahren können.» Renate Schoch empfiehlt kostenbewussten Familien derweil, auf kleinere und günstigere Skigebiete auszuweichen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.02.2009, 17:13 Uhr

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16 Kommentare

Giovanni Bernasconi

12.02.2009, 17:30 Uhr
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Da gibt es nur Eines: ins Ausland Ski-Fahren gehen. Es ist nicht nur billiger, aber auch angenehmer: der Gast ist immer noch ein Gast, und die Hotels und Restaurants freundlich und man freut sich ueber ihren Besuch. Antworten


Christian Höchli

12.02.2009, 17:33 Uhr
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Dass der Tagesskifahrer für den Parkplatz bezahlen muss, ist nicht zu kritisieren, immerhin benützt er eine teure Infrastrukur und verursacht externe Kosten. Zudem wären hohe Preise für Tageskarten in Kombination mit günstigen Mehrtages-Angeboten eigentlich sinnvoller, um die Infrastruktur konstanter auszulasten und die regionale Wirtschaft zu fördern. An diesem Punkt haperts noch in der Schweiz Antworten



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