Pro Bahn hegt grosse Zweifel am neuen Cisalpino
Von mic/sda. Aktualisiert am 08.09.2009 8 Kommentare
Die Cisalpino ist vorerst aus dem Schneider: BAV-Sprecher Gregor Saladin sagte gestern auf Anfrage, die Cisalpino habe vergangene Woche ein entsprechendes Schreiben vom BAV erhalten. Darin bezeichne das BAV den von der Cisalpino eingeschlagenen Weg als «zweckmässig und zielführend».
Verglichen mit der Situation zu Jahresbeginn habe das BAV festgestellt, dass das Management der Cisalpino alles daransetze, Verbesserungen vorzunehmen, sagte Saladin. Die Cisalpino müsse das BAV in Zukunft nur noch informieren, wenn es erneut Schwierigkeiten geben sollte. Alle Ziele seien aber noch nicht erreicht, sagte Saladin weiter. So gehörten auch die Umsteigeverbindungen zwischen der Schweiz und Italien zu den Konzessionsvoraussetzungen. Das BAV erwarte, dass die Cisalpino auch diese Voraussetzung noch umsetze.
Schreiber zweifelt
Dass die Cisalpino diese Anforderungen erfüllen kann, daran hat Kurt Schreiber seine Zweifel. Schreiber ist Vizepräsident von Pro Bahn, der Interessenvertretung von Bahn-, Bus- und Tramkunden, und sagt: «Tatsache ist, dass die Cisalpino seit Jahren nicht in der Lage ist, einen flüssigen Italien-Verkehr zu garantieren. Ob das Unternehmen dies in absehbarer Zeit ändern kann? Ich bin nicht zuversichtlich.» Trotzdem findet Schreiber gut, dass das BAV der Cisalpino noch eine Chance gibt. «Wir werden das Unternehmen aber an den täglichen Leistungen und an den Taten messen», betont Schreiber. Er wünsche sich sehr, dass das Problem im Italien-Verkehr in nützlicher Frist gelöst werde. Der Passagier wolle auf dieser Strecke keine «Krückenlösungen», nur weil die Cisalpino nicht zuverlässig sei.
Langjähriges Sorgenkind
Die Cisalpino-Neigezüge gelten seit ihrer Einführung vor rund zwölf Jahren als Sorgenkinder. Immer wieder kam es zu Verspätungen, weil es unter anderem mit der Wartung in Italien hapert. Anfang Jahr hatte das BAV von der Cisalpino einen Bericht über die Ursachen der Qualitätsmängel verlangt. Darin musste das Tochterunternehmen der SBB und der italienischen Staatsbahn FS der Aufsichtsbehörde aufzeigen, wie der Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Italien wieder verflüssigt werden kann. Andernfalls drohte das BAV damit, Cisalpino die Konzession zur Personenbeförderung zu entziehen.
Wartung der Züge offen
Ungewiss bleibt, wer die Wartung der alten Cisalpino-Züge übernehmen wird: Während das Konzept für die neuen Modelle ETR 610 steht, ist noch unklar, wer künftig die bisher verkehrenden ETR 470 warten soll. Die SBB hatte Ende Jahr angekündigt, die Wartung von Italien in die Schweiz verlagern zu wollen. Dem stehen aber vertragliche Abmachungen mit dem italienischen Partner im Weg. Cisalpino-Sprecher Renzo Cicillini sagte gestern, mit einem Entscheid von SBB und FS sei kaum vor Ende September zu rechnen.
Bereits seit Mitte 2008 wird ein Teil der Wartung der Cisalpino-Züge in Basel durchgeführt. Für Wartungen und Reparaturen bleibt aber Mailand zuständig. Die neuen Zugmodelle ETR 610 sollen sowohl in schweizerischen wie auch in italienischen Werkstätten gewartet werden. Derzeit sind erst zwei dieser Züge in Betrieb. Sechs weitere sollen laut Cicillini auf den Fahrplanwechsel hin ausgeliefert werden, der Rest der total vierzehn bestellten Züge 2010. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.09.2009, 13:47 Uhr
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8 Kommentare
Ich frage mich allmählich, welche Leute mit welchen Interessen hinter dem systematischen schlecht reden von Cisalpino stecken. Ich bin 6 Jahre lang wöchentlich die Strecke Zürich-Milano mit dem Cisalpino gefahren und bin ein einziges Mal in Arth-Goldau liegen geblieben. Mit der SBB habe ich schlechtere Erfahrungen gemacht. Antworten





