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«Problematisches Signal»
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Für Anlegervertreter sowie Politiker kommt das Traktandum zur Degarchenerteilung zu einem fragwürdigen Zeitpunkt. «Die politische Aufarbeitung um die Rettung der UBS (UBSN 12.9 -0.23%) durch den Schweizer Staat läuft derzeit und wird durch negative Schlagzeilen der Grossbank erschwert», erklärte FDP-Präsident Fulvio Pelli mit Blick auf die Verhandlungen im Parlament.
Er ist darum der Meinung: «Die Decharge wäre ein problematisches Signal, auch wenn verschiedene Staatsanwaltschaften keine strafrechtlichen Verfehlungen der ehemaligen UBS-Spitze festgestellt haben». Massnahmen seien aber Sache der Aktionäre, sagte Pelli auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA weiter.
Psychologisch ungeschickt
Diesen nun mittels Traktandenliste vorzuschlagen, die frühere Führung aus der Verantwortung zu entlassen, sei zum jetzigen Zeitpunkt psychologisch ungeschickt, findet auch Marianne Binder von der CVP.
«Es geht nicht darum, die Empörung zu bewirtschaften und es ist in unser aller Interesse, dass es der UBS wieder gut geht», sagte die Partei-Mediensprecherin. Doch seien Fehler passiert. «Man soll sie aufarbeiten, gerade wenn man auf Eigenverantwortung setzt.» Zwar sei es verständlich, dass man «irgendeinmal einen Strich» ziehen wolle. Doch Aufarbeitung und Transparenz seien gerade jetzt die besten Mittel, die Wogen der Empörung zu glätten.
Affront und «eigenartiges Verständnis»
Auch die SVP hätte lieber, die UBS würde zuerst die politischen Debatten und Abklärungen abwarten, bevor sie ihre Aktionäre über die Decharge jener entscheiden lässt, die das Debakel massgeblich mitverantwortet haben. Silvia Bär, Stellvertretende Generalsekretärin, spricht denn auch von einem «eigenartigen Verständnis» der UBS bezüglich ihrer eigenen Rollenklärung.
Die SP betrachtet den Vorschlag als regelrechte Ohrfeige. «Die Absicht der UBS, der alten Garde bei der Grossbank Decharge zu erteilen, ist schlicht ein Affront.»
Nicht vorgreifen
«Angesichts der laufenden parlamentarischen Untersuchungen, und insbesondere der breiten Absicht zur Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission ist keine vorzeitige Decharge zu erteilen», sagte SP-Generalsekretär Thomas Christen. Die Generalversammlung dürfe den politischen und allenfalls juristischen Untersuchungen des UBS-Debakels nicht vorgreifen.
Auch unter den Aktionären selbst dürfte das Traktandum zu Reden geben. Actares, eine Vereinigung von Aktionären für nachhaltiges Wirtschaften, wird sich gegen das Traktandum stellen, wie Geschäftsleiter Roby Tschopp gegenüber der SDA ankündigte. Noch keine offizielle Stellungnahme wollte die Stiftung Ethos abgeben.
Kein Gehör gefunden
Kleinaktionärsvertreter Hans-Jacob Heitz setzt auf breite Information im Vorfeld. Werde nämlich den früheren UBS-Verantwortlichen Decharge erteilt, würde die Möglichkeit zur späteren Klage erschwert.
Er habe der UBS-Führung bereits vorgeschlagen, das Traktandum Decharge wegen der politischen Brisanz zu verschieben. «Ich habe aber kein Gehör gefunden». (sam/sda)
Erstellt: 18.03.2010, 14:25 Uhr
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