Proteste gegen den Krieg: «Wir sind besorgt, traurig und wütend»
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Aufruf unter Führung der GSoA
Über 50 Organisationen, darunter die Grünen und die SP, hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Der Aufruf solidarisiert sich mit «sämtlichen zivilen Opfern» des Konflikts, benennt aber die «israelische Besatzungs- und Blockadepolitik» als Hauptverantwortliche des jüngsten Krieges.
Aus der ganzen Schweiz reisten am Nachmittag tausende Menschen an die Berner Friedensdemo, unter ihnen auch viele Familien mit Kindern. Zahlreiche schwenkten Friedens- oder Palästinafahnen, andere trugen Transparente mit Aufschriften wie «Peace Now», «Killing is Not a Solution» oder «Nein zur Gewalt in Gaza». Auch Fotos von Kriegsopfern waren zu sehen. Zur Kundgebung aufgerufen hatten mehr als 50 Organisationen, darunter die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), die Grünen und die SP. Bei der Besammlung erinnerten die Verantwortlichen daran, dass sie sich eine «friedliche und würdige» Demo wünschten.
Von der Schützenmatt nahe dem Berner Bahnhof zog der Tross dann in Richtung Münsterplatz los. Angeführt wurde der Zug von den Nationalräten Jo Lang (Grüne/ZG), Joseph Zisyadis (PdA/VD) und Daniel Vischer (Grüne/ZH). Sie trugen ein Transparent mit der Aufschrift «Gaza: Stopp der militärischen Aggression!». Die Demonstrierenden skandierten abwechselnd «Wir sind alle Palästinenser» und «Israel, Terrorist». Vereinzelt waren auch Rufe in arabischer Sprache zu hören.
Solidarität mit allen Opfern
Auf dem prallvollen Münsterplatz lauschte die Menge bei klirrender Kälte mehreren Ansprachen. Firas Abdelhadi von der Palästinensischen Gemeinde in der Schweiz und der palästinensische Anwalt Raji Sourani verurteilten etwa die «Kriegsverbrechen, die in Gaza begangen werden». Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen Schweiz, sagte, man dürfe nicht die Augen davor verschliessen, was in Gaza geschehe. Der Bevölkerung mangle es seit der Offensive an allem und jedem. Leuenberger verurteilte auch die Angriffe der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung. «Für uns hat jedes Menschenleben den gleichen Wert», doppelte Lang nach.
Zusammenarbeit einstellen
Der Bundesrat solle sich für den Stopp der aktuellen israelischen Offensive im Gaza-Streifen stark machen und sich auch für den Dialog einsetzen, lauteten weitere Forderungen. Ausserdem müsse die Schweiz die militärische Zusammenarbeit mit Israel einstellen. Zu Wort meldete sich auch Guy Bollag von der Organisation «Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina». Er sagte, auf der ganzen Welt gebe es Juden, die gegen diesen Krieg seien. «Wir sind besorgt, traurig und wütend über die Eskalation der Gewalt.» Bollag verurteilte ebenso die Angriffe der Hamas auf Israel.
Die Kundgebung verlief friedlich, wie die Kantonspolizei Bern bestätigte. Als zwei Männer, die auf eine Absperrung geklettert waren, Fakeln anzündeten, wurden sie von der Menge ausgepfiffen. Gegen 17 Uhr lichtete sich das Gedränge vor dem Berner Münster und die Kundgebung löste sich auf. Jo Lang zeigte sich danach gegenüber der Nachrichtenagentur SDA zufrieden: «Wir haben ein starkes Zeichen gesetzt.» (vin/cpm/sda/ap)
Erstellt: 10.01.2009, 19:11 Uhr





