Qadhafi hetzt im Internet gegen die Schweiz

Eine zerfetzte Schweizer Flagge mit Hakenkreuz erwartet den Besucher auf der Startseite von www.hannibal.ly. Hinter der geschmacklosen Website soll der Qadhafi-Clan stecken.

Rache: Libyen hat die Verhaftung von Hannibal Qadhafi tief getroffen.

Rache: Libyen hat die Verhaftung von Hannibal Qadhafi tief getroffen.
Bild: Keystone

Seit 14 Tagen ist die Internetsite aufgeschaltet, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Gemäss der Zeitung steht neben der Flagge auf arabisch: «Wir akzeptieren deine Entschuldigung nicht, verfluchte Schweiz!»

Hans-Rudolf Merz hatte sich am 20. August in Tripolis für die Ver­haftung von Dikatorensohn Hannibal Qadhafi im Juli 2008 in Genf entschuldigt.

Steckt die Regierung dahinter?

Die Urheber des Internetauftritts geben sich als «junge libysche Leute» aus, die zur «Unterstützung Hannibal Qadhafis» einen Verein gegründet haben. Gemeinsam wollten sie gegen den «Terrorstaat Schweiz» kämpfen.

«SonntagsBlick»-Recherchen haben ergeben: Hinter der Web­site steckt keineswegs eine Jugendorganisation, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit die ­libysche Regierung selbst. Guido Rudolphi, Experte für Netzkriminalität, hat die ­libysche Propagandaseite mit seiner selbst entwickelten Software durchleutet.

«Es liegt auf der Hand, aus welcher Küche die Seite kommt», sagt er zu «SonntagsBlick». Hannibal.ly sei auf einem Server des IT-Unternehmens ­The Planet in Houston, Texas, ge­speichert. «Auf dem gleichen Rechner verwaltet der libysche Staat die Internetseiten des ­Finanz- und Justizministeriums», so Rudolphi. (bru)

Erstellt: 27.09.2009, 06:55 Uhr

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