Qadhafi lässt Schweizer Diplomaten endlich einreisen
Schwieriges Verhältnis mit der Schweiz: Muammar al-Qadhafi. (Bild: Keystone)
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Die Schweizer Botschaft in Tripolis erhält mit einem halben Jahr Verspätung einen neuen Geschäftsträger. Wie das EDA am Dienstag zu einem Bericht von «Le Temps» bestätigte, hat Libyen das Visum jetzt erteilt. Wer Nachfolger des Anfang Jahr pensionierten Botschafters Daniel von Muralt wird, liess das EDA noch offen.
Die weiterhin nicht bereinigte Krise zwischen Libyen und der Schweiz nach der Verhaftung eines Qadhafi-Sohns in Genf hatte dazu geführt, dass Botschafter von Muralt nicht unmittelbar nach seiner Pensionierung ersetzt werden konnte. Konkret verweigerte Libyen die Einreise. Nun ist das Visum und damit die Einreisebewilligung für den neuen Schweizer Geschäftsträger in Tripolis erteilt worden, wie Erik Reumann vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sagte. Nähere Angaben zur Person, die im Rang eines Geschäftsträgers und nicht eines Botschafters amten wird, machte der EDA-Sprecher vorerst nicht.
Calmy-Rey: «Bedeutende Fortschritte»
Der Posten in Tripolis war seit Anfang Jahr verwaist. Ein akkreditierter Diplomat war aber auch nach dem Abgang des Botschafters immer vor Ort. Zwei Schweizer Geschäftsleute werden seit über 300 Tagen in Libyen festgehalten. Sie sind Opfer der Retorsionsmassnahmen, mit welchen Libyen auf den Vorfall in Genf reagierte.
EDA-Chefin Micheline Calmy-Rey hatte die Männer Ende Mai in Tripolis besucht und damals nach Treffen auf höchster Ebene von «bedeutenden Fortschritten» gesprochen. Der Verhandlungsprozess war weiter im Gang. Ob es zu einem Treffen zwischen Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Staatschef Muammar al-Qadhafi kommt, wie dies das EDA anstrebt, ist weiter offen. Merz hatte sich, wie Ende Juni berichtet, im Interesse einer baldigen Lösung dazu bereit erklärt. (vin/sda)
Erstellt: 14.07.2009, 14:52 Uhr





