Qadhafi möchte die Schweiz zerschlagen

Aktualisiert am 15.07.2009 114 Kommentare

Am Rand des G-8-Gipfels in Italien machte Libyens Staatschef seinem Zorn Luft. Er bezeichnete die Schweiz als Helferin des Terrorismus und schlug radikale Massnahmen vor.

Mittlerweile ein humoristisches Sujet: Qadhafi-Skulptur am traditionellen Fasnachts-Umzug am «Schmutzigen Donnerstag» in Luzern.

Mittlerweile ein humoristisches Sujet: Qadhafi-Skulptur am traditionellen Fasnachts-Umzug am «Schmutzigen Donnerstag» in Luzern. (Bild: Keystone)

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Oberst Moammar al-Qadhafi scheint von einer Versöhnung mit der Schweiz weiter entfernt denn je. Vor einem Jahr begann der Streit um die Verhaftung seines Sohnes Hannibal und dessen Frau in einem Genfer Hotel wegen Randalierens – und nun drosch der Staatschef von Libyen, in dessen Land noch immer zwei Schweizer festsitzen, verbal auf die Eidgenossenschaft ein.

Schweiz soll verschwinden

Laut der libyschen Nachrichtenagentur «Jananews», aus der Radio Suisse Romande und anschliessend weitere Schweizer Medien zitierten, ist das Land für Qadhafi «die Mafia der Welt und kein Staat»: Alle geheimen Konten von Terroristen befänden sich in der Schweiz, sagte der Oberst und schlug zugleich eine radikale Lösung vor.

Die Schweiz, so erklärte Qadhafi, müsse zerschlagen und anschliessend den umliegenden Nationen zugeordnet werden: der deutschsprachige Teil zu Deutschland, das Tessin zu Italien und die Romands zu Frankreich – allesamt verantwortungsvolle Staaten, die weder versteckte Konten noch die Mafia beherbergten und das internationale Recht respektierten.

EDA: Kein Kommentar

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung», dass es diese Aussagen zur Kenntnis genommen habe. Einen Kommentar wollte ein Sprecher dazu nicht abgeben.

Schweiz als Prügelknabe

Laut Hasni Abidi, der das Zentrum für arabische Studien in Genf leitet, braucht Qadhafi einen neuen «Sündenbock», nachdem sich das Verhältnis zu den USA und zum Westen in den vergangenen Jahren etwas entspannt hatte. «Früher geisselte er den westlichen Imperialismus und die USA als Übel der Welt», sagt er gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung», «heute tut er dies mit der Schweiz.» Nach Abidis Einschätzung ist die verbale Kraftmeierei des libyschen Staatschefs ein Zeichen dafür, dass er die Krise rasch beilegen wolle. Qadhafi erwarte von der Schweiz Vorschläge, weil sie in seinen Augen die Ehre seiner Familie verletzt habe. (raa)

Erstellt: 15.07.2009, 15:58 Uhr

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114 Kommentare

Jürg Sprecher

15.07.2009, 16:06 Uhr
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Qadhafi hat diesmal recht. Die Schweiz tut so als würde mit ihren organisationen in humanitären bereich die welt verbessern. Leider wird mit den Geschäftspraktiken von banken und handelsunternehmungen alles1000000fach zu nichte gemacht. Antworten


Charles Lehmann

15.07.2009, 16:06 Uhr
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Schon wieder dieser Vorwuf, man hätte Hannibal und seine Frau nicht inhaftieren sollen. Wenn ich als Bürger XY so randaliere dann würde ich umgehend in die Kiste landen. Wenn ich das richtig verstehe, gibt es sehr viele Leute die eine Zweiklassige Justiz gutheissen. Das finde ich bedenklich! Antworten



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