Schweiz

Raclette statt Ruag

Die Armeegegner propagieren in einem neuen Video-Clip den Export von Käse statt Panzern. Der Kurzfilm läuft in den kommenden Tagen in allen Schweizer Kinosälen

Die Schweiz hat besseres zu bieten als Waffen: Der Clip der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee.

Waffenexporte in Krisenregionen forciert: Bundesrätin Doris Leuthard.

Waffenexporte in Krisenregionen forciert: Bundesrätin Doris Leuthard.

Waffenexporte 2009

Grösste Abnehmer von Schweizer Kriegsmaterial waren in der ersten Hälfte 2009, Deutschland, Dänemark und Saudi-Arabien. Auf diese drei Länder entfielen fast die Hälfte der Exporte. Stark angestiegen - von 947'856 Franken auf über 34 Millionen Franken, sind aber vor allem die Exporte nach Saudi-Arabien. Zurückgegangen sind die Ausfuhren nach Pakistan. Im ersten Halbjahr 2009 wurden dorthin Waffen für rund 1.46 Millionen Franken ausgeführt. Im letzten Jahr exportierte die Schweiz noch für über 100 Millionen Franken nach Pakistan.

Der Clip könnte genausogut aus der Marketing-Abteilung von Swissmilk oder Switzerland Cheese kommen. Zu sehen ist ein Panzer aus Emmentaler Käse, der sich zwischen brennenden Streichhölzern bewegt. Aber er ist Teil der Kampagne für ein Exportverbot von Kriegsmaterial. Die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) hat dazu eine Initiative lanciert, die am 29. November zur Abstimmung gelangt.

Kriegsgeräte verkaufen sich besser als Käse

Man kann den Kurzfilm aber auch als eine Aufforderung an Wirtschaftsministerin Doris Leuthard interpretieren, sie solle lieber den Käseexport fördern, anstatt die Ausfuhr von Kriegsmaterial in Krisengebiete. Für beide Bereiche ist ihr Departement zuständig.

Die CVP-Bundesrätin hält Waffenexporte jedoch für unbedenklich: In den vergangenen Tagen empfahl sie, die Initiave der Gsoa abzulehnen. Über 5000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze in der Rüstungs- und Zulieferindustrie stünden auf dem Spiel.

Leuthard forciert Waffenverkaufe

Leuthard ist im letzten Jahr sogar dadurch aufgefallen, dass sie den Waffenexport in heikle Regionen forcierte. Sie brachte Anträge in den Bundesrat für Waffenausfuhren nach Saudiarabien, Indien und Malyasia. Deswegen wurde sie sogar von der NZZ kritisiert.

Allein in die Krisenregion Pakistan wurden laut Gsoa im letzten Jahr für über 100 Millionen Franken Waffen verschoben. Kein Wunder liegt die Schweiz bei der Ausfuhr von Kriegsmaterial pro Kopf weltweit auf Platz zwei. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.10.2009, 12:07 Uhr

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