Radio-Streit: Lebrument schlägt zurück

Von David Vonplon. Aktualisiert am 18.12.2009

Verleger Hanspeter Lebrument will sein Medienhaus nach Zürich verkaufen, wenn das Departement Leuenberger seinem Radio Grischa der Strom abdreht und Gegenspieler Roger Schawinski zum Zug kommt.

«Das ist seine Methode: Drohen und Erpresssen.» Nächste Runde im Streit Schawinski vs. Lebrument.

«Das ist seine Methode: Drohen und Erpresssen.» Nächste Runde im Streit Schawinski vs. Lebrument.
Bild: Keystone

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Bakom muss über die Bücher

Das Bundesverwaltungsgericht hat Mitte dieser Woche angeordnet, dass das Bakom eine Neubeurteilung der Konzessionsvergabe vornehmen müsse unter Berücksichtigung der Meinungs- und Angebotsvielfalt. Laut Gesetz müssen die Behörden die Wettbewerbskommission konsultieren, um zu entscheiden, ob die Platzhirsche in den einzelnen Regionen eine marktbeherrschende Stellung inne hätten.

Gegen den Konzessionsentscheid des Departements Leuenbergers hatte Radio-Unternehmer Roger Schawinksi rekurriert. Er war bei der Konzessionsvergabe für ein Radio im Aargau und in Graubünden leer ausgegangen.

Was, wenn im Bündnerland und im Aargau nun statt den Lokalradios der alteingesessenen Medienhäuser, Herausforderer Roger Schawinski mit seinen Sendern die Konzession erhält? Hanspeter Lebrument, Medienmonopolist in der Südostschweiz, malt dieses Szenario in den dunkelsten Farben:

Eine Schliessung von Radios und Fernsehen kommt laut Lebrument in den Land- und Randgebieten Aargau, Südostschweiz und Ostschweiz dem Verbot gleich, ein Radio zu betreiben. «Damit könnte auch das Zusammenspiel der Medien, die sogenannte Medienkonvergenz nicht eingeführt werden», so der Verlegerpräsident.

Kein neues Medienhaus, Verkauf nach Zürich

Für Graubünden bedeute dies den Verzicht auf den Bau eines neuen Medienhauses. Und: «Das wiederum würde bedeuten, dass die Südostschweiz Medien und die AZ Medien nach Zürich verkauft würden», so der Verleger in einem Interview in seiner eigenen Zeitung «Südostschweiz».

Lebrument ist offenbar überzeugt, dass solche Drohgebärden wirken. Er spricht aus Erfahrung. Vor einigen Jahren prüften die Aufsichtsbehörden, ob die Medienkonzentration im Raum Chur nicht zu gross sei, weil mit Lebrument ein Verleger die beiden grössten Zeitungen herausgab. «Ich habe damals der Wettbewerbskommission gesagt, ich sei bereit, das ‹Bündner Tagblatt› auf ihre Anordnung zu schliessen. Daraufhin haben sie ihre Untersuchung eingestellt.»

«Die Methode Lebrument»

Gegenspieler Roger Schawinski reagiert gehässig auf die Aussagen Lebruments: «Das ist seine Methode: Drohen und Erpressen.» Offenbar schrecke dieser zur Erhaltung seines Monopols vor gar nichts zurück. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.12.2009, 16:22 Uhr

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