Rahel Blocher übernimmt die BaZ-Aktien
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 13.12.2011 220 Kommentare
Rahel Blocher: Die 35-Jährige ist Teilhaberin, CEO und Verwaltungsrätin der Investmentfirma Robinvest, deren VR-Präsidium mit Christoph Blocher besetzt ist.
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Moritz Suter ist per sofort auch auf dem Papier nicht mehr Verleger der «Basler Zeitung». Gestern Abend um 17.51 Uhr informierte er die Angestellten per Mail darüber, dass er seine Aktien der BaZ Holding AG nach 13 Monaten im Amt gleichentags an Rahel Blocher verkauft habe. Gleichzeitig bestätigte Suter, dass er mit Rahel Blocher vor Amtsantritt eine Übereinkunft unterzeichnet hatte, wonach diese die Aktien im Wert von 1 Million Franken mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zurückfordern und umgekehrt Suter die Aktien innert sechs Monaten zurückgeben könne. Wer die Holding besitzt, der besitzt auch den Rest des Unternehmens. Und das ist nun auch auf dem Papier wieder Christoph Blocher beziehungsweise dessen Tochter Rahel.
Im Mail, das unter der Überschrift «Persönliche Information von Moritz Suter» ohne Autorisierung der neuen Besitzer versandt wurde, stellt Moritz Suter seinen Abgang als Rücktritt dar. Weil «zwischen dem Darlehensgeber und mir zunehmend grundsätzlich unterschiedliche Meinungen aufgetreten sind, wie die BaZ-Gruppe zu führen ist», sei er «gezwungen gewesen, von der Option, die Aktien zurückzugeben, Gebrauch zu machen». Wie der «Tages-Anzeiger» letzte Woche berichtete, ist die Darlehensgeberin über Mittelsmann Marcel Ospel ebenfalls Christoph Blochers Tochter, welche von ihrer Call-Option im September Gebrauch gemacht hatte.
Anruf bei der Regierung
Suter hat die Aktien also nicht aus freien Stücken zurückgegeben, sondern war zur Rückgabe aufgefordert worden. Dies, nachdem er mittels eigenen Investoren das Darlehen ablösen und Rahel Blocher – und damit ebenso ihren Vater Christoph Blocher und Chefredaktor Markus Somm – aus der BaZ hinausdrängen wollte, was ihm trotz «intensiven Verhandlungen nicht gelungen» sei, wie er in seiner Mitteilung schreibt.
Suter gab damit den von Anfang an aussichtslosen Machtkampf gegen Christoph Blocher als Strippenzieher hinter der BaZ verloren. Er informierte gestern den zuständigen Basler Regierungsrat Christoph Brutschin, Vorsteher des Wirtschaftsdepartements, telefonisch und persönlich darüber, dass er den Verlegerposten räume. Kurz zuvor hatte der Gesamtregierungsrat des Kantons Basel-Stadt als Reaktion auf die Berichterstattung der vergangenen Woche mittels Medienmitteilung die Offenlegung der Besitzverhältnisse verlangt. Die Basler Regierung sorgt sich insbesondere um den Druckbereich des Unternehmens, der gemäss der seit längerem bekannten Sanierungsstrategie von Christoph Blocher vom restlichen Unternehmen abgespalten und verkauft oder liquidiert werden soll.
Suter wurde der Zutritt verweigert
In die Redaktion der BaZ wurde Suter, dem es ein offensichtliches Bedürfnis war, seinen Abgang selbst zu kommunizieren, von den neuen und alten Eigentümern der BaZ gestern Abend nicht mehr vorgelassen, wie es aus gut informierten Kreisen heisst. Nachdem er seine Mitteilung abgeschickt hatte, deponierte er sein Handy bei seiner Sekretärin und tauchte ab.
Suters Rolle als Verwaltungsratspräsident soll künftig der FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger einnehmen. Leutenegger wickelte bereits die Sanierung des Jean-Frey-Verlags ab, bei dessen Verkauf an den deutschen Axel-Springer-Verlag die «Weltwoche» herausgelöst und an Roger Köppel verkauft wurde. Christoph Blocher, der eine finanzielle Beteiligung an der «Basler Zeitung» stets bestritten hatte, wollte sich gestern ebenso wenig äussern wie Tochter Rahel und der als VR-Präsident gehandelte Leutenegger. Dieser verlinkte aber über den Webdienst Twitter kommentarlos auf einen Artikel der «Tagesschau», der ihn als künftigen Verwaltungsratspräsidenten nennt.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 12.12.2011, 23:10 Uhr
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220 Kommentare
Leutenegger ist mittlerweile bekannt dafür Steigbügelhalter für Blocher zu sein, wann immer ein lukratives Mandat als Lohn herausspringt. Ein Hand wäscht die andere und so werden die Stimmen die immer laut nach mehr direkter Demokratie rufen zu deren Totengräber! Mein Glaube dass unsere Politik anständiger ist als andere, ist leider ein Wunsch, eine Illusion, eine Seifenblase die blutrot platzt! Antworten
Oligarchen sind auch bei uns im Vormarsch. Querbeet über die ganze Familie verteilt, finden sich Fabriken, Zeitungen, Fernsehsendungen, Schlösser, Kunstsammlungen, Gebäckhersteller und eine eigene Partei, die man finanziert und so steuert. Auch Gehilfen sind stets zur Hand, die gerne Kasse machen. Antworten


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