Ramadan gegen Ramadan
Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 08.09.2010 25 Kommentare
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- «Die Steinigung zu rechtfertigen, ist nicht akzeptabel»
- «Die Steinigung hat abschreckende Wirkung»
- Islam-Wissenschaftler Ramadan tritt in den USA auf
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Dass die Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani zum Tode durch Steinigung verurteilt wurde, bewegt Hani Ramadan nicht besonders. Die Steinigung habe abschreckende Wirkung, meint er lapidar. Sein Bruder Tariq Ramadan zeigt sich dagegen über das Urteil schockiert. Es dürfe nicht sein, dass Ashtiani gesteinigt werde.
Hani und Tariq Ramadan sind Brüder. Beide sind Enkel von Hassan al-Banna, dem Gründer der ägyptischen Muslimbrüder. Beide sind Söhne des Muslimbruders Said Ramadan, der unter politischem Druck des ägyptischen Staatschefs Gamal Abdel Nasser Ägypten verlassen musste. Und beide kamen sie in Genf zur Welt. Damit hört die Gemeinsamkeit zwischen den beiden auf.
«Das darf nicht sein»
Der 51-jährige Hani Ramadan, Vater dreier Kinder und Direktor des Islamischen Zentrums in Genf ist ein bekennender Islamist. Mehrfach rechtfertigte er in Interviews die Steinigung als Strafe bei Ehebruch. Dies kostete ihn 2002 die Stelle als Lehrer an einer öffentlichen Schule in Genf. Zur drohenden Steinigung der zum Tode verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani meinte Hani Ramadan in der Zeitung «Le Matin»: «Die Steinigung hat abschreckende Wirkung.»
Der 48-jährige Tariq Ramadan, Vater von vier Kindern und Akademiker sieht sich als Vertreter des «Euro-Islam». Der Intellektuelle, der an der Universität Oxford zeitgemässe islamische Studien unterrichtet, ist entsetzt über die drohende Steinigung von Ashtiani: «Ich verurteile das Steinigungsurteil gegen Sakineh Mohammadi Ashtiani. Das kann nicht sein, das darf nicht sein», schreibt er auf Tariqramadan.com
Empörung bloss Vorwand
Hani Ramadan rechtfertigt das Urteil damit, dass «diese Frau wegen Ehebruchs und Mordes verurteilt wurde». Die westliche Empörung und Mobilmachung zugunsten Ashtianis sei bloss ein Vorwand, um den Iran anzugreifen. «Es ist viel einfacher für Frau Clinton, den Iran zu verurteilen als das, was in den USA praktiziert wird», sagt er gegenüber der Zeitung «Le Temps» im Hinblick auf die Anwendung der Todesstrafe in den USA. «Ich möchte auch gerne hören, was sie über die von ihrer gloriosen Armee in Afghanistan massakrierten Zivilisten sagt», so Hani Ramadan weiter.
Dass der Westen hier mit zwei Ellen misst, findet zwar auch Tariq Ramadan. Im Gegensatz zu seinem Bruder kann er deswegen die Steinigung nicht rechtfertigen. Im Gegenteil. Seit fünfzehn Jahren fordert er, dass «sogenannte islamische Strafen in muslimischen Ländern, seien es körperliche Züchtigungen, die Todesstrafe oder die Steinigung» nicht mehr vollzogen werden. Der Vollzug dieser Strafen, so Tariq Ramadan, verstosse auch im Namen des Islam «gegen die Würde und die Rechte von Menschen in Gesellschaften, in denen das Justizsystem nicht transparent, um nicht zu sagen korrupt ist, und wo diese Strafen oft Ausdruck einer Instrumentalisierung der Religion für eigene Zwecke oder zur Abgrenzung gegenüber dem Westen sind».
Aktivisten «verdächtig still» bei Unrecht in anderen Ländern
Obwohl er die Steinigung und die Todesstrafe im Allgemeinen scharf verurteilt, mag Tariq Ramadan die Petition für die Causa Ashtiani, die von ein paar französischen Intellektuellen ins Leben gerufen wurde, nicht unterzeichnen. Dieselben Leute seien «verdächtig still», wenn es darum gehe, von Israel oder «befreundeten Ölmächten» begangenes Unrecht zu verurteilen. Tarik Ramadan findet es «ganz einfach eklig», dass dieselben Intelektuellen nicht Stellung bezogen zum Gaza-Krieg und den Angriff auf die Gaza-Flotille oder zur Tatsache, dass etwa in Saudiarabien, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten, alles Länder, mit denen die USA eng zusammenarbeiten, ebenfalls Menschen zum Tode durch Steinigung verurteilt werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2010, 12:07 Uhr
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25 Kommentare
Interessant, immer wenn es um Unrecht im Islam geht, wird versucht, Israel als Vergeich heranzuziehen, im klaren Unwissen darüber, was und wie die Israelische Gesellschaft funktioniert. Der Gaza Krieg war eine klare Antwort an den jahrelangen Beschuss der Hamas gegen Israel, und kein Piratenakt, auch die Gaza-Flotilla war ein gewalttätiges Brüskieren Israels. Die Sharia ist unmenschlich und böse! Antworten






