Referenzzins für Mieten bleibt auf Rekordtief

Der Referenzzinssatz verharrt auf rekordtiefen 2,25 Prozent. Für die Mieter besteht nur in Ausnahmefällen ein Senkungsanspruch.

Kein Recht auf tiefere Miete: Ein Paar besichtigt eine neu erstellte Wohnung in Zürich. (Archivbild)

Kein Recht auf tiefere Miete: Ein Paar besichtigt eine neu erstellte Wohnung in Zürich. (Archivbild) Bild: Keystone

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Der Referenzzinssatz für Wohnungsmieten bleibt auf dem Rekordtief von 2,25 Prozent. Damit ist er seit der Senkung vor einem Jahr unverändert. Der Zinssatz gilt als Referenzgrösse für die Mietzinse in der ganzen Schweiz.

Da der Referenzzinssatz unverändert bleibt, haben die Mieter weder einen neuen Senkungs- noch einen Erhöhungsanspruch, wie das Bundesamt für Wohnungswesen am Montag mitteilte. Falls jedoch die Mieten in einzelnen Fällen noch nicht angepasst worden seien, könnten Mieter einen Senkungsanspruch geltend machen.

Zudem könnten weitere aufgelaufene Kostenänderungen – etwa Teuerung im Umfang von 40 Prozent und Erhöhungen von Unterhaltskosten – eine Anpassung rechtfertigen. Dies könnte im Rahmen der Mietzinssenkung verrechnet werden.

Der nächste Referenzzinssatz wird am 2. September 2013 publiziert. Er wird vierteljährlich ermittelt. Letztmals gesenkt wurde der für die Wohnungsmieten in der Schweiz massgebliche Zinssatz vor einem Jahr – von 2,5 auf 2,25 Prozent.

Senkung in Sichtweite

Der Durchschnittszinssatz, der am 31. März ermittelt wurde, sank gegenüber dem Vorquartal von 2,19 Prozent auf 2,14 Prozent. Solange der Wert zwischen 2,13 und 2,37 Prozent liegt, beträgt er gerundet 2,25 Prozent.

Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband (SMV) zeigte sich optimistisch, dass der Referenzzinssatz bei der nächsten Publikation auf 2 Prozent sinken werde. «Nichts deutet darauf hin, dass in den nächsten Monaten die durchschnittliche Verzinsung wieder ansteigt», teilte der SMV am Montag mit.

Er fordert die Mieter weiterhin dazu auf, aktiv zu werden und bei ihrem Vermieter eine Senkung des Mietzinses einzufordern. So könnten auch sie von der nun bereits seit über vier Jahren herrschenden Tiefzinsphase profitieren. Von einem effektiven Mietzinsrückgang in der Schweiz sei bisher nichts zu spüren. Erst rund 15 Prozent der Mietenden seien in den Genuss einer Mietzinssenkung gekommen, schreibt der SMV.

HEV: Einzelfall prüfen

Der Hauseigentümerverband (HEV) empfiehlt seinen Mitgliedern eine Überprüfung jener Mietverhältnisse, deren Mietzins noch nicht auf dem Satz von 2,25 Prozent basiert. Grundsätzlich bestehe ein Senkungsanspruch gemäss Gesetz aber nur, wenn mit dem bestehenden Mietzins ein übersetzter Ertrag erzielt werde, erklärt der HEV in einer Stellungnahme.

Gegen Senkungsansprüche könnten Vermieter den Teuerungsanteil und allgemeine Kostensteigerungen geltend machen. In zahlreichen Regionen hat sich laut HEV eine jährliche Pauschale von 0,5 bis 1 Prozent für diese Kostensteigerungen eingebürgert. Sie werde von Schlichtungsbehörden und Mietgerichten anerkannt. (mrs/sda)

Erstellt: 03.06.2013, 08:51 Uhr

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