Roger Köppel schaltet Werbespot nach «Arena»-Ausladung

Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 19.09.2009 256 Kommentare

Die «Arena» des Schweizer Fernsehens mit dem neuen Bundesrat Didier Burkhalter fand auf Druck der FDP ohne Roger Köppel statt. Der Chefredaktor der «Weltwoche» lässt sich dies nicht gefallen.

«Was ich in der Arena nicht sagen darf, lesen Sie in der nächsten Weltwoche»: Roger Köppel.

«Was ich in der Arena nicht sagen darf, lesen Sie in der nächsten Weltwoche»: Roger Köppel.
Bild: Keystone

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Burkhalter appelliert zur Zusammenarbeit

In seinem ersten Auftritt als frisch gewählter Bundesrat in der «Arena» des Schweizer Fernsehens SF hat Didier Burkhalter an die Parteien appelliert, im Streit um das Gesundheitswesen mit dem Bundesrat zusammenzuarbeiten. «Der Bundesrat macht nur Vorschläge, entscheiden muss das Parlament.» Es brauche eine Zusammenarbeit über Parteien und Interessengruppen im Gesundheitswesen hinweg, um eine Reform durchzubringen und die rasant steigenden Krankenkassenprämien in den Griff zu bekommen. Burkhalter gestand ein, dass angesichts der unterschiedlichen Interessen der verschiedenen ins Gesundheitswesen involvierten Gruppen - Krankenkassen, Ärzte, Spitäler oder Pharmaindustrie - eine Reform ein schwieriges Unterfangen sei. Er selbst habe während seiner Zeit im Parlament, nie einer solchen Interessengruppe angehört, betonte er seine Unabhängigkeit. Er sei optimistisch, dass die Aufgabe zu bewältigen sei, sagte der neue Chef des Departements des Inneren (EDI). Er hoffe, dass die Gesundheitsreform «nicht in zehn sondern eher in drei Jahren» durch das Parlament verabschiedet werde.

Ein Artikel des «Tages-Anzeigers» (TA) hat am Freitag viel Wirbel ausgelöst. Der TA machte publik, dass die «Arena» des Schweizer Fernsehens eine Einladung an Roger Köppel auf Druck der FDP wieder zurückzog. Die Partei des frisch gewählten Bundesrats Didier Burkhalter wollte nicht, dass der streitbare Chefredaktor der «Weltwoche» an der Diskussionssendung teilnimmt.

Im Laufe des Freitags versuchte die FDP, die Wogen zu glätten. FDP-Sprecher Noé Blancpain sagte, es habe keine Drohung gegenüber dem Schweizer Fernsehen gegeben. Auch sei der Eindruck verfehlt, der neu gewählte Bundesrat scheue die Konfrontation. «Didier Burkhalter war in diese Entscheidung nicht involviert.» Sie sei im Generalsekretariat der FDP getroffen worden.

Werbespot für die «Weltwoche»

So weit die Darstellung der FDP. Auf die Ausladung durch die «Arena» reagierte Roger Köppel auf seine Weise. Am Freitagabend meldete sich der Chefredaktor der «Weltwoche» mit einem Werbespot im Schweizer Fernsehen zu Wort. Direkt vor der Ausstrahlung der «Arena» konnten die Zuschauer einen Text-Werbespot mit folgendem Inhalt lesen: «Was ich heute in der Arena nicht sagen darf, lesen Sie in der nächsten Weltwoche. Herzlich, Ihr Roger Köppel.»

Die «Arena»-Ausladung von Köppel wird seit der Veröffentlichung des TA-Artikels am Freitag auf den Schweizer News-Websites und Blogs heftig diskutiert. In den Kommentaren kommt die FDP schlecht weg. Das Verhalten der FDP sei undemokratisch und verletze die Meinungs- und Pressefreiheit. Auch der neue Bundesrat Didier Burkhalter muss sich Kritik gefallen lassen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.09.2009, 10:03 Uhr

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256 Kommentare

Hans-Peter Widmer

18.09.2009, 08:17 Uhr
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Das finde ich eine seeeeehr unschöne Sache. Schaut bitte die heutige Arena ebenfalls nicht! Antworten


nicolas meier

18.09.2009, 08:18 Uhr
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einmal mehr scheint sich zu bestätigen, dass dieser fdp-generalsekretär eine schwache figur ist. die exponenten der fdp erscheinen leider als wenig kritikfähig, was auch ihre ewige ranküne gegen den ehemaligen juniorpartner svp zeigt... als fdp-mitglied würde ich mir wünschen, dass man endlich wieder zu einer soliden bürgerlichen zusammenarbeit mit der svp findet! leute wie herr köppel brauchts! Antworten



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