De Weck neuer SRG-Direktor: Die Reaktionen
Aktualisiert am 18.05.2010 268 Kommentare
Gewählt: Roger de Weck. (Bild: Keystone )
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Die Generaldirektoren der SRG seit 1931
Seit der SRG-Gründung 1931 haben bisher sieben Generaldirektoren das Unternehmen geleitet. Die letzten drei waren CVP-Männer. Hier eine Liste der SRG-Generaldirektoren:
1931-1936: Maurice Rambert, Radio-Initiant in Lausanne, wird erster Generaldirektor der SRG. Diese erhält vom Bundesrat die alleinige Konzession für Radiosendungen in der Schweiz.
1936-1950: Alfred W. Glogg führt als Generaldirektor die SRG durch die schwierigen Kriegsjahre. Unter ihm wird die SRG stärker zentralisiert.
1950-1972: Marcel Bezençon, zuvor Direktor des Radiostudios Lausanne. In seiner Amtszeit werden das Fernsehen und die zweiten Programme der SRG-Radios eingeführt.
1972-1981: Stelio Molo, Tessiner FDP-Mann, zuvor Redaktor bei der SDA und Chef von Radio Monteceneri. Er setzt sich besonders für die Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen von politischer Einflussnahme ein.
1981-1987: Leo Schürmann, Nationalrat (CVP/SO), erster Preisüberwacher 1973/74, Mitglied des Nationalbank-Direktoriums. In seiner Amtszeit führen die SRG-Radios dritte Programmketten für ein junges Publikum ein (als Antwort auf die Zulassung von Privatradios 1983), das Fernsehen startet den Teletext.
1987-1996: Antonio Riva, Tessiner CVP-Mann, hatte beim Tessiner Radio und Fernsehen (RTSI) Karriere gemacht. In seiner Amtszeit wird die SRG reorganisiert, dritte respektive vierte TV- und Radioketten werden eingeführt.
1996-2010: Armin Walpen, Oberwalliser CVP-Mann, Jurist mit Karriere via EVED (UVEK), «Tages-Anzeiger», EJPD, SRG. Unter ihm erhält die SRG den Zusatz «idée suisse», Schweizer Radio International wird vom Kurzwellensender zur Internetplattform swissinfo, die Radio- und TV-Digitalisierung startet.
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Roger de Weck ist der achte Generaldirektor seit der SRG-Gründung im Jahr 1931. Er ist nun Herr über 8 Fernsehprogramme, 18 Radiosender und 6100 Angestellte. Er verdient knapp 600'000 Franken im Jahr. Die SRG setzt jährlich rund 1,6 Milliarden Franken um.
Der 56-jährige de Weck wird als Nachfolger von Armin Walpen sein Amt am 1. Januar 2011 antreten. Er zählt zu den profiliertesten Journalisten und Publizisten der Schweiz. Der «Sternstunden»-Moderator de Weck war Chefredaktor von «Zeit» und «Tages-Anzeiger». Als de Weck 1997 seinen Rücktritt als «Tages-Anzeiger»-Chefredaktor bekannt gab, begründete er diesen Schritt auf der Frontseite der Zeitung mit dem Druck zum Sparen, der seiner Ansicht nach eine kritische Grenze erreicht hatte.
Gewaltige Herausforderungen
Bei der SRG warten auf den neuen Generaldirektor nun ebenfalls grosse Herausforderungen. So werden Fernsehen und Radio bis 2011 in einem Konvergenz-Projekt organisatorisch und publizistisch zusammengelegt.
Auch finanziell ist die Lage angespannt: Die SRG schloss 2009 erneut mit einem Defizit ab (46,7 Millionen Franken). Dabei schwindet das Eigenkapital, und die Schulden wachsen. Ebenfalls ins Haus steht eine Debatte über eine Erhöhung der Empfangsgebühren.
Überraschende Wahl
Roger de Wecks Wahl gilt als Überraschung. Der Publizist war im Vorfeld in den Medien nicht als möglicher Kandidat gehandelt worden. Als Favorit wurde im Vorfeld FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger herumgeboten. Er hat als CEO des Jean-Frey Verlags bewiesen, dass er ein defizitäres Medienunternehmen sanieren kann. Doch nun hat ihm wohl sein politisches Leben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach seinem Abgang beim Schweizer Fernsehen 2002 kritisierte Leutenegger die gebührenfinanzierte SRG und die Medienpolitik des Bundes vehement.
Der gewählte Roger De Weck wohnt in Zürich, ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern. Er ist in Freiburg geboren worden und in Genf und Zürich zweisprachig aufgewachsen. De Weck hat an der Universität St. Gallen Wirtschaft studiert. Er ist Ehrendoktor der Universität Luzern.
«Ich freue mich auf die grosse Aufgabe»
«Wir sind überzeugt, mit Roger de Weck eine anerkannte, publizistisch versierte und integre Persönlichkeit gefunden zu haben. Dank seiner Affinität zu gesellschaftspolitischen Themen, seiner Herkunft in der Romandie und seiner breiten Vernetzung in Politik und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft kann er unser Medienunternehmen ideal weiterbringen», sagte Jean-Bernard Münch, Verwaltungsratspräsident von SRG SSR.
«Ich freue mich auf die grosse Aufgabe, in die ich meine Erfahrungen aus unterschiedlichen Medien einbringen kann», erklärt Roger de Weck und fügt an: «Eine Verpflichtung, die ich mit Respekt annehme und der ich mit Sorgfalt gerecht werden will.» (bru)
Erstellt: 18.05.2010, 15:37 Uhr
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268 Kommentare
Bei einer Stelle, wie der eines SRG-Direktors, sind unternehmerische Erfahrungen und nicht jurnalistische gefragt. Bei so einer Stelle lässt man keinen Versuchsballon in Form eines Herrn de Weck steigen. Dass Herr de Weck diesen Posten erhält zeigt, es ist eine politische Wahl. Diese Ignoranz sämtlicher Tatsachen, kann sich nur ein mit Zwangsbeiträgen finanziertes Unternehmen wie die SRG erlauben. Antworten
































