SBB bitten Sitzplatz-Blockierer zur Kasse

Wer in vollen Zügen einen Platz neben sich mit Gepäck besetzt, soll künftig ein zusätzliches Billett bezahlen müssen. Besonders uneinsichtige Passagiere wollen die SBB sogar aus dem Zug werfen.

Eng ist es zu den Stosszeiten: Pendler in einer S-Bahn in Regensdorf ZH.

Eng ist es zu den Stosszeiten: Pendler in einer S-Bahn in Regensdorf ZH. Bild: Keystone

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Mit dem neuen Fahrplanwechsel sagen die SBB Passagieren, die ganze Abteile für sich beanspruchen, den Kampf an. Gemäss einem Beitrag von «20 Minuten online» führt die Bahn am 11. Dezember eine neue Hausordnung ein, der zufolge eine Person nur noch einen Sitzplatz belegen darf. Passagiere dürfen demnach in vollen Zügen keine Gepäckstücke oder Mäntel mehr auf einen Sitzplatz neben sich legen.

Den SBB sind Passagiere, die freie Sitzplätze blockieren, schon länger ein Dorn im Auge. Offenbar haben sie es nun auch aufgegeben, auf den gesunden Menschenverstand der Kunden zu hoffen. Mit der Hausordnung hat die Bahn nun eine griffige Grundlage, um gegen uneinsichtige Pendler vorzugehen.

Neue Konflikte sind programmiert

Wer sich den Ermahnungen der Zugbegleiter widersetzt, muss in die Tasche greifen. «In einem ersten Schritt verrechnen wir ein zusätzliches Billett für die Tasche. Wer sich dann immer noch uneinsichtig zeigt, wird aus dem Zug gewiesen», sagt SBB-Sprecher Reto Kormann gegenüber dem Onlineportal. Die Fahrgäste würden beim Fahrplanwechsel per Durchsage über die neuen Regeln informiert.

Die Zugbegleiter sorgen sich nun angeblich, dass es wegen der neuen Regelung zu zusätzlichen Konflikten in den Zügen kommen könnte. Es brauche in Stosszeiten viel Nerven, um solche Zuschläge durchzusetzen, warnt Jürg Hurni von der Verkehrsgewerkschaft SEV gegenüber «20 Minuten online». Die SBB dagegen rechnen laut Reto Kormann damit, dass sie nur in Ausnahmefällen die drastischen Regeln durchsetzen müssen. (miw)

(Erstellt: 08.11.2011, 10:13 Uhr)

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