SBB-Kunden werden geschröpft

Von Jan Derrer. Aktualisiert am 02.09.2010 35 Kommentare

Vom niedrigen Euro-Kurs profitieren SBB-Kunden bei Fahrten ins Ausland nicht – die Bahn gibt die Kursgewinne nicht weiter. Doch wer online bei der deutschen oder französischen Bahn bucht, spart massiv.

Teure Auslandreisen für SBB-Kunden: Eröffnung der TGV-Linie Basel–Paris im Juni 2007.

Teure Auslandreisen für SBB-Kunden: Eröffnung der TGV-Linie Basel–Paris im Juni 2007.
Bild: Patrick Straub/Keystone

Wer mit der Bahn ins Ausland fährt und sein Bahnticket bei den SBB kauft, hat derzeit das Nachsehen. Die Billette kosten rund 20 Prozent mehr als bei den ausländischen Bahngesellschaften. Die SBB geben den tiefen Euro-Kurs ihren Kunden nicht weiter.

Eine SBB-Kundin beklagte gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten», dass sie für die Strecke von Genf nach Toulon der SBB 91 Franken bezahlt hatte und im Nachhinein merkte, dass sie bei der SNCF bloss 58.50 Euro – also 76 Franken – bezahlt hätte. Tatsächlich sind die Preisunterschiede massiv: Eine einfache Bahnfahrt von Basel nach Paris kostet bei den SBB 140 Franken. Auf der Website der französischen Bahngesellschaft SNCF kostet das Ticket dagegen 75.40 Euro – also 98 Franken.

Euro-Wechselkurs nur einmal jährlich festgelegt

Diese Unterschiede kämen wegen des tiefen Euro-Kurses zustande, heisst es bei den SBB. Laut Sprecher Roman Marti legten die SBB einmal im Jahr mit den anderen europäischen Bahnen die Tarife fest, die sie sich gegenseitig verrechnen werden. Der Wechselkurs für die Verrechnung wurde bereits im Juli 2009 festgelegt. Er ist fix und Kursschwankungen werden nicht berücksichtigt. Derzeit wird abgeklärt, wie die Systeme angepasst werden können, um stark schwankenden Wechselkursen Rechnung zu tragen. Roman Marti betont: «Genauso gut sind auch Preisvorteile für die Kunden möglich, wie dies beispielsweise 2006 und 2007 der Fall war.»

Preisüberwacher Stefan Meierhans wurde wegen der hohen SBB-Auslandspreise schon kontaktiert. Die Wechselkurse nur einmal im Jahr festzulegen, sei zwar kein Missbrauch im Sinne des Gesetzes – nämlich dann, wenn es auch zugunsten des Kunden in Zeiten eines schwachen Frankens geschehe. Aber man könne darüber streiten, ob es in Ordnung sei. Dass die SBB dieses Thema trotz internationaler Schwierigkeiten prüfen wollen, freut Meierhans: «Hauptsache ist, es geht etwas.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2010, 16:54 Uhr

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35 Kommentare

Kurt Naef

02.09.2010, 23:00 Uhr
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der sbb-preis von 140.- war schon vor dem absacken des euro viel zu hoch. legt man den devisen mittelkurs 2009 zu grunde also 1.54 dann waren das 120.- !! also schon lange wird abgezockt. wahnsinnslöhne und boni für die teppichetagen müssen halt vom kunden bezahlt werden. Antworten


Giovanni Bernasconi

02.09.2010, 22:57 Uhr
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Ich kann nur wiederholen, was ich hier schon viele Mal gesagt habe: zum Einkaufen, ins Ausland gehen und sparen! Heute muss man nicht einmal mehr physisch hinfahren: der Internet macht es moeglich. Wie die SBB / FFS das Publikum anluegen zeigt ihre Meinung ueber ihre Kunden: sie glauben Alle sind dumm. Antworten



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