SRG verzichtet auf Longchamps-Umfragen

Aktualisiert am 17.01.2010

Nach der Fehlprognose zur Minarett-Abstimmung zieht die SRG Konsequenzen: Sie veröffentlicht vorläufig keine Meinungsumfragen des Forschungsinstituts GfS von Politologe Claude Longchamp mehr.

Lag mit seinen Umfrage-Ergebnissen zur Minarett-Umfrage daneben: Politologe und Leiter des Forschungsinstitutes Gfs, Claude Longchamps.

Lag mit seinen Umfrage-Ergebnissen zur Minarett-Umfrage daneben: Politologe und Leiter des Forschungsinstitutes Gfs, Claude Longchamps. (Bild: Keystone)

Artikel zum Thema

Stichworte

SRG-Sprecher Daniel Steiner bestätigte auf Anfrage der SDA einen entsprechenden Bericht der «NZZ am Sonntag». Weil der Vertrag zwischen SRG und GfS aber bis Ende Legislatur läuft, bezieht die SRG die Umfragen zwar nach wie vor, veröffentlicht sie jedoch nicht.

Diesen Entscheid haben die Chefredaktoren der SRG in Absprache mit Generaldirektor Armin Walpen gefällt. Eine externe Analyse soll nun zeigen, wie die «Riesenabweichung» zwischen Prognose und Abstimmungsresultat vom 29. November 2009 entstanden sei, sagte Steiner. Bis klar sei, ob solche Differenzen vorkommen können oder ob an den Umfragen etwas geändert werden muss, bleiben die Umfragen unter Verschluss.

Veröffentlichung für 7. März unklar

Somit bleibt laut Steiner offen, ob vor der nächsten eidgenössischen Abstimmung vom 7. März 2010 noch eine Umfrage veröffentlicht wird oder nicht. Welche externe Stelle mit der Analyse beauftragt worden ist, gab der Unternehmenssprecher nicht bekannt.

Claude Longchamps Meinungsumfragen waren in die Kritik geraten, nachdem sein GfS-Institut für die Minarett-Abstimmung eine Nein- Mehrheit von 53 Prozent vorausgesagt hatte, das Stimmvolk die Initiative jedoch mit 57 Prozent annahm. (tan/sda)

Erstellt: 17.01.2010, 12:24 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Meistgelesen in der Rubrik Schweiz