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SVP kämpft gegen die Ausschaffung einer syrischen Familie

Von Claudia Blumer. Aktualisiert am 09.03.2011 155 Kommentare

Vier Parlamentarier setzen sich für eine verfolgte Familie ein – zusammen mit christlichen Organisationen.

Christliche Unterstützung: Horiya und Faruq Hassu mit Tochter Tireej.

Christliche Unterstützung: Horiya und Faruq Hassu mit Tochter Tireej.
Bild: zvg

Er entschied sich für den Gang an die Öffentlichkeit: Daniel Zingg, Pressesprecher des «Aktionskomitees gegen die strategische Islamisierung der Schweiz». (Bild: zvg)

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Gleich vier SVP-Nationalräte wollten gestern vom Bundesrat wissen, weshalb die syrische Familie Hassu-Abdulkader aus Bollodingen (BE) ausgeschafft werden soll. Die ehemals muslimischen Flüchtlinge sind in der Schweiz zum Christentum konvertiert.

«Wir wissen es alle», schreibt Nationalrat Andreas Brönnimann (SVP/BE), «wenn ein Mensch vom Islam zum Christentum konvertiert, bedeutet dies in einem islamischen Staat Verfolgung, Folter und Tod. Warum wird die Familie Hassu-Abdulkader trotzdem nach Syrien ausgeschafft?» Auch Lukas Reimann (SVP/SG), Theophil Pfister (SVP/SG) und Erich von Siebenthal (SVP/BE) setzten sich für die von der Ausschaffung bedrohte Familie ein.

Viertes Asylgesuch eingereicht

Normalerweise engagiert sich die SVP für eine restriktive Ausländerpolitik. Nun kämpfen SVP-Politiker in einer konzertierten Aktion für das Asyl einer ausländischen Familie? Der Hintergrund ist religiöser Natur. Wegen ihrem Bekenntnis zum christlichen Glauben setzen sich vor allem christliche Organisationen für die Familie Hassu ein, zum Beispiel die schweizerische evangelische Allianz gegen Christenverfolgung. Theophil Pfister wurde von mehreren christlichen Online-Plattformen angeschrieben, wie er auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt. Dies habe ihn auf die Idee gebracht, die Frage an den Bundesrat zu verfassen.

Lukas Reimann ist durch Daniel Zingg, einen ehemaligen Mitstreiter im Komitee für die Anti-Minarettinitiative, auf den Fall aufmerksam geworden. Zingg, der auch Pressesprecher des «Aktionskomitees gegen die strategische Islamisierung der Schweiz» ist, kümmert sich persönlich um die Familie Hassu, deren Aufenthaltsort aus Sicherheitsgründen nicht bekannt ist. Als die syrische Familie am 20. Februar das abschlägige Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erhielt, entschied sich Zingg, mit dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen. In einem offenen Brief wandte sich Horyia Hassu an die Justizministerin Simonetta Sommaruga.

«Schattenseiten der muslimischen Denkart»

«Dass wir uns gegen eine Ausschaffung wehren, ist speziell, ja. Aber der Abstimmungskampf um die Minarettinitiative hat uns sensibilisiert», sagt Theophil Pfister. «Wir sind mit den Schattenseiten der muslimischen Denkart konfrontiert worden.»

Die ersten drei Asylgesuche seien vom Bundesamt für Migration zu oberflächlich begutachtet worden, sagen die SVP-Fragesteller. Der abschlägige Bescheid mit der Begründung, Christen seien in Syrien offiziell anerkannt, trage dem speziellen Fall der Familie Hassu zu wenig Rechnung. Nun hat die Familie ein viertes Asylgesuch eingereicht, weswegen der Bundesrat die Frage nicht beantworten konnte.

Hilfe von christlichen Organisationen

Tatsächlich werden Christen im laizistischen Syrien von Staates wegen nicht verfolgt. Todesdrohungen gegenüber konvertierten Christen kommen aber vor. So weist auch Faruq Hassu die Drohung seines Vaters auf Tonband aus. Doch das Ehepaar Hassu, das seit zweieinhalb Jahren in der Schweiz lebt und mittlerweile eine kleine Tochter hat, wäre bei einer Ausschaffung noch aus einem weiteren Grund gefährdet: Als Angehörige der kurdischen Minderheit haben sie sich verbotenerweise mehrmals für die Sache der Kurden eingesetzt, zuletzt von der Schweiz aus in einem TV-Interview im kurdischen Fernsehen. Seither sind sie in Syrien zur Verhaftung ausgeschrieben.

Die Unterstützung der SVP-Parlamentarier aber beruht nicht auf dem Engagement für die Kurden, sondern auf dem Bekenntnis zum Christentum. «Ich wäre bereit, für meinen Glauben zu sterben», schrieb Horiya Hassu im offenen Brief. Die Familie besucht im Emmental regelmässig die Gottesdienste der freien evangelischen Gemeinde.

Durch das vierte Asylgesuch gewinnt die Familie Zeit, dank der langwierigen Abläufe im Asylverfahren möglicherweise bis zu zwei Jahre. «Uns ist jetzt wichtig, dass das Asylgesuch genau geprüft wird», sagt Zingg zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.03.2011, 20:28 Uhr

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155 Kommentare

Manfred Schnyder

09.03.2011, 12:38 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Wenn man diesen Artikel richtig ließt ist hier eine Christliche Frei - Kirche genannt.
Also keine reformierte oder römisch Katholische - Kirche.
Hier ist eine große Frage was gehört alles zum Christentum. Dies ist eine interessante Frage, sowie wussten die verfolgten Mitmenschen welchen Glauben sie annahmen ?
Antworten


Roland Wirthner

09.03.2011, 12:22 Uhr
Melden 5 Empfehlung

VEinmal mehr eine penetrante Fehlleistung des BA für Migration: Eine junge asylsuchende Familie, welche sich integriert, muss ums verrecken ausgeschafft werden, aber den kosovarischen Querulanten, welcher seit Jahren die Gemeinde Bürglen schickaniert und seine Landsleute in Verruf bringt, verhätschelt man. Und dann wundern sich die PolitikerInnen, weshalb das Schweizer volk so rassisitisch ist! Antworten



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